Endzeit – Die Liebe nicht vor die Säue werfen

 

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von Helene Walterskirchen:

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Helene und Alexandra Walterskirchen

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Viele Menschen sind in Sachen „Liebe“ ungemein naiv und unachtsam. Sie lieben einfach alles und jeden. Das kann doch nicht falsch sein! Heißt es nicht in der Bibel, dass man alle Menschen lieben muss, auch seine Feinde? Hat das nicht Jesus gepredigt? Heute ist es Papst Franziskus, der zur Generalliebe zu allen Menschen aufruft, denn immerhin sind wir doch alle Brüder und Schwestern. In seiner Rede zum Palmsonntag 2020 (gesendet im Domradio am 5.4.2020) sagte er, die Menschen sollten „Ja“ zur Liebe sagen, ohne Wenn und Aber und er rief die Menschen auf, auf Gott zu vertrauen und anderen zu dienen.

Auf seinem Flug in den Irak am 8. März 2021 sagte Papst Franziskus zu Reportern, dass Vorwürfe, er handele gegen die katholische Doktrin und dass er sogar kurz davor stehe, Häresie zu begehen, ein Risiko seien, das er eingehen wolle, um auf dem Weg zur menschlichen Brüderlichkeit (wir sind alle Brüder und Schwestern!) mit Gläubigen anderer Religionen voranzukommen. (LifeSite News vom 10.3.2021)

Also: Per Papstdekret Generalliebe zu allen Menschen, ganz gleich ob gut oder böse, ganz gleich ob sie sich zu Gott bzw. Jesus Christus bekennen oder ob sie Atheisten bzw. Anti-Christen sind? Was aber ist, wenn ich einen, von dem ich weiß, dass er ein Säufer ist und im Suff seine Familie misshandelt, nicht lieben kann? Wenn sich in mir alles dagegen sperrt (also wenn meine Seele sich dagegen wehrt)? Was ist, wenn ich weiß, dass einer, der in der Politik Gesetze erlässt, die ihm und seinen Parteigenossen nutzen, den Bürgern aber schaden, nicht lieben kann? Bin ich dann ein schlechter Mensch? Ein schlechter Christ? Müsste ich nicht fähig sein, auch solche Menschen zu lieben? Müsste ich nicht ihrem Seelenheil dienen, indem ich ihnen meine Liebe schenke? Bin ich dann ein schlechter Mensch, weil ich dazu nicht fähig bin?

Hier müssen wir uns folgendes bewusst machen:

  1. Nicht alle Menschen dieser Welt sind unsere Brüder und Schwestern. Das ist ein Konzept der Neuen Weltordnung, die den Eine-Welt-Staat mit der Einen-Welt-Religion errichten möchte.
  2. Wir müssen nicht alle Menschen dieser Welt lieben. Dem liegt dasselbe Konzept zugrunde, das unsere innere Stimme (Seele, Gewissen, Gott) ausschalten möchte, damit sie ihre Zielsetzung, den „Weltfrieden“ für alle Menschen realisieren können. Genaugenommen nichts anderes als eine „Friedens-Diktatur“, weil der angestrebte Weltfrieden nur eine Strategie ist, die Menschen im großen Stil zu gängeln und zu manipulieren.
  3. Wir müssen daher auch nicht allen anderen Menschen dienen. Hier handelt es sich wiederum um dasselbe Konzept und dieselbe Strategie. Eine riesige Illusionsblase, die errichtet werden soll: eine Gesellschaft, in der jeder Mensch dem anderen dient und zu dienen hat. Und wer dies nicht tut, ist ein unsozialer Mensch, der bestraft werden muss (siehe Sozial-Punkte-System à la China. Wer sich sozial verhält, darf eine Flugreise machen, wer nicht, darf keine Flugreise machen; wer sich sozial verhält darf ins Kino gehen, wer nicht, darf nicht ins Kino gehen usw.)

Wir müssen also folgendes erkennen: Die Liebe, wie sie heute in die Köpfe der Menschen infiltriert wurde und wird, ist die menschliche Liebe einer Menschengruppe, die sich Weltelite New World Order nennt und für die Liebe nur ein Macht- und Manipulierungsinstrument ist.

Die Folge davon: Viele Menschen haben heute keine Ahnung mehr davon, was wahre Liebe ist. Deshalb wollen wir den Katechismus des großen Kirchenlehrers Thomas von Aquin heranziehen und zwar die Ausgabe des Jahres 1882, erschienen im Verlag der Gebrüder Räber, Luzern.

Thomas von Aquin schreibt in seinem Katechismus, III. Erklärung der zwei Gebote der Liebe und der zehn Gebote Gottes (S. 138) von dem Gesetz der Liebe (S. 141)

So gibt es also, wie ausgeführt wurde, ein vierfaches Gesetz: das erste ist das Naturgesetz, welches Gott dem Menschen gleich bei seiner Erschaffung in’s Herz geschrieben hat; das zweite ist das Gesetz der Begierlichkeit; das dritte ist das geschriebene Gesetz; das vierte endlich ist das Gesetz der Liebe und Gnade, welches das Gesetz Christi ist. Nun können aber nicht alle hierüber einem langen Studium obliegen, und deshalb hat Christus ein kurzes Gesetz gegeben, damit Alle es kennen lernen und keiner die Nichtbeobachtung desselben mit Unwissenheit entschuldigen könnte. Und dieses ist das Gesetz der göttlichen Liebe.

