Das große Handbuch „Waldgarten“

von Alexandra Walterskirchen:

„Das große Handbuch Waldgarten
biologischer Obst-, Gemüse- und Kräuteranbau auf mehreren Ebenen“
von Patrick Whitefield

 

Abs.

Das Buch „Das große Handbuch Waldgarten“ des mittlerweile verstorbenen britischen Permakultur- und Waldgarten-Experten Patrick Whitefield, ist eine wahre Fundgrube für jeden nachhaltigen Gärtner, der sein Gartenkonzept optimieren und mehr dem natürlichen Ökosystem der Natur anpassen möchte. Patrick Whitefield macht dem Leser bewusst, dass der Wald bzw. die Waldgartengesellschaft die wirkliche Ur-Gestalt der Natur ist und jede andere Form – seien es Beete, Äcker oder Baum-Monokulturen – nicht dem natürlichen Stockwerk-Aufbau von Kräuter- und Gemüsepflanzen, Sträuchern und Bäumen entspricht. Die Pflanzen möchten in harmonischer Beziehung zueinander stehen, miteinander kommunizieren, sich gegenseitig Schatten spenden und durch die Konkurrenz um Licht eine verbesserte Auslese schaffen. Was für den Menschen scheinbar wie ein undurchdringbares Dickicht oder Chaos aussieht, hat vielmehr eine ganz eigene natürliche Ordnung und Autarkie, die das Eingreifen des Menschen nahezu überflüssig macht. Der Mensch wird dann nur noch zum Hüter/Wächter der Natur, der dort als „Besucher“ erntet, ansonsten aber der Natur ihren Raum lässt, sich so zu entwickeln wie sie es für richtig hält.

Diese harmonischen „Waldgärten“, wie sie heute noch in Asien vorkommen, haben die dort lebenden Menschen über Jahrtausende hinweg mit ihren in den verschiedenen Stockwerken wachsenden Früchten und Gemüsesorten ganzjährig mit Nahrung versorgt. So sollte auch das Bestreben des modernen Gärtners zurück zu einem Stockwerk-Anbau in seinem Garten gehen, der nicht nur Gießen und Düngen überflüssig macht, sondern auch den Anbau von mehr Lebensmitteln auf engerem Raum ermöglicht, was ideal für Selbstversorger ist. Wirkliche Permakultur, so Patrick Whitefield, bezieht immer auch Bäume bzw. das Waldgarten-Prinzip mit ein. Eine Pflanze kann nicht für sich alleine existieren, sondern braucht die Symbiose mit Bäumen und Gehölzen, um gesund und kräftig zu wachsen. Diese Symbiose jedoch wird in unseren heutigen Gärten oft aufgrund ihres Schattens oder Platzbedarfes ungern gesehen.

In den zehn Kapiteln des Buches erfährt der interessierte Leser, wie man einen Waldgarten entwirft, welche Bäume, Sträucher und Gemüsepflanzen geeignet sind, welche Vor-, Pflanz- und Pflegearbeiten notwendig sind, und wie sich im Laufe der Jahre die einzelnen Teile immer mehr zusammenfügen bzw. zusammenwachsen, bis man seinen eigenen, individuellen standortbezogenen Waldgarten erhält. Dieses Stück „Ur-Wald“ im eigenen Garten ist nicht nur voller essbarer Lebensmittel für den Menschen, sondern auch Lebensraum für Insekten, Tiere und Mikroorganismen. Ein Waldgarten ist somit ein wichtiger Beitrag zur Renaturierung und Bewahrung eines gesunden Ökosystems, was in Zeiten des Klimawandels eine große Rolle spielt.

Mein Fazit: Patrick Whitefields Buch ist ein von Herzen kommendes Plädoyer für mehr Bäume und Wälder in unseren, von Menschen verkünstlichten, Landschaften. Es ist zu wünschen, dass das Pflanzen von Bäumen und das Anlegen von Waldgärten wieder ein wichtiger Bestandteil des Gartenbaus wird, um die wahre Natur zurück in die Gärten zu holen, ehe es zu spät ist.

Wie es so schön zu Beginn des Buches heißt: „Wenn es keine Bäume mehr gibt, dann wird das Ende der Welt kommen.“ (Lakandon-Indianer, Südamerika).

Ein sehr empfehlenswertes Buch!

 

OLV Verlag
4. durchgesehene und verbesserte Auflage 2016.

192 Seiten. Farbfotos auf Kunstdrucktafeln. 30 SW-Fotos. 50 Skizzen.

Format 14,8 x 21,0 cm. Softcover.
ISBN 978-3-922201-25-0

19,95 Euro

 

Das Buch „Waldgarten“ können Sie hier beim  Ecobookstore bestellen.

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