Ein neues Gartenhaus für den Schlossgarten

 

von Helene Walterskirchen/04.12.2018
Ein Gemeinschaftswerk der Firmen Holz Fichtl, Anton Lederle, Peter Fichtl, Björn Stadthalter, Maler Hechtl, Holz Rollmühle, Laserstern sowie Bio-Green

 

 

 

Das neue Gartenhaus im Schlossgarten Rudolfshausen in finaler Version – links mit Holzscheiten von Holzbrx, vorne neben der Tür die Tafel mit den Stiftern und Mitwirkenden, rechts das Fischer-Barometer, daneben das Klangspiel von KlangArt, vorne die Rampe, die unser Schlosshausmeister Günther Schöppner gebaut hat.

 

Hinter einer Sache steht oft eine Geschichte, möglicherweise sogar eine ganze Philosophie, die dazu geführt hat, dass eine Sache entstehen konnte. Die Geschichte bzw. Philosophie, die hinter der Entstehung unseres neuen Gartenhauses steht, will ich Ihnen nachfolgend erzählen:

Unser Schlossgarten in Schloss Rudolfshausen ist in dem ländlichen Dorf Holzhausen (zwischen Landsberg am Lech und Buchloe) ein Schmuckstück – wir nennen ihn „Friedensgarten“, weil es unser Anliegen ist, im Garten Frieden zwischen Menschen, Tieren und Pflanzen herzustellen, indem wir das berücksichtigen, was der Natur entspricht: ein Garten gehört primär der Natur, d.h. den Pflanzen und Tieren, und weniger dem Menschen. Aber der Mensch darf sich darin aufhalten. Das, was nicht sein darf, ist der Natur seinen Willen aufzuzwingen und einen Garten zu schaffen, der so künstlich ist, dass weder die Pflanzenwelt noch die Tierwelt etwas davon haben.

Gärten sind sehr wichtige Refugien für Pflanzen und Tiere, denn leider ist es heute so, dass es auf den landwirtschaftlichen Flächen immer weniger Natur und sogenannte Beikräuter oder Unkräuter gibt, die den Insekten Nahrung bieten, zudem ist die Erde mit Herbiziden und Pestiziden belastet, so dass Tiere daran sterben oder in Hausgärten flüchten, wo sie noch ein wenig Natur und damit Nahrung sowie Lebensraum vorfinden.

Ein Garten sollte deshalb immer möglichst natürlich und naturbelassen sein, doch sehr oft sind Hausgärten grüne Rasenflächen mit einigen wenigen Pflanzen, sehr oft Hybridpflanzen, die zwar schön ausschauen mögen, aber Bienen, Hummeln usw. keinerlei Nahrung bieten. Leider kennen viele Menschen, die einen Hausgarten haben, außer ihrem lokalen Gartencenter, in dem nicht nur massenhaft Hybridpflanzen verkauft werden, sondern auch billige Ramsch-Gartenwerkzeuge, keine andere biologischen und ökologischen Bezugsquellen. Hier wollen wir den Menschen, die einen Garten haben, alternative Möglichkeiten aufzeigen, denn wir arbeiten seit Jahren mit vielen biologischen und ökologischen Betrieben zusammen. Wir müssen wegkommen vom künstlichen Gärtnern, wie es heute als Ideal vermittelt wird, was zwar durchaus für den Menschen ein Ideal ist, aber nicht für die Natur, d.h. für die Pflanzen und Tiere, mit denen wir in einer Symbiose leben sollen.

Wir haben über viele Jahre gelernt, was ein künstlicher Garten und was ein natürlicher Garten ist. Unser größtes Garten-Experimentierfeld war und ist der Garten von Schloss Rudolfshausen. Als wir vor ca. sieben Jahren ins Schloss gezogen sind, war der Garten eine ungepflegte Wildnis mit einem kaputten Boden, in dem es fast kein Leben mehr gab. Zwischen dem Schlossgarten und der anschließenden landwirtschaftlichen Wiese, deren Grund ursprünglich zum Schloss gehörte, und die ebenso verwildert war, gab es kaum einen Unterschied. In jahrelanger, mühsamer und kostenintensiver Arbeit haben wir aus der einstigen Wildnis ein ökologisches Gartenparadies gemacht, von dem jeder begeistert ist, wertet es doch das Schloss, als zentrales Gebäude des Ortes Holzhausen, enorm auf und gibt ihm jene Repräsentanz wieder, die es einst als ehemaliges Welser-Schloss hatte.