Im Folgenden geht Thomas von Aquin auf die erstrebenswerten Wirkungen ein, die das Gesetz der göttlichen Liebe im Menschen erzeugt. Diese Liebe ist etwas vollkommen anderes als die rein menschliche Liebe zu einem anderen Menschen oder einer Sache.

Die erste Wirkung besteht im „geistlichen Leben“, das die göttliche Liebe im Menschen erzeugt.

Was ist damit gemeint? Dass wir dann, wenn wir die göttliche Liebe leben, wie ein Geistlicher werden und ein Leben wie ein Geistlicher (Priester, Mönch, Nonne) führen? Betrachten wir dazu die Ausführungen von Thomas von Aquin:

Denn wie naturgemäß der Liebende den geliebten Gegenstand in sich aufnimmt, so hat auch derjenige, welcher Gott liebt, Gott in sich, nach den Worten des hl. Johannes: ‚Wer in der Liebe bleibt, der bleibt Gott und Gott in ihm‘. Denn es liegt in der Natur der Liebe, dass sie den Liebenden in den Geliebten umwandelt. Wenn wir daher Gemeines und Vergängliches lieben, so werden wir selber auch gemein und unbeständig nach den Worten des Propheten: ‚Sie wurden abscheulich wie dasjenige, was sie liebten‘. Wenn wir aber Gott lieben, so werden wir göttlich.

Was erkennen wir aus diesem Absatz?

Wir sollen nichts „Gemeines“ und „Vergängliches“ lieben, weil wir sonst auch „gemein“ und „unbeständig (vergänglich)“ werden!

Dies bedeutet: Wenn wir beispielsweise in einer Liebesbeziehung mit einer Hure (ob weiblich oder männlich) stehen, dann nehmen wir das Gemeine und Niedere der Hure an und werden selbst gemein und nieder. Wenn wir einen Gewalttäter (ob Mörder oder Vergewaltiger oder Schläger) lieben, dann fließt dessen Gemeines und Niederes in uns ein und wir nehmen das Gemeine und Niedere in uns auf. Wenn wir einen Habgierigen oder Lügner lieben, dann werden wir selbst mit diesen niederen Eigenschaften erfüllt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir kein Mitgefühl mit diesen Wesen haben und ihnen nicht helfen dürfen.

Gleiches gilt, wenn wir einen Menschen lieben – sei dies ein Mann oder eine Frau oder auch unser Kind oder unsere Eltern -, dann ist diese Liebe nicht unbedingt gemein, aber sie ist vergänglich. Warum? Weil der Mensch, den wir lieben, vergänglich ist. Er kann sterben und mit seinem Tod stirbt auch unsere Liebe zu ihm/ihr (zumindest auf der physischen Ebene). Er/Sie kann uns verlassen und sich einer anderen Liebe zuwenden, auch dann stirbt unsere Liebe zu ihm/ihr.

Unsere Erkenntnis daraus: Wenn unsere Liebe eine menschliche Liebe ist und damit eine Liebe zu einem anderen Menschen, gibt sie uns nur das, was der Geliebte selbst ist: Ist er ein friedvoller Mensch, dann vermag sie uns auf der irdischen Ebene Friedvolles zu geben; ist er hingegen ein aggressiver Mensch werden wir selbst die Eigenschaft der Aggression in uns aufnehmen. Ob „gut“ oder „schlecht“, beiden Lieben ist eines gemeinsam: sie sind vergänglich und vergehen früher oder später.

Dies bedeutet in der Folge: Wir können uns in Sachen Liebe auf der menschlichen, irdischen, physischen, materiellen Ebene bewegen. Wir bewegen uns damit aber nicht auf der geistlichen Ebene. Nur durch die Liebe zu Gott bzw. Christus bewegen wir uns in der geistlichen Ebene. Denn, wie der Apostel Paulus sagt: „Wer dem Herrn anhängt, wird ein Geist mit ihm.“ (1. Kor. 617)

Nur durch die Liebe zu Gott (Christus) und dadurch, dass die Liebe in der Seele des Menschen wohnt, kann die Seele lebendig, tugendhaft und vollkommen sein; ohne diese Liebe ist sie im Guten untätig nach den Worten des hl. Johannes (1 Joh.3,14): „Wer nicht liebt, der bleibt im Tode. Und hätte einer auch alle Gaben des heiligen Geistes, besäße aber die Liebe nicht, so hätte er das Leben nicht. Denn weder die Sprachengabe, noch die Gabe des Glaubens, noch irgend eine andere Gabe können ohne die Liebe das Leben verleihen. Es verhält sich damit gleichsam, wie mit einem toten Leibe, der nicht aufhört tot zu sein, auch wenn man ihn mit Gold und Edelsteinen schmückt. Hierin also besteht die erste Wirkung der Liebe.“

Dies bedeutet, dass wir nur durch die göttliche Liebe, die Liebe zu Gott (Christus) das geistliche Leben bekommen, d.h. unser Geist und unsere Seele sind erfüllt von Leben bzw. Lebendigkeit.

