Handweberei JEN setzt Zeichen für textile Handwerkskunst

Rezension von Helene und Alexandra Walterskirchen

 

Johanna-Elisabeth Nehm an ihrem Handwebstuhl

 

Im industriellen Zeitalter, wo alles immer schneller und billiger gehen muss, haben es die kleinen Handwebereibetriebe, sehr oft Ein-Mann- bzw. Eine-Frau-Betriebe, schwer. Alles, was von Hand hergestellt wird, braucht seine Zeit und hat seinen Preis, beides Faktoren, die sich heute nur noch wenige Menschen leisten können und wollen.

Dennoch gibt es weiterhin Handweber und Handweberinnen, die das alte Handwerk pflegen, erhalten und an nachfolgende Generationen weitergeben. Dazu braucht es Idealismus und Leidenschaft. Dies haben wir bei der Handweberin Johanna-Elisabeth Nehm aus Dresden gefunden, die Weben nicht nur als Handwerk bezeichnet, sondern auch als Meditation, als Kunst, als individuelle Ausdrucksmöglichkeit, als Komponieren von Formen, Farben, Strukturen und Materialien.

Wenn man in die Geschichte der Handweberei eintaucht, so muss man weit zurückgehen, um zum Ursprung zu kommen: bis ins alte Ägypten, wo Gewebereste von Gewändern nachgewiesen werden konnten, aber auch bis zu Assyrern, Babyloniern und Phöniziern, die einen regen Handel mit gewobenen Textilien und Teppichen betrieben. Wer sich mit der Geschichte der Handweberei befasst, kommt nicht an Augsburg vorbei, wo es bereits Mitte des 15. Jahrhundert eine Weberzunft mit über 700 Mitgliedern gab. Namhafte Familien wie Fugger und Welser beherrschten damals das Weberhandwerk und den Tuchhandel.

Als im 18. Jahrhundert mechanische Webstühle aufkamen und immer weiter verbessert wurden, wandelte sich die Handweberei in Maschinenweberei. Die Webmaschinen, die anfangs mit Dampf, später mit Elektrizität betrieben wurden, gelten als einer der Ursprünge der so genannten Industriellen Revolution, denn nun konnten größere Mengen an qualitativ gleichwertigen Produkten kostengünstig produziert werden. Zudem waren viel weniger Maschinenbediener nötig als vorher bei der Fertigung, die oftmals in Kreis und unter Mitwirkung der ganzen Familie zu Hause stattfand. Viele selbstständige Weber konnten mit ihrem Handwerk nicht mehr konkurrieren und verarmten. Sie sahen sich gezwungen, als abhängige Lohnarbeiter in Textilfabriken zur Arbeit zu gehen. Nur sehr wenige hielten an ihrer Handweberei fest und sorgten dafür, dass das Handwerk nicht ausstarb, sondern an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurde.

Eine, die heute die Kunst der Handweberei als „Erbe“ übernommen hat und weiterführt, ist Johanna-Elisabeth Nehm. Sie schreibt auf ihrer Homepage: „In einer Zeit, wo Textiles nicht mehr die Achtung erhält, die es benötigt, um als Wert wahrgenommen zu werden, setzt JEN ars texendi mit seiner textilen Kunst ein Zeichen, dass Stoff aus seiner missachteten Ecke wieder zu neuer Lebendigkeit und Aufmerksamkeit erwächst.“

Weben ist für Johanna-Elisabeth Nehm nicht nur Kunsthandwerk, sondern auch Quelle so mancher ihrer philosophischen Betrachtungen:

„Weben ist Leben, Leben hat viele Farben und Formen.

Phantasie geht spazieren, um das zu realisieren, was in Kopf und Herz, in vielen Gesprächen, sich zu einem Gebilde formt.

Bindung, Verbindung, Verbundenheit, Weben ist diejenige Kunst die die Vielfältigkeit der Lebensmuster zum Ausdruck bringt. Aus der Vereinzelung raus in die Verbindung, ins Weben des großen Lebensnetzes.

Die Verbindung von Kette und Schuss lassen überhaupt erst Bindung zu und es entstehen Gemälde, die ihres Gleichen suchen.

Die verschiedenen, sehr vielfältigen Bindungsmuster, tun ihr übriges, um dem Werk zum Ausdruck zu verhelfen.

Unser Leben braucht eine gewisse Haltbarkeit, Beständigkeit und die Flexibilität und relative Vergänglichkeit des Stoffes, um nicht zu erstarren, Leben immer wieder neu, im Hier und Jetzt und Heute, zu begreifen.“

Johanna-Elisabeth Nehm hat für uns in ihrer JEN-Handweberei zwei Alpaka-Schafwoll-Mix-Schals, eine Bio-Seidenstola und eine Seiden-Kaschmir-Stola gewebt, die unsere exklusive, handgemachte Garderobe bereichern. Die handgewebten Stoffe sind etwas Einzigartiges und nicht mit gekauften, industriell und maschinell gewebten Stoffen zu vergleichen. Die Muster sind individuell und verbinden sich mit der Struktur des Garns zu einer ganz besonderen Komposition, die aus einem einfachen Garn ein Kunstwerk werden lässt. Handgewebte Stoffe sind eine wahre Kostbarkeit!

 

Handweberei JEN – ars texendi
Johanna-Elisabeth Nehm
Grundstr.46
D-01326 Dresden

Tel.: 0172/8323649

www.jen-webt.de
info@jen-webt.de

 

 

 

 

 

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