August: Schlossgarten Rudolfshausen optimiert sich weiter

.

Das gemeinnützige Gartenkultur-Zentrum Schloss Rudolfshausen ist eine Sektion des gemeinnützigen Kultur- und Bildungsvereins Admacum e.V.

von Alexandra Walterskirchen, Projektleiterin:

Schloss-Hausmeister Günther Schöppner von Schloss Rudolfshausen mit der neuen Bewässerungsstation „Am Gewächshaus“, bestehend aus Schlagbohrbrunnen, Alko-Pumpe, Rehau-Schlauch

 

Wer einen sehr großen Garten hat und dazu Selbstversorgung betreibt, muss in der Pflanzsaison und den ganzen Sommer durch temporär sehr intensiv gießen. Wir brauchen dazu für unseren großen Schlossgarten zwei Mann, sprich Mann und Frau, einfach Michael und Tanja: der eine gießt den östlichen sowie Wiesen-Bereich, der bzw. die andere gießt den westlichen sowie den südlichen Bereich. Das muss jeden Tag einige Stunden am Abend, je nach Tagessonne und Hitze, durchgezogen werden. Bis zum Sommer hatten wir nur eine einzige Wasserstation (alter Brunnen mit Pumpe, Schlauch und Schlauchwagen) an der Nordseite unseres Schlosses. Was uns dringend fehlte, war eine Wasserstation im südlichen Bereich, wo wir Jahrelang nur mit Regenwasser aus Holzfässern gegossen haben, was aber – auch aufgrund der Trockenheit – immer viel zu wenig war.

Dieses Problem sind wir bereits im letzten Jahr angegangen, als wir vom Brunnenbauer im letzten Herbst einen Schlagbrunnen bohren ließen, so dass wir endlich Wasser in unbegrenzter Menge zur Verfügung hatten. Dieses mussten wir jedoch mit einer Schwengelhandpumpe nach oben pumpen, was ganz schön in die Arme geht. Zudem musste man die schweren Gießkannen noch weit tragen, um alle Bereiche zu bewässern. Auch nicht die optimale Lösung. Was wir brauchten, war eine elektrische Brunnenpumpe und einen Schlauch daran, den man durch den südlichen Schlossgartenbereich zu den Zielpflanzen ziehen konnte. Gesagt, getan: bei Manfred Stadler, unserem bewährten Alko-Händler im Schwäbischen. Als Kooperationspartner besorgte er uns das Modell „Gartenpumpe Jet 6000-5 Premium“ seines Herstellers/Händlers ALKO, eine Premium-Wasserpumpe mit großem Druck für hohe Fördermengen.

Was jetzt noch fehlte, war der entsprechende Schlauch. Diesen fanden wir bei der Firma REHAU, mit der wir ebenfalls schon bewährt seit einigen Jahren als Partner zusammenarbeiten (siehe Garten-Blog vom 24.8.18). Rehau führt die wunderbaren, hochwertigen Quattroflex plus+ Profi-Gartenschläuche, die eine PVC und Weichmeracherfreie Innenschicht haben und sehr langlebig sind. Sie sind UV-beständig, flexibel und formstabil im Handling und haben über 18 Jahre Garantie. Zudem sind sie in Deutschland produziert. Ein absolutes Qualitätsprodukt also. Bei Rehau ging man gerne sofort auf unseren Vorschlag, sich am neuen Brunnenprojekt mit 50m Schläuchen zu beteiligen. Seit kurzem also sind Elektropumpe und Wasserschlauch installiert und werden kräftig benutzt. So macht Gießen Spaß! Die Pumpe steht geschützt unter dem Dach des neben der Brunnenstation stehenden Schuppens (siehe Foto unten).

 

So ist die Pumpe vor Wind und Wetter geschützt positioniert.

Ohne Proflora-Kokosseile geht in unserem Garten und bei der Pflanzenaufzucht und –Pflege gar nichts. Wir setzen sie ständig ein und haben auch schon in unseren Garten-Blogs einige Male darüber berichtet. Sie sind besonders für die „Ordnung“ der Himbeeren ein unentbehrliches Utensil. Bisher hatten wir nämlich vorzugsweise die einzelnen Himbeerruten an einzelnen Bambusstäben angebunden, was einerseits sehr mühselig war, andererseits nicht mehr viel brachte, als die Himbeeren eingewachsen und in ihrem vollen Wachstum waren. Aufgrund der starken Vermehrung in unserem Öko-Fruchtwaldgarten haben wir diese Methode weitgehend aufgegeben.

 

Alexandra Walterskirchen mit unserem Problembeet „Himbeerfee“, das wie wildes Haar nicht zu bändigen war. Hier halfen Kokosseile von der Firma Proflora GmbH und ihrem Geschäftsführer Christian Belger aus Duisburg.

