Der Bauer & Sein Prinz von Bertram Verhaag

von Helene Walterskirchen:
Der Bauer & Sein Prinz
von Bertram Verhaag

 

Der Dokumentarfilm „Der Bauer & Sein Prinz“ erschien im Jahr 2014 als Resultat einer 5-Jahre langen Drehzeit. Er kam sehr gut in der Öffentlichkeit an, erhielt unzählige positive Pressestimmen sowie acht internationale Preise. Man muss ihm, dem Film, keine weiteren Lobesstimmen hinzufügen, die bereits Bekanntes nur noch aufwärmen würden, sondern kann ihm seine ganze eigene Interpretation geben. Dies will ich mit dieser Rezension/Empfehlung machen.

Es war einmal ein englischer Kronprinz namens Charles, der hatte nicht nur alles, wovon andere träumen: Geld, Besitz, Luxus und Land, sehr viel Land, sondern auch einen Traum oder besser eine Vision: eine Natur, die intakt ist, und mit der die Menschen in Einklang leben, eine Landwirtschaft, die nicht nur aus Nehmen besteht, sondern auch aus Geben, funktionierend nach biologischen und ökologischen Prinzipien, getragen von dem Respekt der Verantwortlichen vor Mutter Erde und all ihren Geschöpfen. Das war anfangs der 1980er Jahre.

Auf der Suche nach einem geeigneten Landwirtschafts-Fachmann, der fähig sein würde, seine Vision umzusetzen, traf der junge Prinz of Wales auf den nur wenig jüngeren David Wilson, der zwar nicht aus der ökologischen Landwirtschaft kam, jedoch eine ökologische Natur besaß, die nur darauf wartete, sich entfalten zu können. Beide, Prinz Charles und David Wilson, fanden sich nicht nur sympathisch, sondern der Visionär traf auf (s)einen „Spiegel“, der fähig war, seine Vision aufzunehmen und sie hinaus in die Welt zu tragen bzw. sie anderen Menschen zu spiegeln – etwas, das er als abgeschirmter Thronfolger nicht konnte. Der Großteil des Films wird daher von David Wilson getragen, während Prinz Charles weitgehend im Hintergrund bleibt – ständig kontrolliert von seinem königlichen Press Office.

Zu dem Zweier-Gespann „Visionär und Visions-Praktiker“ gesellte sich Anfang der 80er Jahre der Dritte im Bunde, Prof. Dr. Hartmut (Hardy) Vogtmann aus Deutschland, der an der Universität Kassel-Witzenhausen den damals ersten Lehrstuhl für ökologischen Landbau inne hatte. Er sollte als Berater für das ganze biologisch-ökologische Projekt „Duchy Home Farm“ im Anwesen von Highgrove, dem Landsitz des Prinzen von Wales, fungieren. Die Symbiose der drei „Landwirtschaftsgeister“ erwies sich als Volltreffer.

Einst als „Öko-Spinner“ belächelt, wird Prinz Charles heute für seinen unermüdlichen und unbeirrbaren Einsatz in der Verbreitung der Bio- und Öko-Landwirtschaft weltweit bewundert. Die Lorbeeren jedoch, so seine bescheidene Meinung, verdient ein anderer: David Wilson, der sympathische, warmherzige und positive Farm-Manager seiner „Duchy Home Farm“.

Der Film vermag wie kein anderer zu zeigen, dass Landwirtschaft auch ganz anders funktionieren kann, nämlich menschlich, weitgehend naturbelassen, im gegenseitigen Respekt Mensch-Tier und Mensch-Pflanzen. Sehr angenehm und wohltuend in diesem Film ist die ethische und ästhetische Hochwertigkeit, die Feinheit und Noblesse, die sich von Prinz Charles zu David Wilson zieht und von diesem so natürlich ausgedrückt wird, als sei er selbst ein Aristokrat. Geburtsadel und Herzensadel vermischen sich bei beiden zu einer erfolgreichen Symbiose und zeigen, dass man auch auf diese Art und Weise Erfolg haben kann – es braucht vielleicht etwas länger, dafür aber ist der Erfolg kein egoistischer, sondern ein altruistischer.

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