Handgefertigte Langerweher Gärtöpfe – Multifunktionsgefäße in Küche und Vorratshaltung

von Alexandra Walterskirchen

 

Langerweher Steinzeug-Gärtöpfe auf unserem Dachboden von Schloss Rudolfshausen

 

Für frühere Kulturen war Vorratshaltung eine lebensnotwendige Sache, denn es gab immer wieder Zeiten, in denen Hunger herrschte, und die Menschen von den Vorräten leben mussten. Die Vorräte wurden in großen Steingut bzw. Keramikgefäßen aufbewahrt. Die Verwendung solcher Amphoren zur Vorratshaltung oder für Lebensmittel ist sehr alt und findet sich bereits vor vielen tausenden von Jahren bei den alten Ägyptern, Griechen und Römern. In den letzten hundert Jahren sind einige neue Formen und Modifikationen hinzugekommen, darunter der so genannte Gärtopf, der durch seine spezielle Rinne, die mit Wasser befüllt wird, die anaerobe Fermentation (d.h. ohne Sauerstoff) von Sauerkraut, Blaukraut und anderen Gemüsesorten wie Mixed Pickles ermöglicht.

Die Kultur der Vorratshaltung ist heute bei vielen Menschen verloren gegangen. Das große Warenangebot in den Super-Märkten erscheint ihnen als genug Vorrat für eventuelle Notzeiten. Auch fehlen oft die entsprechend großen Keller und Dachböden, insbesondere in Wohnblocks, um eine Vorratshaltung zu betreiben.

Wir in Schloss Rudolfshausen praktizieren seit mehreren Jahren eine umfassende Vorratshaltung, eine Eigenschaft, die wir von unseren Vorfahren übernommen haben. Dabei kommt uns zugute, dass es in unserem Schloss einen sehr großen Dachboden gibt, wo wir all unsere Vorräte trocken lagern können. Für die Lagerung nehmen wir die Lebensmittel aus ihren Verpackungen, die sehr oft aus Plastik sind, und füllen sie in Gefäße, die aus Naturmaterialien sind, damit sie unsere biologischen und ökologischen Lebensmittel nicht durch Schadstoffe oder Giftstoffe beeinträchtigen. Ein Teil dieser Gefäße ist aus Glas, ein anderer Teil aus Steinzeug oder Keramik. Gefäße dieser Art verwenden wir übrigens auch für die Fermentation von Sauerkraut, Blaukraut, Essiggurken oder Mixed Pickles, die wir in unserem Natursteinkeller lagern.

Wir haben uns über die Jahre ein großes Sortiment an Steingut- und Keramik-Töpfen verschiedener Größen zugelegt – es dürften wohl um die 50 sein. Darunter befinden sich auch handgefertigte Gärtöpfe in 12 l oder 15 l Größe, die aussehen wie antike Amphoren. Solche Unikate wiegen wesentlich mehr als die industriell angefertigten Gärtöpfe. Wir haben von Anfang an großen Wert darauf gelegt, dass die Töpfe schadstoff- und giftstofffrei sind, jedoch haben wir im Laufe der Zeit festgestellt, dass manche darunter sind, die nicht, wie angegeben, aus Vollkeramik sein können. So haben wir bei der weiteren Suche bzw. beim Kauf noch höhere Kriterien an die Steingut- und Keramik-Töpfe gesetzt und sind vor nicht allzu langer Zeit auf die Töpferei Langerwehe gestoßen.

Die Töpferei Langerwehe liegt im Dorf gleichen Namens am Rande des Naturparks Nordeifel, zwischen Düren und Aachen. Bereits seit dem 12. Jahrhundert wird hier Keramik hergestellt, da es rund um den Ort reichhaltige Tonlagerstätten gibt. Der graue Steinzeugton eignet sich hervorragend für die Fertigung von salzglasiertem Steinzeug. Diese Tradition führt die Familien-Töpferei Langerwehe fort, die heute von den beiden Töpfermeistern Edmund Rennertz und Rudolf Rennertz geleitet wird und verschiedene salzglasierte Keramikwaren u.a. für Küche, Garten und zur Dekoration herstellt.

Diese handgetöpferten Steinzeug-Gärtöpfe sind mit einer natürlichen Salzglasur versehen und bleifrei, was für uns als gesundheitsbewusste Menschen sehr wichtig ist, da die darin aufbewahrten Lebensmittel, die in direktem Kontakt mit den Töpfen sind, deren Stoffe aufnehmen. Ein ganz großer Pluspunkt sind zudem die praktischen Griffe der Töpfe, die man gut greifen kann. Immer wieder mussten wir nämlich bei industriellen oder anderen handgefertigten Gärtöpfen erleben, dass die Griffe schlichtweg gar nicht zum Greifen oder so ungünstig geformt waren, dass man mit den Händen abrutschte, wodurch so mancher Topf zu Bruch ging. Bei den handgetöpferten Gärtöpfen der Langerweher Töpferei sieht man dagegen sofort, dass der Töpfer beim Anfertigen auch gleich an die Verwendung, d.h. das Transportieren und Heben der Töpfe in der Praxis gedacht hat.

Wir haben festgestellt, dass in solchen natürlichen handgefertigten Steinzeug-Gärtöpfen Sauerkraut, Mixed Pickles und vieles weitere, wesentlich besser fermentieren kann als in industrielle hergestellten Töpfen, wo es immer wieder mal zu wenig sauren, misslungenen oder verschimmelten Fermentationen kommen kann. Es scheint so, als ob die Früchte und Gemüse der Natur auch einen aus natürlichen Materialien bestehenden Ort für die Fermentation brauchen, um optimal reifen und schmecken zu können.