 

Wir empfehlen folgendes Prinzip: Man schlage zwei dicke Holzpfosten oder Bambusstäbe an das eine und das andere Ende der Himbeerreihe, die sich von selbst bildet oder gebildet hat und spanne in 2 bis 3 unterschiedlichen Höhen zwei oder drei Höhen Kokosseile, an die man dann die Himbeerruten anbindet oder klippst. Das erspart viel Zeit und Arbeit und die Himbeeren sind gut geordnet.

Dehnen sich die Himbeerruten im Laufe der Jahre – wie es dieses Jahr bei uns geschehen ist – weiter nach links und rechts aus, dann erweitere man die Reihe, indem man einfach die Pfosten aus iher letztjährigen Position herausnimmt und ebenfalls weiter nach links oder rechts versetzt, bis es vielleicht am Ende der Fall ist, dass der Himbeerbereich einem Viereck gleicht. Dazu braucht man natürlich noch 2 weitere Pfosten. Himbeeren wollen wandern – also wandern Sie mit ihnen mit und passen sich ihrer Richtung an. Die Himbeeren sind Ihnen dankbar dafür und danken es  mit einer guten Erne.

Deshalb ist die Firma Proflora GmbH, die seit einigen Jahren unser Öko-Gartenprojekt begleitet und unterstützt, auch unser Kooperationspartner in Sachen Kokosfaserseilen geworden, denn wir zwei „bringen Pflanzen in die richtige Richtung, damit sie wissen, wohin sie wachsen sollen.“ Sonst wächst im Garten bald alles kreuz und quer und man kommt kaum mehr zu den die leckeren Früchte hin. Auch „wilde“ Himbeeren wollen geordnet sein, damit sie nicht umfallen und die Fruchtrispen zu Boden fallen und die Früchte verfaulen.

 

Alexandra Walterskirchen mit Saattütchen von Kiepenkerl: Spinat, Feldsalat, Asiasalat und einem frisch angelegten Beet mit keimendem Spinat, den sie vor kurzem eingesät hat.

 

Der Spätsommer bzw. Ende August ist die ideale Zeit, um mit der Aussaat von Spinat, Feldsalat und Asia-Salaten für den Winter zu beginnen. Noch haben sie Zeit zu wachsen, so dass man sie dann bereits im Spätherbst des Jahres ernten kann; sät man dagegen zu spät, d.h. erst im September, dann wird man erst im Januar bis März des nächsten Jahres mit frischem Grün beglückt werden. So ist es wichtig bei der Selbstversorgung, die Aussaat-Termine gut zu planen und immer wieder an Folgesaaten zu denken.

Nachdem wir den ersten Teil unserer Gurken- und Zwiebelernte eingebracht hatten, war Platz für die neue Aussaat. Je nach Beschaffenheit des Bodens und des Unkrautes haben wir Kokosvliese gegen das Gras verwendet, um auf diese frische Erde zu tun, in die wir gesät haben; oder wir haben direkt in die freien, gesäuberten und neu gedüngten Beete gesät. Das Saatgut wurde uns freundlicherweise von unserem Kooperationspartner Kiepenkerl bzw. Bruno Nebelung GmbH zur Verfügung gestellt. Ihr Saatgut überzeugt uns durch seine hohe Qualität und rasche Keimung. Von den Asia-Salaten haben wir eine Mischung aus Mizuna, Komatsuna Green Boy, Mustard Red Giant gesät, vom Spinat die Sorte Monnopa, die besonders winterhart und daher ideal für unsere Breiten ist, vom Feldsalat die Sorte Vit. Unser Ziel ist es, dass die Pflanzen im nächsten Jahr auch zur Blüte kommen und sich dann wild in unserem Öko-Schlossgarten vermehren können, so dass sie Teil des dortigen Öko-Systems werden.

Wichtig bei der Aussaat von Spinat, Feldsalat im Sommer ist, dass man einen Standort wählt, der nicht pralle Sonne hat, damit die Saat nicht austrocknet oder zu schnell zur Blüte kommt; zudem ist eine kurze Regenperiode gut, da man dann nicht jeden Tag gießen muss. Das erleichtert die Keimung. Zudem braucht die frisch eingesäte sowie aufkeimende Saat viel Wasser, d.h. Gießen, Gießen, Gießen. Wie gut, dass wir unseren fleißigen Helfer Michael haben.

 

Michael beim Gießen eines frischen Saatbeetes

 

Wir danken folgenden Firmen für die angenehme und
fruchtbare Kooperation:

 

 

Landtechnik Stadler