Gelebte Kultur im Wandel: Auswandern in eine andere Welt

 

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von Helene Walterskirchen:

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Helene Walterskirchen

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Früher gab es auf der Welt verschiedene Länder mit unterschiedlichen politischen oder religiösen Systemen sowie Kultur- und Gesellschaftsstrukturen. War man mit den Bedingungen des Landes, in dem man lebte, nicht zufrieden, konnte man in ein Land auswandern, das einem mehr entsprach und Zufriedenheit versprach.

Heute ist das nicht mehr möglich, da es praktisch auf der ganzen Welt und in allen Ländern ziemlich gleich ist, wie man z.B. an der Pandemie-Problematik oder dem zunehmenden politischen Wandel in Richtung Kommunismus sieht. Man wird nirgendwo auf der Welt ein Land finden, wo diese beiden Themen heute nicht das gesamte Leben dominieren und auf unschöne Weise beeinträchtigen.

Eine schwierige Situation für die Menschen dieser Welt, da sie in ihnen ein großes Stück Hoffnung zunichte macht – Hoffnung auf ein neues, besseres, freieres Leben in einem anderen Land. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt, aber, wenn sie stirbt, fällt der Mensch ins Nichts, wo Hoffnungslosigkeit, Resignation und Depression herrschen. Dies ist heute häufig der Fall, weswegen auch die Suizide so enorm zugenommen haben. Wer möchte schon gerne in einer solchen Welt, wie wir sie heute haben, leben!

Bei manchen Menschen mag noch ein Quäntchen Hoffnung bestehen. Sie hoffen auf ein Wunder, auf einen Messias, der sie retten wird und die Welt so verändern wird, dass sie wieder ein Platz ist, auf dem das Leben lebenswert ist und man gerne lebt. Jetzt leben die meisten Menschen nicht gerne, was jedoch nicht stimmt, denn eigentlich leben sie gerne, allerdings nicht in der Welt, wie sie heute besteht.

Doch die Hoffnung auf einen Überretter, einen Messias, ist eine Sache, die nicht in den Händen der Menschen liegt, sondern bei Gott. Und da ist man bei der Krux des Ganzen: Was möchte Gott für uns? Was ist sein Plan für die Menschheit? Was hat er für diese Welt vorgesehen? Wir wissen es nicht genau. Wir können nur mutmaßen und eigene Schlüsse ziehen, die aber letztlich nur unsere persönlichen Mutmaßungen sind.

Eine schwierige Situation, mit der wir uns Menschen konfrontiert sehen. Eine scheinbar schwierige, denn sie beinhaltet zwei elementare Sichtweisen: Die erste ist die, dass wir sie als überschwierig betrachten und in die Hoffnungslosigkeit rutschen. Die zweite ist die, dass wir die Haltung einnehmen: Ich vertraue auf den Plan Gottes. ER weiß, warum das alles heute so ist. ER hat seine Gründe dafür.

Aus der zweiten Haltung heraus können wir ins Ur-Vertrauen kommen und brauchen uns nicht zu fürchten vor dem was ist und kommen wird. Und wir können uns in dieser Zeit so verhalten, dass wir trotz allem zufrieden sind und nicht in den Unfrieden abgleiten. Wer sich jedoch als Opfer einer schicksalhaften Entwicklung und von bösen Mächten sieht, der wird zutiefst unzufrieden sein und in den Unfrieden abrutschen, begleitet von Angst und einem ständigen Hader mit Gott, weil ER den Menschen nicht hilft.

Vielleicht kommt man ja dadurch auch zum Beten, weil man sich denkt, durch dieses kommt die gewünschte oder erwartete Hilfe und die Rettung. Wenn das Gebet aber als Hintergedanken die vermeintliche Errettung hat und nicht wirklich aufrichtig aus dem Herzen kommt, wird es seinen Heilsgedanken verfehlen. Es ist ein egoistisches Gebet aus der Berechnung heraus. Es muss die echte Erkenntnis und wahre Hingabe beinhalten, sozusagen ein Schalter, der auf Dauer umgeschaltet wird und nicht nur für die Notsituation.