Wir verwenden unsere Gärtöpfe – darunter auch die von der Töpferei Langerwehe -, nicht nur für die Fermentation sondern für vieles mehr. Unsere 10 Verwendungsmöglichkeiten für einen Gärtopf wollen wir Ihnen nachfolgend vorstellen und Sie inspirieren, mit Ihren Gärtopfen auch mal etwas ganz neues zu machen. Einen Gärtopf können Sie gebrauchen:

  1. Zur klassischen Fermentation von Sauerkraut, Blaukraut, Mixed Pickles, Pilzen, etc. Die Gärrinne wird hierbei mit Wasser gefüllt.
  2. Zum Herstellen von mit wilder Hefe fermentierter Tomatensauce. Dabei wird der Deckel nicht verwendet, da wilde Hefen Luft brauchen. Der Gärtopf wird nur mit einem Tuch und einem Gummiring abgedeckt, um den Inhalt gegen Fruchtfliegen und andere Insekten zu schützen.
  3. Zum Einmachen von Essiggurken. Die Gärrinne wird hierbei mit Wasser gefüllt.
  4. Zur Herstellung von EMA aus EM-Stammlösung. Funktioniert genauso gut, wenn nicht sogar besser als ein EMA-Fermenter aus Plastik. Die Effektiven Mikroorganismen fühlen sich in Keramik offensichtlich wohler. Die Gärrinne wird hierbei mit Wasser gefüllt und der Topf warmgehalten, z.B. mit einer Wolldecke.
  5. Zum Einmaischen von Früchte für Essig- oder Weinherstellung. Dabei wird der Deckel nicht verwendet, da eine Maische Luft braucht. Der Gärtopf wird nur mit einem Tuch und einem Gummiring abgedeckt, um den Inhalt gegen Fruchtfliegen und andere Insekten zu schützen.
  6. Zur Herstellung von Essig aus der von der Maische abgezogenen Flüssigkeit oder direkt aus Alkohol, zusammen mit einer Essigmutter. Ideal auch zum Ansetzen von Kräuteressig. Dabei wird der Deckel aufgesetzt, aber die Gärrinne nicht gefüllt, denn die Essigmutter braucht Luft. Zum Schutz vor Fruchtfliegen und anderen Insekten wird der Deckel mit einem Tuch und einem Gummiring abgedeckt.
  7. Zum Herstellen von Indigo-Küppe für das Pflanzenfärben. Achtung! Der Topf ist danach blau und aufgrund des starken Ammoniak-Geruchs für Lebensmittel nicht mehr zu verwenden.
  8. Zur Lagerung von größeren Mengen Nahrungsmitteln wie Getreide, Reis, Hülsenfrüchte, Saatgut, etc. im Dachboden oder einem anderen trockenen Ort. Dabei wird der Topf erst mit einem oder zwei Tüchern und einem Gummiring abgedichtet und dann der Deckel darauf gesetzt. Die Gärrinne wird nicht gefüllt. Die Gärtöpfe sind unsere Lieblingsgefäße für die Vorratslagerung, ähnlich den Amphoren unserer Vorfahren. Von Zeit zu Zeit die Tücher kontrollieren, damit sich keine Insekten einschleichen. Zucker oder Salz eignen sich aufgrund der möglichen Verklebung durch Feuchtigkeit in der Luft nicht für das Lagern im Gärtopf.
  9. Zur Lagerung von Wasser oder anderen Flüssigkeiten im Keller. Die Gärrinne sollte dann mit Wasser gefüllt werden.
  10. Zum Herstellen von Bokashi aus Küchenabfällen als Dünger für den Garten. Der Ablauf ähnelt der klassischen Fermentation von Sauerkraut mit Wasser gefüllter Gärrinne. Ein Bokashi-Eimer aus Plastik ist nicht nötig.

Mein Tipp zu den Gärrinnen: Befüllen Sie diese mit destillierten oder Osmose-Wasser, um Kalkflecken und ein frühzeitiges Verfaulen des Wassers zu vermeiden. Kontrollieren Sie regelmäßig die Gärrinnen, damit diese nicht austrocknen und Luft in den Topf eindringt, was gerade bei der anaeroben Fermentation fatal für die Nahrungsmittel wäre.

Handgefertigte Multifunktions-Gärtöpfe aus salzglasierter Keramik bekommen Sie bei der:

 

 

 

 

 

Töpferei Langerwehe Kuckertz & Rennertz GmbH

Ulhaus 38
D-52379 Langerwehe

Telefon 0 24 23 / 94 03 80
Telefax 0 24 23 / 94 03 90

E-Mail info@toepferei-langerwehe.de
www.toepferei-langerwehe.de

 

Diese Produktempfehlung basiert auf unseren eigenen Erfahrungen, die wir mit dem Produkt gemacht haben. Wir übernehmen keine Garantie und Haftung, wenn Sie das Produkt aufgrund unserer Empfehlung verwenden, jedoch nicht dieselben positiven Erfahrungen machen wie wir. Die Nutzung des Produktes aufgrund unserer Empfehlung geschieht auf Ihr eigenes Risiko und Ihre eigene Gefahr!

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