Die Kultur der königlichen Natur

von Helene Walterskirchen:

Die Kultur der königlichen Natur
… und warum eine Gleichmacherei niemals Gutes bewirken kann

  

 

 

Jeder Mensch ist ein individuelles Wesen. Jeder wird in eine individuelle Familien- und Gesellschafts-Konstellation hinein geboren. Jeder wird in eine bestimmte Rasse hineingeboren. Jeder wird in ein bestimmtes Land oder Gebiet hineingeboren. All das geschieht nicht per Zufall, sondern beruht auf einer übergeordneten Planung für unser Leben und Sein.

Jeder hat seinen ganz individuellen Charakter, seine ganz bestimmten Vorlieben und Interessen, seine ganz natürlichen Fähigkeiten. Der eine ist der geborene Sänger, während der andere so schräg singt, wie eine verstimmte Geige. Die eine ist die geborene Ärztin, während die andere beim Anblick von Blut in Ohnmacht fällt. Der eine bevorzugt das geistliche Leben, während der andere ein weltliches Leben bevorzugt. Die eine liebt es zu kochen, die andere ist eine miese Köchin, liebt jedoch das Gärtnern.

So sind wir alle verschieden und leben in unterschiedlichen Lebensumständen, die jedoch genau für uns vorgesehen und bestimmt sind, damit wir uns in diesem Leben bestmöglich entwickeln und entfalten können. Das Leben ist eine große Chance, uns zu vervollkommnen und zu veredeln – vorausgesetzt, wir haben die entsprechenden Rahmenbedingungen und Kulturgrundlagen, die uns das ermöglichen.

Dies macht uns bewusst, dass eine Politik der Gleichmacherei, wie sie heute in immer stärkeren Maße angestrebt wird, nicht funktionieren kann und wird. Man kann aus einem Eichenbaum keine Palme machen! Da hilft auch kein Zuschneiden, keine Bestrahlung, Hypnose oder Geschlechtsumwandlung: Der Eichenbaum wird immer ein Eichenbaum bleiben! Das einzige, was passieren kann ist, dass der Baum krank wird und stirbt. Aber er stirbt nicht als Palme, sondern als Eichenbaum, weil die Programmierung und das Holz des Eichenbaums in ihm eingefräst sind. Schade um den schönen Eichenbaum, der sich gemäß seiner Natur zu einem Prachtbaum hätte entfalten können, wenn nicht andere mit aller Macht versucht hätten, ihn zu einer Palme umzugestalten. …

 

… Der Mensch, der z.B. von Natur aus musisch begabt ist, schenkt, wenn er sein Talent entfaltet, der Gemeinschaft wunderschöne Musik, die die Seele erheben, trösten, heilen und erfreuen kann. Derjenige, der beispielsweise von Natur aus eine Lehrbegabung hat, schenkt, wenn er sein Talent entfaltet, der Gemeinschaft Bildung und Wissen. Derjenige wiederum, der von Natur aus die Verantwortung für den Schutz der Gemeinschaft in seinem Naturell hat, schenkt, wenn er sein Talent entfaltet, der Gemeinschaft Schutz und Sicherheit.

Und so gibt es auch Menschen in unserer Gesellschaft, die von Natur aus eine königliche Natur bzw. königliche Talente haben. Was versteht man unter einem „königlichen Talent“?

Es handelt sich dabei eine angeborene Fähigkeit, in einem großen, übergeordneten Zusammenhang sehen, wahrnehmen, entscheiden und handeln zu können. „Normale“ Menschen dagegen haben einen begrenzten Horizont; sie sehen vom Erdgeschoss ihres Einfamilienhausgartens zum nächsten Gartenzaun. Wer mit einem königlichen Talent ausgestattet ist, hat einen unbegrenzten Horizont, so, als säße er auf einem hohen Berggipfel, der ihm eine Sichtweise über die Lande und die Welt ermöglicht.

Ein königliches Talent beinhaltet auch die Fähigkeit und Bereitschaft, für andere Menschen, ja mehr noch, für ein ganzes Volk, Verantwortung übernehmen und tragen zu können. Wie ein Vater empfindet der königliche Führer (oder die königliche Führerin) für die ihm anvertrauten Menschen eine besondere Fürsorge, ein Wohlwollen, ihre Entwicklung und Entfaltung zu fördern und ihnen die bestmöglichen Rahmenbedingungen dafür zu ermöglichen. Er ist fähig zum Wohl des ihm anvertrauten Volkes denken, fühlen und handeln zu können. Er stellt das Wohl seines Volkes über sein eigenes Wohl.  …

 

Helene Walterskirchen

 

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