Gemeinschafts-Projekt: Errichtung eines Gewächshauses

Ein Gemeinschaftswerk der Firmen EPH Schmidt, Hornbach, Gartenscheune, Floragard, BioGreen, Plantaqenz, Herkuplast, Spang, Jungpflanzen Stefan, Zeolithwelt, Humusziegel, Biplantol, ESB Stadthalter, SANlight, Sägewerk Herz

von Helene Walterskirchen/9.1.2020

 

 

 

Alexandra Walterskirchen, Projektleiterin „Permakultur-Versuchsanbau Schloss Rudolfshausen“, im neuen Gewächshaus (28.12.2019)

 

Um in unserem Schlossgarten Rudolfshausen einen weiteren Versuchsbereich zu betreiben, beschlossen wir im Herbst 2019, im südlichen Schlossgarten, nahe dem Gartenhaus und neben dem Folienhaus, ein Gewächshaus zu errichten. Wir machten uns auf die Suche nach Firmen, die bei diesem Projekt mitmachen und uns die entsprechenden Materialien zur Verfügung stellen sollten und fanden alsbald die Partner für unser neues Gemeinschaftsprojekt „Gewächshaus Schloss Rudolfshausen“.

Die Firmen EPH Schmidt aus Dortmund und Hornbach aus Kempten stellten uns ein Gewächshaus, Vitavia Zeus Comfort 15700, 258,4 x 614 cm samt Zubehör, z.B. automatischer Fensteröffner, Wandregale, mit Plastikscheiben sowie mit alternativen Glasscheiben zur Verfügung. Bereits kurz nach der Zusage wurden die Einzelteile per Spedition zu uns ins Schloss geliefert. Unser Schloss-Hausmeister, Günther Schöppner, schuf für das Gewächshaus den notwendigen Untergrund auf einzementierten Pfosten, darüber baute er einen Untergrundrahmen aus Holz auf und auf diesem errichtete er sodann die Metallverstrebungen, in die er anschließend die Dach- und Seitenscheiben einfügte. Damit man von der Straßenseite nicht ins Gewächshaus schauen kann, wie dies bei einer Glasfront der Fall gewesen wäre, wählten wir die milchigen Plastikscheiben. Zur Gartenseite hin jedoch wählten wir die transparenten Glasscheiben. Auch das Dach ist nicht in Glas, sondern in Plastik, so dass möglicher Hagel keinen Glasschaden anrichten kann.

Der gesamte Aufbau des Gewächshauses (1 Mann-Aufbau!) dauerte rund eine Woche.

 

Schloss-Hausmeister, Günther Schöppner, beim Aufbau des Gewächshauses (Ende Oktober)

 

Der Innenbereich des neuen Gewächshauses wurde mit Kokosvliesen der Firma Gartenscheune ausgelegt. Darauf kamen dann die Bodenbeete sowie der Basaltsplitt als Gehzone (Anfang November)

 

Nachdem der Aufbau des Gewächshauses erfolgreich abgeschlossen war, ging es an die Gestaltung des Innnenbereichs. Uns schwebte vor, das Gewächshaus über den Winter mit Spinat, Feldsalat, Kopfsalat, Postelein, Zwiebeln usw. zu bebauen. Zudem wollten wir Tomaten, Chili und Basilikum frostfrei überwintern. Dafür mussten wir eine Temperatur von mind. 6 Grad C ermöglichen, was bedeutete: wir brauchten eine Gewächshausheizung. Diese stellte uns unser Kooperationspartner BioGreen zur Verfügung, ebenso die entsprechenden Holzhochbeete, die wir jedoch nicht, wie ursprünglich geplant, innerhalb des Gewächshauses, sondern direkt anschließend an das Gewächshaus positionierten, wo sie geschützt waren und die ideale Temperatur z.B. für Feldsalat boten.

Weiterhin benötigten wir Pflanzlampen für das Pflanzenwachstum, denn im Winter reicht die Tagesbeleuchtung, die in der Regel von 8.00 Uhr morgens bis um ca. 17.00 dauert, nicht dafür, dass die Pflanzen wie Basilikum oder Kopfsalat genügend Licht haben, um zu wachsen. Sie brauchen dafür mind. 14 Stunden Tageslicht. Deshalb entschieden wir uns für die entsprechenden Pflanzlampen von SANlight, die unser Elektro-Meister Björn Stadthalter im Gartenhaus verlegte und installierten zudem eine Zeitschaltuhr, damit die Lampen während der dunklen und lichtarmen Wintermonate von 6.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends scheinen. Zudem sorg die automatische Heizung von BioGreen dafür, dass die Temperatur nicht unter 6o C absinkt. Das ist besonders wichtig, denn bei Frost können über Nacht empfindliche Pflanzen eingehen, wie wir es leider erleben mussten bei unseren Tomaten, Chili, Basilikum ehe wir die Pflanzheizung installiert hatten.

