Atheismus und der gebrochene Bund mit Gott

 

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von Helene Walterskirchen:

Helene Walterskirchen

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Gott ist nicht Teil dieser Gesellschaft, denn wäre er es, so hätte er einen Ehrenplatz, würde Er verehrt, würde man Seine Gesetze leben, würde man Ihm zu Ehren Zeremonien, Gottesdienste und Feste feiern. Es gibt aber in unserer Gesellschaft kein einziges Gottesfest. Dagegen gibt es Feste zu Ehren der Mütter (Muttertag), zu Ehren der deutschen Wiedervereinigung (3.10.) oder zu Ehren der Umwelt (5.6.).

Noch ist Jesus Christus Teil dieser Gesellschaft, jedoch wird er gerade vom Thron gestürzt und vom Sohn Gottes zum Menschen degradiert, zwar durchaus zu einem maßgebenden Menschen laut dem Philosophen Carl Jaspers, aber keinesfalls ein Gott (gemäß seinem Buch mit dem Titel „Die maßgebenden Menschen: Sokrates, Buddha, Konfuzius, Jesus“).

Die neue religiöse Richtung in dieser Gesellschaft ist eindeutig: alle Religionen dieser Welt, ob Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus usw. in ihren verschiedenen Gruppierungen sollen eins werden. Eine einzige Welt-Religion. Religionskriege ade – fortan wird Religionsfrieden herrschen – auf der ganzen Welt unter allen Menschen. So das utopistische Konzept der neuen Weltelite des WEF.

Das hört sich für viele Menschen gut an, die ohnehin schon längere Zeit mit Religion nichts mehr am Hut haben. Genauer seit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-65), wo diese Richtung von den Führern der christlichen Kirchen, allen voran dem Vatikan, eingeschlagen wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde übrigens auch Gott aus dieser Gesellschaft ausgestoßen und in den Bereich des Transzendenten zurückgedrängt. Berufliche Karriere, Machtkarriere und Geldkarriere und all jene Menschen, die bei ihrem Karrierestreben in den Zenit der Superreichen und Supermächtigen aufgestiegen waren wurden die neuen Götzen. Vor ihnen gingen und gehen die Menschen in die Knie, vor ihnen verbeugen sie sich, ihnen gilt ihre ganze Bewunderung und Verehrung und ihnen opfern sie alles, was sie sind und haben: ihre menschliche Freiheit und Würde, ihre Energie und Lebenskraft. Sie folgen ihnen wie Leibeigene, verkaufen ihnen ihre Seele. Für sie sind sie bereit, ihre Tugenden (sofern sie welche haben) aufzugeben und statt dessen in den Todsünden zu leben.

Wie sehr sich manche diesen neuen Götzen verkauft haben, dämmert gerade so einigen Menschen. Sie erkennen immer mehr, welche dem Wahnsinn verfallenen Psychopathen auf den Götterthronen dieser Welt sitzen und mit ihren eiskalten und diabolischen Methoden alles und jeden versklavt haben bzw. versklaven und schikanieren. Aller Widerstand zeigt die Ohnmacht derer, die jetzt diese Götzen stürzen wollen. So manche, die im Widerstand sind, sehnen sich heute wieder nach der Regentschaft Gottes und Jesus Christus, die zwar streng war, aber es insgesamt gut mit den Menschen meinte.

Jetzt hört man überall auf der Welt ihren Ruf: „Oh Gott, oh Jesus Christus, hilf uns! Stürz die Götzen von ihrem Thron!“ Aber Gott bzw. Jesus Christus scheinen den Ruf nicht zu hören. Wurden sie nicht von den Menschen aus dieser Welt hinausgeworfen? Wurden sie nicht von den Menschen von ihrem Thron gestürzt? Waren es nicht die Menschen selbst, die sich neue Götzen gesucht haben, die sie auf den vakanten Thron erhoben haben und die sie seitdem anbeten? Und jetzt, da es den Menschen schlecht geht, sollen Gott und Jesus Christus wieder kommen und helfen? So einfach geht das nicht!