 

Verwildeter Schlossgarten vor unserem Einzug in Schloss Rudolfshausen 2011

 

 

Gepflegter Schlossgarten 2017

 

Das Konzept für unseren Schlossgarten bedarf immer wieder der Verbesserung und Optimierung, wenn sich Dinge als nicht praktikabel erweisen. Dies kann Gartenwerkzeuge betreffen, den Anbau von Gemüse oder die natürliche Vermehrung von Pflanzen. Wir haben eine sehr spezielle Gartenphilosophie, von der unsere Gartenpflegefirma nicht immer angetan ist, da sie sehr viele ökologische und permakulturorientierte Faktoren beinhaltet, deren Zusammenhänge die Gärtner dieser Firma nicht verstehen und daher auch nicht umsetzen (können und wollen bzw. konnten und wollten, denn zwischenzeitlich haben wir uns von dieser Firma getrennt). Dies hat dazu geführt, dass wir selbst immer mehr Gartenarbeit machen und uns mit Werkzeugen sowie Maschinen versorgen, mit denen wir unsere Vorstellungen leichter und besser umsetzen können. Da wir keine ausgebildeten Gärtner sind, müssen wir hier sehr viel experimentieren, zumal unser Schlossgarten eine Größe hat, die besonders leistungsfähige Geräte erfordert. Dies betrifft auch die Gartenpflege und den Anbau, denn auch hier haben wir ein spezielles ökologisches und permakulturorientiertes Konzept, d.h. wir arbeiten mit entsprechenden Erden, Düngern, Kompost usw., die wir einerseits von Firmen beziehen, andererseits auch selbst herstellen. Auch hier experimentieren wir sehr viel damit, wie welche Erde und welcher Dünger auf die Pflanzen wirkt.

Unser Schlossgarten Rudolfshausen ist somit ein lebendiger Garten, der über die Jahre gewachsen ist und sich entwickelt hat und der weiter wächst und sich entwickelt. Er ist ein ökologischer Lehr- und Experimentiergarten, der nicht nur gefallen soll, sondern auch nützlich für Menschen, Tiere und Pflanzen sein soll. Auf der einen Seite eine Weide für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten, auf der anderen Seite ein natürliches Pflanzenparadies, in dem es nicht aussieht wie in einem künstlichen Schlossgarten, dem der Mensch seinen Stempel aufgedrückt hat, sondern in dem die Natur vorherrscht, die mit dem ästhetischen Gefühl des Menschen eine Symbiose bildet. Unser Schlossgarten ist auch ein Showgarten, denn wir zeigen Besuchern gerne, wie wir gärtnern, welche Erfahrungen wir über die Jahre gesammelt haben und was wir für gut befinden.

So ist der Schlossgarten Rudolfshausen auch ein Referenzgarten für verschiedenen Gartenfirmen, die unser ökologisches Konzept und unsere Philosophie anspricht, und die uns Werkzeuge, Maschinen, Beetumrandungen, Dünger, Erde usw. zur Verfügung stellen, damit wir sie in unserem Schlossgarten testen und mit ihnen experimentieren können. Auf diese Weisen können wir den Firmen wertvolle Tipps über ihre Geräte und Produkte geben, ob sie funktionell und leistungsstark sind oder ob sie das, was sie versprechen, nicht halten. Dies ist auch bei der Gartenpflege so, denn nicht jeder Dünger erweist sich als so gut, wie er angepriesen wird und wieder andere Dünger sind so klasse, dass das Leben der Pflanzen und der Böden enorm davon profitieren.

Schloss Rudolfshausen – das ist kein Wirtschaftsbetrieb, sondern ein gemeinnütziges Kultur-Zentrum, das sich stark mit der Friedenskultur und einer ökologischen Lebensweise befasst, die uns allen zugute kommt. So mancher, der am Schloss vorbeigeht oder mit dem Rad vorbeifährt, wird wie magisch vom Schlossgarten angezogen und wirft einen Blick in das Gartenparadies, in dem Natur und Gartenkultur eine außergewöhnliche Symbiose geschaffen haben.

Im Frühjahr 2018 zeigte sich, dass unser Schuppen neben der Garage zu klein ist für all die Dinge, die wir darin aufbewahren, insbesondere Gartenwerkzeuge, Gartenmaschinen, Dünger, Vogelfutter, Mülltonnen usw. Es entstand die Idee, ein zusätzliches Gartenhaus im Schlossgarten zu errichten und einen Teil der Utensilien darin auszulagern.

