Die Wiederentdeckung des Menschen

von Helene Walterskirchen:
„Die Wiederentdeckung des Menschen – Warum Egoismus, Gier und Konkurrenz nicht unserer Natur entsprechen“
von Andreas von Westphalen

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Der Autor Andreas von Westphalen, Theater- und Hörspielregisseur sowie Journalist, geht in seinem Buch „Die Wiederentdeckung des Menschen“ der Grundfrage der Philosophie nach, die lautet: „Was ist der Mensch?“ Ist die Natur des Menschen, so wie Jean-Jacques Rousseau glaubt, altruistisch und kooperativ? Oder ist die Natur des Menschen, so wie Thomas Hobbes, Arthur Schopenhauer und Ayn Rand glauben, egoistisch, materiell und konkurrenzorientiert?

Andreas von Westphalen zeigt anhand von zahlreichen wissenschaftlichen Studien auf, dass das seit den 1980er Jahren vorherrschende massive kapitalistische Menschenbild nichts mit der tatsächlichen Natur des Menschen zu tun hat. Anstatt den Menschen positiv zu erziehen, zu stimulieren und zu fördern, fördert die Wirtschaftsform des extremen Kapitalismus, wie er in unserer heutigen Gesellschaft besteht, eine Reihe von negativen Eigenschaften des Menschen, die nachweisbar die natürlichen, positiven, mitmenschlichen Eigenschaften abbauen. Der Kapitalismus degeneriert die menschliche Natur und fördert die Entwicklung von Psychopathen und Narzissten.

Nicht nur die permanente Konkurrenzsituation, sondern auch die ständige Unzufriedenheit in der kapitalistischen Gesellschaft, die der wahren Natur des Menschen widerspricht, hat nachweisbar negative Auswirkungen auf die Menschen und das menschliche Miteinander. Die dauerhafte Unzufriedenheit jedoch ist der stärkste Motor im Kapitalismus, weshalb die Verantwortlichen in der Wirtschaftswelt alles daran setzen, die Unzufriedenheit bei den Menschen zu stärken und die Gier nach immer weiteren, neueren Produkten zu erzeugen. „Unsere Wünsche sollen durchaus geschürt, aber niemals dauerhaft befriedigt werden“, so der Autor. „Denn die Konsumgesellschaft ist gerade dann am erfolgreichsten, wenn der Konsument niemals zufrieden ist und immer noch einen neuen Anreiz zu einem weiteren Kauf hat. Wie ein Hamster in seinem Rad darf der Mensch sich jedoch hierüber nicht bewusst werden.“ Ein Teufelskreis.

Wie sehr alle Menschen in der kapitalistischen Welt auf Geld geprimt sind, weist der Autor in seinem Buch nach und macht bewusst, welche negativen Auswirkungen dies auf das menschliche Verhalten hat, z.B. dass reiche und nach immer mehr Reichtum strebende Menschen Gier als eher positiv und förderlich ansehen, dass durch Reichtum Empathie reduziert wird und Gefühle sowie Sensibilität für andere keinen Stellenwert haben. Nicht Gleichheit, was der wahren Natur des Menschen entsprechen würde, sondern Ungleichheit ist die Maxime der kapitalistischen Wirtschaftsform.

Andreas von Westphalen sieht jedoch nicht alle Menschen als per se „gute Menschen“, die nur durch die kapitalistische Lebensform verdorben werden. Die Forscherinnen Anna Vedel und Dorthe K. Thomsen haben aus einer Studie mit Studenten herausgefunden, dass bereits in der Persönlichkeit der Studenten Anteile der sogenannten „Dunklen Tirade“ (Psychopathie, Narzissmus und Machiavellismus) vorhanden waren. So wählten die Studenten die Fachrichtungen, die genau diese dunklen Persönlichkeitsanteile gefördert haben.

Im zweiten Drittel des Buches zeigt der Autor auf, dass es auch anders gehen kann, als es der kapitalistische Lebensstil vorschreibt, denn dieser Lebensstil widerspricht nicht nur der wahren Natur des Menschen, sondern schädigt ihn auch an Körper, Seele und Geist. Ein zentraler Faktor, der zu einem neuen Lebensstil führen kann, ist die Eigenschaft des Altruismus. Hierbei geht es nicht so sehr um das Mitgefühl, das man von anderen bekommt, sondern darum, es anderen durch Taten zu geben, kurz: das eigene altruistische Verhalten. Altruismus, so der Autor, ist von jedem Menschen erlernbar, selbst vom größten Egoisten und Kapitalisten. Der „Lehrmeister“: das Erlernen und regelmäßige Praktizieren von Meditation. Dadurch entwickeln sich Mitgefühl und andere positive menschliche Eigenschaften, z.B. Genügsamkeit, die wiederum ein Schlüssel zur Zufriedenheit des Menschen ist und zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf der „Autobahn des kapitalistischen Teufelskreises“.

Meine Empfehlung: Ein sehr lesenswertes Buch, das bewusst macht, dass Menschen nicht per se egoistisch, neidisch, konkurrenzsüchtig und charakterlich schlecht sind, sondern eine „gute Natur“ haben. Jedoch können sie durch äußere gesellschaftliche Rahmenbedingungen böse und schlecht werden – vorausgesetzt, es sind die Anlagen in ihrer Persönlichkeit vorhanden. Aber auch jene könnten, durch die entsprechenden äußeren positiven Rahmenbedingungen eine „gute Natur“ entwickeln. Insgesamt tut das Buch dem Leser gut, weil es ihn aus seiner vermeintlichen „Sündhaftigkeit“, die in ihn eingepredigt wurde, befreit und ihn an das eigene, innere Gute erinnert und ihn dazu ermutigt, es zu leben.

Abs.

Erscheinungstermin: 02.05.2019
Seitenzahl: 240
ISBN: 9 783864 892134
€ 22,00

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