Was ist passiert? Es bestand ein Bund, ein feierliches Bündnis, ein Vertrag zwischen Gott und den Menschen, dem beide, Gott und die gesamte Menschheit verpflichtet waren und den sie nicht brechen durften. Die Verpflichtung Gottes bestand darin, den Menschen bei der Bewältigung ihrer Lebens- und Gemeinschaftsaufgaben zur Seite zu stehen, sie mit Seiner Weisheit zu führen, sie mit Seiner göttlichen Macht und Kraft zu beschützen und ihnen zu helfen, dass ihre Seelen den Weg ins Himmelreich fanden. Die Verpflichtung der Menschen bestand darin, Gott als alleinigen Herrscher anzubeten und zu verehren, laufend Ihm zu Ehren Rituale und Zeremonien durchzuführen und Ihm Opfer zu bringen sowie Seine Gesetze zu befolgen.

In der christlichen Bibeltheologie wird vom „alten“ und vom „neuen Bund“ gesprochen. Der „alte Bund“ bezieht sich auf die Bündnisse Gottes mit den Menschen wie sie im Alten Testament beschrieben sind. Der „neue Bund“ bezieht sich auf den Bund, den Jesus Christus mit den Menschen geschlossen hat wie er im Neuen Testament beschrieben ist. Das Bundeszeichen des „neuen Bundes“ ist das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern begangen hat. Deshalb ist das Begehen der heiligen Eucharistie nach dem alten Ritus (des Religionsgründers und seiner ihm nachfolgenden Priesterschaft) elementar wichtig für das Bestehen des neuen Bundes.

Indem die Menschen sich dem Atheismus zugewandt haben und die Existenz Gottes leugnen, indem sie statt dessen Götzen anbeten, seien dies der Mammon (Geldgott) oder die Hure Babylon (Sexgöttin) oder seien dies menschliche Götzen wie Super-Mächtige, Super-Milliardäre oder Super-Filmstars, haben sie den Bund mit Gott gebrochen. Indem die Menschen Jesus Christus zum Menschen degradiert haben und ihm seine Gottes-Sohnschaft abgesprochen haben, indem sie die heilige Eucharistie zu einem sozialen Akt herabgestuft haben, haben sie den Bund mit Jesus Christus gebrochen.

Nicht Gott bzw. Jesus Christus haben den Bund gebrochen!

Die den Bund mit Gott bzw. Jesus Christus gebrochen haben, sind zahlreich. Dennoch gibt es auch Menschen, die den Bund mit Gott bzw. Jesus Christus bis heute nicht gebrochen haben. Sie stehen weiter fest zu Gott bzw. zu Jesus Christus. Sie beten nicht nur täglich, sondern gehen auch, so oft es möglich ist, zur heiligen Messe. Sie gehören einer Gemeinschaft von Gläubigen an, die im Glauben und Bund mit Gott bzw. Jesus Christus fest miteinander verbunden sind und sich gegenseitig stützen. Sie haben sich in die letzten Bastionen Gottes bzw. Jesus Christus geflüchtet. Eine solche ist z.B. die Priesterbruderschaft St. Pius X., die 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet worden ist, um den traditionellen Kurs des christlichen/katholischen Glaubens zu bewahren. Sie leben und pflegen täglich ihren Bund mit Gott und Jesus Christus in der tridentinischen Messe. Siehe dazu das Porträt über die Priesterschaft im Kultur-Magazin Schloss Rudolfshausen, Edition Februar 2021 in der Website https://www.schlossrudolfshausen.de/wp-content/uploads/2021/02/OnlineVersionKM01-2021.pdf.

Ein Bund mit Gott ist eine heilige Sache. Ihn zu brechen und sich anderen Götzen zuzuwenden, diese über Gott zu stellen, ist das größte Sakrileg. Es ist aber auch der größte Schaden, den sich die Menschheit selbst zufügen kann. Es ist vergleichbar mit der Sonne. Man entferne die Sonne aus unserem Sonnensystem und fortan herrscht nur noch Finsternis. In dieser ewigen Finsternis kann nichts gedeihen, weder Pflanzen, noch Tiere noch Menschen. Die Welt wird zu einer Wüste. Das einzige, was in dieser Finsternis besteht, ist der Teufel mit seinen Dämonen, denn er ist der Herr der Finsternis und meidet das Tageslicht.