Man wandert gewissermaßen zu Gott aus, in einen anderen Lebens- und Glaubensstil, begründet in der Erkenntnis, dass allem Gottes Plan zugrunde liegt. Diesem Plan müssen wir vertrauen und als Prüfung annehmen. Wenn wir die Pandemie leugnen und uns gegen ihre Existenz wehren, können wir die in ihr enthaltene Prüfung nicht annehmen. Ob sie real ist oder nicht, ob sie womöglich eine Taktik der Weltelite ist oder nicht – das ist unerheblich, es zählt nur eines: sie ist so real in unserem Leben geworden, dass wir aufgefordert sind, mit ihr umzugehen. Worum wir uns kümmern müssen ist die Frage, wie wir persönlich mit ihr umgehen. Gehen wir vor ihr in die Knie? Löst sie bei uns Ängste aus, so dass wir ständig zittern und bangen? Vertrauen wir blindlings denen, die uns dies und jenes weis machen wollen? Verlieren wir jegliche Lebensfreude und sehen nur noch alles schwarz? Lassen wir uns soziale Kontakte nehmen und in die Isolation einsperren?

Wenn wir vor der Pandemie in die Knie gehen und uns vor der Zukunft, die sie uns noch bringen wird, fürchten, wenn wir von morgens bis abends nur noch an die Pandemie denken, wenn wir nicht mehr lieben, nicht mehr zur Ruhe kommen können, dann sind wir von einem Leben in der Hölle nicht weit entfernt und wir werden vor den bekannten Höllenqualen gebeutelt. Dann sehen wir natürlich nirgendwo auf der Welt einen Platz, wohin wir uns flüchten können, wohin wir auswandern können.

Wer aber ein Mensch ist, in dem Gott lebt, der dem Willen und Plan Gottes vertraut, der kann aufrecht auch in Zeiten der Pandemie gehen, aufrecht und ohne Angst, weil er trotz allem zur Ruhe kommen kann, in Frieden und in der Liebe sein kann. Der muss sich nicht fürchten, der muss nicht rebellieren, der muss nicht hassen, die Pandemie und all jene, die die Verordnungen machen, die man nicht will, die keinen Sinn geben und dem eigenen Ego zuwider gehen.

Die Menschheit ist schon durch viele Krisen gegangen, durch Kriege, Pandemien, Hungersnöte, Diktaturen, und ist darin nicht untergegangen, sondern wieder, neu gestärkt, hervorgegangen. Freilich hat es so manche Leben, und teilweise sogar viele Leben gekostet, aber sie sind die Märtyrer, die in uns und durch uns weiterleben. In so manchen Krisen haben Menschen die in ihnen innewohnenden Kräfte entdeckt und sie für das Wohl ihrer Mitmenschen und einer besseren Welt eingesetzt. Und nicht selten haben sie sich verstärkt unter den Schutz Gottes gestellt, verstärkt zu IHM gebetet und so dazu beigetragen, das göttliche Kraftfeld auf der Erde zu stärken, so dass die Hölle, die aufgeblasen war wie ein großer Ballon, Luft verloren hat und geschrumpft ist.

Nicht das Auswandern in ein anderes Land ist der Schlüssel, sondern das eigene Leben so zu gestalten, dass es nicht den Kräften der Hölle dient, sondern den Kräften des Himmels. Angst ist eine Kraft der Hölle, ebenso Zorn, Gewalt und Hass; Mut, Aufrichtigkeit, Gottesvertrauen und Nächstenliebe hingen sind Kräfte des Himmels.

Wir Menschen sind Kulturwesen mit einer in uns innewohnenden Kultur-Matrix. Dennoch befinden wir uns in einer permanenten Kulturentwicklung, in der wir unsere innere Kulturlandschaft mit der im Außen vergleichen, angleichen, optimieren oder ihre traditionelle Form beibehalten, weil sie die beständigste ist und unserer inneren Kultur-Matrix am besten entspricht. Wir können die äußere Matrix, z.B. in Form einer Pandemie und ihrer Strukturen, die dabei aufgebaut werden, nicht verändern, aber wir können unsere innere Kultur-Matrix angleichen oder verändern oder als für uns beste erkennen und daraus unsere Schlüsse für unsere Entscheidungen und unser Verhalten ziehen.

Wir müssen dem Leben (und denen, die heute unser Leben steuern wollen) zeigen, dass wir mit jeder Situation, mag sie noch so schwierig sein, gut umgehen können und ihr gewachsen sind. Sie können uns weder unsere Lebensfreue noch unseren Mut, weder unsere Liebe noch Hingabe an Gott nehmen. Nicht wir sind David und sie der Goliath, sondern es verhält sich genau umgekehrt – wenn wir die richtige Einstellung haben.

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