Wir wollten die Kosten dafür nicht aus unserer Privatschatulle entrichten, sondern das Gartenhaus im Sinne der Gemeinnützigkeit unseres Kultur- und Bildungsvereins AdmaCUM e.V. als Gemeinschaftswerk auf Spendenbasis errichten. Wir entwarfen ein mögliches Konzept zur Ausführung des neuen Gartenhauses und führten die notwendigen Anfragen bei der Gemeinde Igling (Baugenehmigung) und der Diözese Augsburg als Eigentümerin von Schloss Rudolfshausen (Genehmigung) durch. Weiterhin fragten wir bei verschiedenen Firmen in der Gemeinde Igling und im der Region Landsberg an, ob sie an der Errichtung des Gartenhauses (weitgehend) kostenlos (gegen Spendenbescheinigung) mitwirken wollten.

Das ganze Gemeinschaftsprojekt stand unter einen guten Stern. Gemeinde und Diözese reagierten positiv, indem sie uns die Genehmigungen erteilten, und drei Firmen gaben uns relativ schnell eine Zusage: das Erdbewegungsunternehmen Anton Lederle in Holzhausen, der Beton- und Bau-Experte Peter Fichtl in Holzhausen und die Firma Holz-Fichtl in Hohenfurch.

Am 3.7. war es dann so weit: Die Baggerfirma Lederle rückte mit Herrn Lederle Senior und Junior an, um auszubaggern und das Fundament zu errichten, auf dem dann betoniert werden konnte.

 

Das Kiesfundament, fachmännisch erstellt von Herrn Lederle Junior, kurz vor der Vollendung

 

Weiter ging es dann am 13.7.2018 mit dem Betonieren des Fundaments durch den Bauspezialisten Peter Fichtl. Als der Beton nach einigen Tagen ausgetrocknet war, konnten die Mitarbeiter von Holz Fichtl das Gartenhaus aufbauen

 

Peter Fichtl mit Gummistiefeln im frischen Beton, der vom Betonmischer in das gerahmte Fundament fließt und der von ihm verteilt wird.

 

 

Die kompetenten Mitarbeiter von Holz-Fichtl beim Aufbau des Gartenhauses

 

Für die elektrische Versorgung des neuen Gartenhauses sorgte Elektromeister Björn Stadthalter,  ESB aus Weil bei Landsberg. Nachdem die Stromversorgung im neuen Gartenhaus vorhanden war, konnten wir auch die elektrische Gewächshausheizung von Bio-Green installieren.

 

Björn Stadthalter beim Legen der elektrischen Leitung für das neue Gartenhaus.

 

 

 

Die Elektro-Gewächshausheizung „Phoenix“ samt Thermostat „Thermo2digital“ von der Firma Bio-Green, damit wir das Gartenhaus auch in der kalten Jahreszeit für unser Indoor-Gardening nutzen können.

 

 

Das (fast) fertig eingerichtete Gartenhaus, in dem unser Schlosshausmeister Günther Schöppner eine übersichtliche Ordnung mit dem Haken-System von Maidura (siehe Schloss-Perlen-Bericht) geschaffen hat, damit die hochwertigen Gartengeräte von Pellenc, Sneeboer und anderen Markenherstellern einen festen Platz haben.

 

 

Wir danken herzlich:

 

 

der Firma Holz-Fichtl aus 86978 Hohenfurch, die uns ein Zuluna-Qualitäts-Gartenhaus von der Firma Bertsch-Holzbau (Blockhaus H28 380 cm DT EF mit ca. 15 qm Raumfläche) spendete und auch für den Aufbau sorgte,

 

dem Erdbewegungsunternehmen Anton Lederle aus 86859 Holzhausen/Igling, das den Erdaushub und das Planieren für das Fundament spendete,

 

der Firma Peter Fichtl-Bau aus 86859 Holzhausen/Igling, die das Fundament aus Beton weitgehend spendete,

 

der Elektrofirma ESB Björn Stadthalter aus 86947 Weil, die die Installation für eine elektrische Deckenbeleuchtung und Steckdosen für das Gartenhaus spendete,

der Firma Laserstern aus 87746 Erkheim, die das Metallschild der Stifter und Mitwirkenden anfertigte (siehe Eingangsfoto) und spendete,

der Firma Bio-Green aus 35649 Bischoffen-Oberweidbach, die uns eine Elektro-Gewächshausheizung und einen Thermostat für das Innere des Gartenhauses spendete,

 

sowie der Firma Holz Rollmühle aus 86859 Igling, die uns mit Holz für die Umrandung des Gartenhausfundaments versorgt hat und

 

– last, but not least – Herrn Stamnitz und der Hechtl Maler GmbH aus 86859 Holzhausen für das zur Verfügung stellen des Leinölfirnis zum Streichen des Gartenhauses.

 

 

Helene und Alexandra Walterskirchen sowie das gesamte Team von Schloss Rudolfshausen

 

Gemeinsam zu wirken macht Freude, gemeinsam sind wir stark

 

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