Wir leben somit heute in einer ewigen Finsternis, denn das Licht Gottes scheint nicht mehr, schon lange nicht mehr. Kein Wunder, dass diese Welt zu einer Höllenwelt geworden ist, wo die Todsünden das Regiment führen, die „Corona-Epidemie“ als eine der 7 Plagen die Menschen im Bann hält, die Sozialismus- bzw. Kommunismus-Diktatur vor der Tür steht, und viele kleine und mittlere Unternehmen pleitegehen. Von einer „schönen“ Welt, wie sie die Welt-Elite des WEF verspricht, keine Spur.

Die Menschen in ihrer Not rufen jetzt nach Gott bzw. Jesus Christus und bitten Ihn um Hilfe. Aber warum sollte Er jetzt helfen? Dazu braucht es erst einmal von vielen Menschen ein Erkennen, was sie Gott bzw. Jesus Christus angetan haben mit ihrem Egoismus, ihrem Hochmut und ihrem Größenwahn. Sodann müssen sie ihre Tat bereuen und anschließend müssen sie Buße tun. Und sie müssen Gott ein Opfer bringen, um Ihn versöhnlich zu stimmen.

Alle Menschen dieser Gesellschaft müssen sich wieder Gott (und Jesus Christus) zuwenden. Dies bedeutet, dass sich alle Menschen von den bisherigen Götzen abwenden müssen und sie vom Sockel stürzen müssen. Aber diese lebenden Götzen sind sehr mächtig. Sie und ihre Anhängerschaft werden das nicht zulassen, sondern gegen die, die sie stürzen wollen, vorgehen, sie ohne zu zögern umbringen lassen. Es braucht also mutige Menschen, Menschen die bereit sind, das eigene Leben zu opfern.

Eines ist klar: Solange diese Götzen da sind und von vielen Menschen verehrt und angebetet werden, wodurch sie Gott und Jesus Christus keinen Raum in ihrem Herzen und Leben geben, können weder Gott noch Jesus Christus kommen in der Welt und in ihrem Leben präsent werden. Sie haben sich quasi selbst von Gott abgeschnitten und leben im Bewusstsein ihrer Götzen.

Dieses Problem zu lösen ist keine einfache Sache, denn es geht nicht nur darum, die Götzen vom Sockel zu stürzen, sondern auch jene zu eliminieren, die die Götzen heute noch verehren, ihnen dienen, sie anbeten und ihnen geweiht sind, also ihre „Priester“ sind. Sie sind maßgeblich daran beteiligt, dass durch ihre Rituale und Zeremonien die Macht ihrer Götzen erhalten bleibt.

Deshalb ist es jetzt sehr wichtig, dass all jene, die wollen, dass Gott (und Jesus Christus) wieder „zurückkommt“ bzw. im Leben und Bewusstsein der Menschen gegenwärtig wird, den Prozess des Erkennens, Bereuens, der Buße und des Opfers zu vollziehen. Ihre Aufgabe ist es, sich mit jenen, in deren Welt das Bündnis mit Gott (und Jesus Christus) noch besteht, zusammen zu tun und mit ihnen gemeinsam jeden Tag Gott (und Jesus Christus) zu verehren und so seine Energie und Präsenz zu stärken. Gott (und Jesus Christus) waren nie wirklich weg aus dieser Welt: Eine Schar Treuer hielt weiter zu ihnen, erhielt weiter den Bund mit ihnen, sorgte dafür, dass das Licht Gottes weiter schien und den Menschen, die dafür bereit waren, der Weg der Erlösung durch Jesus Christus offen stand.

Sie sind die Hoffnung in dieser Welt. Sie sind der Bach, in den viele kleine Bächlein fließen und der zu einem mächtigen Strom werden kann. Der Strom, der den Bund mit Gott bzw. Jesus Christus wiederherzustellen vermag.