Erzbischof Viganòs Rede über den Niedergang der Marienverehrung und die Novus Ordo Messe

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von Maike Hickson
übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Walterskirchen

Maike Hickson

Erzbischof Carlo Maria Viganò schreibt Unserer Lieben Frau das „Geschenk“ seiner „Bekehrung“ zu. Er sagt: „Was Ketzer aller Zeiten verbindet, ist ihre Intoleranz gegenüber der Verehrung, die der Heiligen Jungfrau Maria vorbehalten ist, und der Mariologie, die diese Verehrung voraussetzt und deren liturgischer Ausdruck sie ist.“

 

Donnerstag, 6. Mai 2021 (LifeSiteNews) – In einem neuen Interview ist Erzbischof Carlo Maria Viganò nochmals auf das Thema des Zweiten Vatikanischen Konzils, den Verlust der Marienverehrung, die dem Konzil folgte, sowie die Mängel der Novus Ordo-Messe zurückgekommen.

Im Gespräch mit der italienischen Website Radio Spada – dies ist der zweite Teil von zwei Teilen eines Interviews (hier Teil eins) – sieht der italienische Prälat eine satanische Beteiligung am Niedergang der Verehrung Unserer Lieben Frau nach dem Konzil und erklärt, dass „das Geschenk meiner ‚Bekehrung‘ – mein Bewusstsein für die konziliare Täuschung und den gegenwärtigen Glaubensabfall – dank meiner ständigen Hingabe an die Gottesmutter möglich wurde, die ich nie aufgehört habe zu haben.“ Erzbischof Viganò beschreibt, wie die Muttergottes untergraben und sogar in ihrer Rolle als Co-Redemptrix geleugnet wurde und weist darauf hin, dass, „Was Ketzer aller Zeiten verbindet, ist ihre Intoleranz gegenüber der Verehrung, die der Heiligen Jungfrau Maria vorbehalten ist, und der Mariologie, die diese Verehrung voraussetzt und deren liturgischer Ausdruck sie ist. Überdies ist das nicht überraschend: Satan sieht in der Mutter Gottes diejenige, die in ihrem Sohn das Haupt der alten Schlange zerquetscht hat, diejenige, die im Laufe der Geschichte die Angriffe der Hölle gegen die Kirche besiegt hat und diejenige, die am Ende der Zeit den endgültigen Sieg über den Antichristen und den Satan erringen wird.“

Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass die Heilige Dreifaltigkeit „erfreut ist, das Werk der Erlösung mit Unserer Lieben Frau zu teilen“, welcher so viele besondere Gaben gewährt wurden, einschließlich ihrer makellosen Empfängnis und ihrer ewigen Jungfräulichkeit. „In Maria, der neuen Eva, sieht Satan das Geschöpf, das über ihn triumphiert und Wiedergutmachung für die Versuchung und den Fall Evas leistet. Deshalb ist sie Miterlöserin in Vereinigung mit Christus, dem neuen Adam.“

Erzbischof Viganò erläutert weiter: „Das ist der Grund, warum Satan „the lady“,[die Frau] – wie er sie bei Exorzismen nennt – hasst: Er weiß nur zu gut, dass die Kraft Jesu Christi nicht im geringsten von Seiner Mutter verdeckt wird, sondern vielmehr von Ihr erhöht wird, denn während der Stolz des Satans Ihn in die Hölle versenkt hat, hat Ihre Demut Sie über alle Geschöpfe erhöht und es Ihr ermöglicht, den Sohn Gottes in Ihrem Leib zu tragen, dessen Inkarnation, in der Er einen menschlichen Körper annahm, Luzifer nicht tolerieren konnte.“

Der Prälat besprach ferner das Problem des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Tatsache, dass „die Konzilskirche die liturgischen und doktrinären Positionen des Protestantismus einnahm“. Ein Teil dieser Protestantisierung der Kirche nach dem Zweiten Vatikanum ist in der Abnahme der Marienverehrung zu sehen, wie der Erzbischof erklärt:

„Der Niedergang der Marienverehrung nach dem Konzil ist nur der jüngste –  und ich würde sagen, der abweichendste und skandalöseste –  Ausdruck der Aversion Satans gegen die Königin des Himmels. Er ist eines der Zeichen dafür, dass diese Versammlung nicht von Gott kam, genauso wie diejenigen, die es wagen, die Titel und Verdienste der Allerheiligsten Jungfrau in Frage zu stellen, nicht von Gott kommen. Auf der anderen Seite, welcher Sohn würde es zulassen, dass seine eigene Mutter niedergeschlagen wird, um den Feinden seines Vaters zu gefallen? Und wie viel ernster ist diese erbärmliche Komplizenschaft mit Ketzern und Heiden, wenn es um die Ehre der Mutter Gottes und Unserer Mutter geht? Die Geliebte der Dreifaltigkeit wurde von Gott dem Vater als Seine Tochter, von Gott, dem Sohn, als Seiner Mutter und von Gott dem Heiligen Geist als Seine Braut ausgewählt.. Es wird die Heilige Jungfrau mit ihrer Ferse sein, die die höllischen Götzen zermalmen wird, welche die Kirche ihres Sohnes heimsuchen und entweihen. Sie ist diejenige, die Ihrem Sohn die königliche Krone zurückgeben wird, der von Seinen eigenen Ministern verdrängt wurde. Sie ist diejenige, die das Gute in dieser Stunde der Dunkelheit unterstützt und beschützt. Sie ist diejenige, die die Gnaden der Bekehrung und Buße für die Sünder anfleht.“

Wie hier zu sehen ist, geht Erzbischof Viganò sogar soweit zu sagen, dass ein Rat, der zur Untergrabung der Gottesmutter geführt hat, sicherlich nicht „von Gott kommen“ konnte.

Er macht auch eine andere starke Aussage: In seinen Augen sollte die Novus Ordo Messe eines Tages abgeschafft werden. Er erörtert zunächst das Problem, zwei Formen des lateinischen Ritus zu haben – die „gewöhnliche“ und die „außergewöhnliche“ Form – und sagt, dass es

„nur schwer aufrechtzuerhalten ist, dass der mystische Leib das liturgische Gebet – eine offizielle, feierliche und öffentliche Handlung – mit doppelter Stimme zu Seinem Kopf erheben kann: Diese zweifache Natur kann Doppelzüngigkeit bedeuten und widerspricht der Einfachheit und Linearität der katholischen Wahrheit, ebenso wie sie Gott zuwider ist, dessen Wort ewig ist und die zweite Person der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist.“

Seiner Ansicht nach kann „Christus den Vater nicht mit einer vollkommenen Stimme ansprechen – die die Innovatoren die „außergewöhnliche Form“ nennen – und gleichzeitig mit einer unvollkommenen Stimme, die den Feinden Gottes in einer „gewöhnlichen Form“ zuzwinkert.“

Angesichts dieser scharfen Kritik an der Novus Ordo-Messe erklärt Erzbischof Viganò, dass er zu diesem Zeitpunkt der Ansicht ist, dass die aktuelle Situation für eine bestimmte Zeit „als Übergangsphase“ akzeptiert werden muss, in der die traditionelle Liturgie sich weiter ausbreiten kann, wodurch „den Seelen viel Gutes getan wird, angesichts der notwendigen Rückkehr zum Einen Katholischen Ritus und der unverzichtbaren Abschaffung seiner konziliaren Version“. Das heißt, Viganò ist der Meinung, dass die Novus Ordo-Messe irgendwann in der Geschichte abgeschafft werden muss. Er sagt:

„Vergessen wir nicht, dass sich die Kirche in der Liturgie an die Majestät Gottes wendet, nicht an die Menschen; die getauften, lebenden Mitglieder der Kirche vereinen sich im liturgischen Gebet mit Hilfe der geistlichen Amtsträger, die „Hohepriester“ zwischen ihnen und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sind. Die Liturgie zu einer Art anthropozentrischem Ereignis zu machen, ist dem katholischen Geist am fremdesten.“

 

Das ganze Interview in Englisch können Sie auf der Website von LifeSiteNews lesen:

www.lifesitenews.com/blogs/in-new-interview-abp.vigano-discusses-vatican-ii-decline-of-marian-devotion-and-the-novus-ordo-mass

Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Website von LifeSiteNews am 6. Mai 2021