Ende Mai: Was jetzt schon geerntet werden kann

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Das gemeinnützige Gartenkultur-Zentrum Schloss Rudolfshausen ist eine Sektion des gemeinnützigen Kultur- und Bildungsvereins Admacum e.V.

von Helene Walterskirchen:

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Eine unserer prächtigen Liebstöckel-Pflanzen, auch „Maggikraut“ genannt

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Das mehrjährige Küchenwürzkraut Liebstöckel, auch Maggikraut genannt, ist ein beliebtes Würzkraut in meiner rohköstlich-veganen Küche. Die Pflanze stirbt mit dem Winter oberirdisch ab, treibt aber dann im Frühjahr neu aus. Einmal im Jahr, im Sommer, kommt sie zur Blüte. Der erfahrene Hobbygärtner nutzt die Samen, die sich daraus bilden, für seinen Samenfundus, mit dem er jederzeit neue Jungpflanzen heranziehen kann.

Ich verwende Liebstöckelblätter für Saucen, Dips, Gemüseburger, grüne Smoothies usw. Jetzt, Ende Mai, steht das Maggikraut in vollem Wachstum und ist noch ganz besonders zart und aromatisch und frei von jeglichem Schädlingsfraß. Ideal also, um es zu ernten und zu trocknen, damit man es auch in der Winterzeit zur Verwendung hat. Bis dahin kann man es allerdings frisch verwenden, wobei darauf zu achten ist, dass es als frisches Kraut sehr aromatisch ist und nur sparsam verwendet werden sollte. Man schneidet am besten die ganzen Stängel an einem trockenen Tag ab, trocknet aber dann nur die Blätter (rohköstlich bei ca. 37 bis 38 Grad Celsius). Die Pflanze niemals ganz abernten, sondern nur ca. 1/3, am besten im äußeren Bereich, niemals das Herz gänzlich zerstören, sonst geht die Pflanze ein.

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Lauchzwiebeln bzw. Winterheckenzwiebeln sowie Schnittlauch

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Sehr gut ergänzen die jetzt in vollem Wachstum stehenden Lauchzwiebeln bzw. Winterheckenzwiebeln sowie auch der Schnittlauch meine rohköstlich-vegane Küche. Die Pflanzen sind gerade dabei, die ersten Blüten anzusetzen. Jetzt ist die Zeit, wo man alle Stängel sehr gut ernten und für die Zubereitung von Speisen verwenden kann. Später, wenn die Pflanzen in die Blütephase eintreten, kann man nur noch die Stängel ohne Blüte ernten, denn die mit Blüten sind dann zäh.

Ich liebe die Stängel frisch. Man kann sie über das Gericht streuen und einfach frisch mitessen, das gibt den Speisen noch eine würzige bis leicht scharfe Nuance – je nachdem, wie viel man isst. Man kann sie aber auch in eine Sauce oder einen Dipp als Würze geben oder in die Masse von Gemüseburgern oder veganen Rouladen einarbeiten. Dazu schneide ich die Stängel in ca. 1 cm große Stücke.

Wiederum sollte man beachten, dass die frischen Stängel beim Würzen von Gerichten oder Saucen wesentlich aromatischer und auch schärfer sind als in getrocknetem Zustand. Deshalb empfiehlt es sich, die frischen, kleingeschnittenen Stängel in einem separaten Schälchen auf den Tisch zu stellen, damit sich jeder nach seinem eigenen Gusto bedienen kann.

Lauchzwiebelgrün bzw. Winterheckenzwiebeln sowie Schnittlauch eignen sich nicht gut zum Trocknen, da sie durch das Trocknen viel Aroma verlieren. Lieber – solange es geht – frisch ernten und verwenden.

Übrigens: Auch Lauchzwiebeln bzw. Winterheckenzwiebeln sowie Schnittlauch sind mehrjährige Pflanzen. Man kann die Blüten im Herbst aussamen lassen und durch Aussaat vermehren. Man kann aber auch die Horste, die mit den Jahren immer größer werden, teilen und an anderen Standorten einpflanzen.