Sind wir hingegen erfüllt von einer menschlichen bzw. irdischen Liebe, so bekommen wir allenfalls ein menschliches bzw. irdisches Leben bzw. Lebendigkeit. Man kennt es von sich selbst: Verliebt man sich in einen Menschen so erwacht man scheinbar zu neuem Leben: Man ist voller Lebensfreude, man hüpft herum, man scherzt, man ist voller Lebenshunger. Das hat mit dem eigenen Geist und der eigenen Seele nichts zu tun, allenfalls mit der Psyche, dem Ego und der Wollust, die nun alles rosarot sieht. Das geistliche Leben, das die neue Liebe auf der irdischen Ebene erzeugt, kommt nicht im Geist und in der Seele zum Tragen. Dort kann es dagegen wie tot sein, was wir aber in der Regel durch unseren Liebeswahn nicht wahrnehmen. Wie tot es dort sein kann, erfährt man erst dann, wenn das Verliebtsein plötzlich zum Ende kommt, indem man vom Geliebten verlassen wird. Von einem Tag auf den anderen verschwindet die scheinbare Lebensfreude und es macht sich ein lebloser Starrezustand bzw. eine Depression breit.

Was wir also brauchen, ist zuerst eine Liebe zu Gott (Christus), die in uns wohnen muss und in uns ein geistliches Leben erzeugt. Besteht diese Basis, so können wir uns – wenn wir den Wunsch dazu verspüren – einer menschlichen, irdischen Liebe zuwenden und diese in uns zulassen. Vorausgesetzt, der/die wir lieben ist ein guter Mensch und in der Liebe zu Gott verhaftet. Deshalb sollten wir ganz genau prüfen, wem wir unsere menschliche, irdische Liebe schenken und uns fragen: „Welche Charaktereigenschaften hat dieser Mensch? Wie steht er/sie zu Gott? Wie steht es mit seiner/ihrer Liebe zu Gott (Christus)?“

Unser persönlicher Liebesweg sollte also wie folgt lauten:

  1. In die göttliche Liebe zu Gott (Christus) eintreten und diese lebendig werden lassen und diese festigen.
  2. Wenn gewünscht, sich einer menschlichen Liebe öffnen, jedoch vorher den Menschen prüfen, ob er/sie ein tugendhafter, guter, Gott (Christus) verbundener Mensch ist und ob er/sie der Liebe, die man ihm/ihr schenken möchte wert ist. Ist er/sie es wert, ihm/ihr auch dienen, wenn erforderlich.
  3. Seine Liebe nicht einem niederen, gemeinen, Gott (Christus) fernen oder Gott (Christus) frevelnden, in den Todsünden verhafteten Menschen schenken, um von ihm/ihr nicht verschmutzt und in niedere Dimension herabgezogen zu werden. Einem solchen Menschen auch nicht dienen, denn damit würde man die Liebe vor die Säue werfen.
  4. Die menschliche Liebe niemals über die Liebe zu Gott (Christus) stellen, denn die menschliche Liebe ist vergänglich und begrenzt. Die Liebe zu Gott (Christus) hingegen besteht ewiglich und ist uns ein lebenslanger starker Begleiter und Führer. Die menschliche Liebe kann uns enttäuschen und schmerzen. Die Liebe Gottes (Christus) hingen wird uns niemals enttäuschen und schmerzen (wenn wir uns selbst nicht darin von anderen beeinflussen und manipulieren lassen).
  5. Die menschliche Liebe, die man erleben darf, z.B. die Liebe zum eigenen Kind, einem Mann/einer Frau oder einer treuen Mitarbeiterin, als Geschenk Gottes betrachten. Diese Liebe hat man sich nicht selbst geschenkt, sondern sie wurde uns von Gott (Christus) geschenkt. Sie kann mit einen Dienst verbunden sein, den man sich in diesem Leben gegenseitig schenken darf/soll, weil es Gott so vorgesehen hat. Man sollte also dankbar dafür sein und gezielt Gott (Christus) dafür danken. Eine Verhaftung an diesen Menschen, an diese Liebe sollte vermieden werden nach dem Motto: Gott hat es gegeben, Gott wird (kann) es auch jederzeit wieder nehmen.
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Abschlussgedanke: Wenn also heute durch die Weltelite des geplanten Eine-Welt-Staates und der Einen-Welt-Religion, zu der auch Papst Franziskus sowie ein Teil der Bischöfe und Kardinäle gehören, gepredigt wird, man solle alle Menschen dieser Welt wie seine Brüder und Schwestern lieben und jedem dienen, so widerspricht das den ursprünglichen und wahren Gesetzen der göttlichen Liebe.

Wie tröstlich: Ein Papst ist nicht Gott! Und das, was er sagt, ist nicht göttlich, sondern unterliegt den Strömungen dieser Welt und dient den Interessen einer freimaurerischen Elite.