 

Gewächshaus-Pflanzbeleuchtung und –Heizung sorgen für Licht und Wärme zum Wachstum der Pflanzen

 

Der fast fertige Innenbereich des Gewächshauses mit den in der kalten Jahreszeit abgedeckten BioGreen Außenbeeten daneben

 

Für den Pflanz-Innenbereich des Gewächshauses entschieden wir uns für Bodenbeete, die ein möglichst naturnahes Anbauen im Erdboden ermöglichen sollten. Auf den Bodenuntergrund gaben wir ein Kokosvlies der Firma Gartenscheune, das in einigen Monaten verrotten würde, am Anfang jedoch Schutz für die Jungpflanzen bot, insbesondere auch in Sachen Feuchtigkeit, als Wasserspeicher, da der Boden dort sehr steinig und trocken ist.

Einige Lärchenholzbretter (vom Sägewerk Herz) bildeten ganz unkompliziert die Beetumrandungen. In die Beete füllten wir Bio-Pflanzerde der Firma Floragard, dazu getrockneten Pferdedünger der Firma Plantaqens (bitte vorher unbedingt einweichen bzw. eingießen, damit er nicht im Gewächshaus schimmelt!) sowie Mykorrhiza der Firma Biplantol und Zeolith der Firma Zeolithwelt und zur Luftigkeit und besseren Wasserspeicherung aufgequollene (mit Wasser) Kokosziegel. Damit war das Pflanzsubstrat für das Einpflanzen der Jungpflanzen geschaffen.

Den Gehbereich füllten wir mit schwarzem Basaltsplitt der Firma ZierkiesundSplitt.de. Dort sollte das Überwinterungszelt Arctic von BioGreen stehen mit den Anzuchtplatten, um den Sämlingen wärmere Temperaturen als 6o C zu ermöglichen. Weiter wollten wir dort unsere Gießkannen sowie einen Gartenstuhl und/oder evtl. auch Pflanzentöpfe positionieren.

 

Anzuchtplatten der Firma Herkuplast mit Sämlingen von Spinat und Feldsalat im Arctic Überwinterungszelt im Gewächshaus. Weitere Anzucht erfolgt auch in Tontöpfen der Firma Spang

 

Einen Teil der Jungpflanzen für das Gewächshaus stellte uns die Firma Demeter Jungpflanzen Stefan aus Aldersbach zur Verfügung, u.a. Spinat, Salat und Postelein. Die übrigen Pflanzen haben wir selbst gezogen. Leider stellte sich schnell eine beginnende Schneckenplage ein, deren Ursache wohl die zum Überwintern hereingeholten Freilandtomaten waren. Wir werden diese nun mit biologischem Schneckenkorn von Neudorff behandeln.

 

Status 9. Januar 2020: Die Pflanzen, hier Spinat und Postelein, sind sehr gut angewachsen und entwickeln sich prächtig – ein Zeichen, dass sie sich im Gewächshaus wohl fühlen.

 

Wir werden weiter in diesem Jahr über unseren Permakultur-Anbau im neuen Gewächshaus sowie über unsere Erfahrungen berichten. Übrigens hat unser neues Gewächshaus (zusammen mit dem anschließenden Folienhaus) unser Indoor-Gardening im Schlossgebäude, wie wir es im vergangenen Winter praktizierten, abgelöst. Obwohl es durchaus einige positive Erfahrung mit dem Indoor-Gardening gegeben hat, empfanden wir es insgesamt als zu unnatürlich und aufwendig. Wir hoffen, dass sich das mit dem Gewächshaus und Folienhaus ändert. Dabei handelt es sich natürlich auch um „Häuser“, aber dennoch draußen in der Natur und damit ein ganzes Stück naturnäher. So haben die Pflanzen zumindest Erdkontakt und Tageslicht. Insgesamt jedoch freuen wir uns wieder auf das Frühjahr und den Anbau draußen in der Natur, weil es dann den Pflanzen einfach besser geht und sie ein natürlicheres Umfeld haben.

 

 

Wir danken den beteiligten Firmen herzlich:

 

EPH Schmidt: Gewächshaus

 

 

Hornbach, Kempten: Gewächshaus

 

 

Gartenscheune: Kokosvlies

 

 

Floragard: Bio-Pflanzenerde

 

 

BioGreen: Gewächshausheizung, Hochbeete, Arctic Winterzelt

 

 

Herkuplast: Anzuchtplatten

 

 

Spang: Tontöpfe

 

 

Jungpflanzen Stefan: Jungpflanzen

 

 

Zeolithwelt: Zeolith

 

 

Humusziegel: Kokosziegel

 

 

Plantaqenz: Pferdedünger

 

Biplantol: Mykorrhiza

 

Björn Stadthalter: Elektroinstallationen

 

 

SANlight: Pflanzlampen

 

 

Sägewerk Herz: Lärchenholz

 

 

 

Helene und Alexandra Walterskirchen sowie das gesamte Team von Schloss Rudolfshausen

 

 

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