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Mehrjährige Petersilienpflanze

Auch die Petersilie ist eine beliebte Würzpflanze in meiner rohköstlich-veganen Küche, weshalb ich mehrere Petersilienpflanzen an verschiedenen Standorten in meinem Schlossgarten habe. Ich verwende Petersiele sehr gerne und reichlich z.B. bei Gemüseburgern oder Füllungen von veganen Rouladen, da sie nicht scharf, sondern sehr angenehm frisch und aromatisch ist. Deshalb eignet sie sich auch hervorragend für Gemüsesuppen. In meiner Küche gehören daher mehrere Stängel Petersilie in jeden Gemüsesuppensud oder auch Gemüseeintopf.

Die Petersilie tritt jetzt, Ende Mai, gerade in ihre beste Wachstumsphase ein und alle Stängel sind jetzt butterzart. Man braucht sie deshalb auch nicht kleinhäckseln, sondern es genügt, sie einfach in kleinere Stücke zu zerreißen. Da sie noch keine Blüte hat, kann man sie jetzt sehr gut abernten, wobei auch hierbei darauf zu achten ist, den Herzbereich stehen zu lassen, da die Pflanze sonst eingeht. Die Petersilie ist mehrjährig. Sie blüht im Sommer und der Hobbygärtner kann dann im Herbst für seine Samenbank die reifen Samen einsammeln.

Für manche Kuren ist Petersilie ein wichtiger Bestandteil, z.B. bei einer Herzstärkungskur nach Hildegard von Bingen oder einer Darmreinigungskur. Dazu wird aus Wasser und Petersilie ein Sud gekocht und entsprechend nach Rezept eingenommen bzw. mit anderen Zutaten gemischt.

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26. Mai: Junger Spinat (Folgesaat) in einem der Freilandbeete hinter dem Schloss

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Übrigens: Selbstgezogenen Spinat gibt es in meiner Küche fast das ganze Jahr über: In der kalten Jahreszeit bauen wir ihn in unserem Folienhaus an, in der wärmeren Jahreszeit, d.h. ab dem Frühjahr, wächst er auch im Freiland und kann dort geerntet werden. Dazu säen wir bereits im Herbst die Spinatsamen in die Beete ein. Spinat braucht den Kältereiz zum Keimen. In unserem Schlossgarten haben wir verschiedene Spinatbereiche, um zu sehen, wo er am besten wächst. Wir bauen ihn auch gerne in Mischkultur mit anderen Pflanzen an, z.B. Feldsalat oder Asia Salate.

Es empfiehlt sich, die Spinatsamen nicht alle zur gleichen Zeit auszusäen, sondern versetzt. Wenn man nur einmal aussäht, kommt alles zur gleichen Zeit zur Reife. Dann kann man die Spinatflut gar nicht essen. Säht man hingegen versetzt aus, hat man kontinuierlich heranwachsenden und reifen Spinat. Das ist auch der Grund, warum es in unserem Schlossgarten fast permanent Spinat zum Ernten gibt.

Wir als vegane Rohköstler essen übrigens den Spinat ausschließlich roh, denn nur in diesem Zustand hat er alle Vitamine und Mineralien, die ihn als gesundes Lebensmittel ausmachen. Wird er hingegen gekocht, verliert er diese weitgehend. Man kann ihn wie Salat verwenden oder in Dip-Sauce eintauchen und einfach in den Mund stecken. Was mir auch sehr gut schmeckt ist ein Spinat-Tomaten-Smoothie: Dazu gibt man klein zerrissene Spinatblätter, Kräuter bzw. Wildkräuter aus dem Garten, ein, zwei oder mehrere klein geschnittene Tomaten sowie eine weiche Avocado mit etwas Salz und Tamari-Sauce in das Gefäß eines Hochleistungsmixers und mixt das Ganze auf höchster Stufe durch bis es sämig ist. Dann einfach in Gläser geben und servieren. Schmeckt sehr lecker!

Wenn der Spinat im späteren Frühjahr zu blühen beginnt, kann man ihn nicht mehr essen, da er dann leicht bitter schmeckt. Man kann ihn dann entweder aussamen lassen, wodurch er sich selbstständig im Garten vermehrt und – wenn man Glück hat – nächsten Jahr wie von selbst wiederkommt oder man kann die Samen für die eigene Anzucht verwenden.

Mit herzlichen Grüßen aus unserem Schlossgarten

Ihre Pflanzenfee
Helene Walterskirchen