Culture Jamming – Das Manifest der Anti-Werbung von Kalle Lasn

Buch-Rezension von Alexandra Walterskirchen:

„Culture Jamming – Das Manifest der Anti-Werbung“
von Kalle Lasn


Ich habe dieses Buch bestellt, weil es die Abgründe des Kapitalismus aufzeigen und ein originelles Plädoyer für eine neue Gesellschaft sein soll. Der Autor Kalle Lasn, Gründer der „Adbusters Media Foundation“ und des „Culture Jammings“, versucht durch Anti-Anzeigen und Anti-Werbung die Konsumwelt ad absurdum zu führen. Was sich so witzig und clever anhört, entpuppt sich aber als Wutpredigt eines Fanatikers, der die vorherrschende „coole“ Konsumgesellschaft aus tiefster Seele hasst und mit ihren eigenen Waffen bekämpfen und zerstören will. Ich habe das Buch nicht ganz fertig lesen können, da mich die aggressive Art des Autors abgestoßen hat. Wie kann jemand so viel Hass empfinden? Allein die Widmung des Buch sollte zu denken geben: „Und für meinen Todfeind Philip Morris Inc., den ich, das schwöre ich, erledigen werde.“

Die Sprache des Autors ist niveaulos und unkultiviert und zur Aggression anstachelnd, auch wenn er anfangs im Werk betont, alle Schimpfwörter aus dem Buch gestrichen zu haben. Immer wieder liest man Sätze wie „Als ich diese Werbung ansah, stieg eine tierische Wut in mir auf.“ oder „Stellen Sie sich vor, Sie liegen total erschöpft vor der Glotze.“ oder „Postmoderner Zynismus ist Wut, die den Arsch nicht hochkriegt.“

Besonders betroffen hat mich ich die Aussage des Autors, dass Wut „heilig“ sei und in jedem von uns lodern müsse, wenn wir die Welt verändern wollen. Wut sei die einzige Emotion, die stark genug wäre, um einen Krieg zu beginnen oder zu beenden. Der Autor hält nichts von Liebe und Frieden, um eine neue bessere Welt zu schaffen, sondern möchte diese mittels der negativen Kraft der Wut erreichen. Er will eine Revolution anzetteln und nicht versöhnen.

Auch wenn die Grundidee des „Culture Jammings“ originell und humorvoll wäre, entpuppt sie sich als todernste Waffensalve, die wahllos alles „töten“ möchte, was sich ihr in den Weg stellt. Der Autor hat zwar richtig erkannt, dass die heute Kapitalismusgesellschaft durch und durch verdorben und am Ende ist, aber es ist meines Erachtens ein Irrtum zu glauben, sie mit genau denselben niederen Tricks und Hass-Kampagnen bekämpfen und zu einem Wandel zwingen zu wollen. Denn Hass führt nur zu neuem Hass. Auf diese Weise ist der Revolutionär nicht besser als der, den er bekämpft. So kann keine Welt des Friedens entstehen, sondern nur ein neuer Krieg. Kein Buch für sensible, gutherzige und friedvolle Menschen!

Das Buch können Sie hier bei Osiander versandkostenfrei bestellen.

Verlag: Orange Press
15 x 20 cm | 224 Seiten | Fadenheftung,
mit 16 Farbseiten Adbuster-Anti-Werbungen
€ 20,- (D) | € 20,60 (A) | SFr 27,50 (CH)
ISBN 978-3-936086-22-5