Im Jahr 2011 kam die in Freising geborene Sachbuch-Autorin, Publizistin und Kultur-Mentorin Helene Walterskirchen, Geburtsname Walter, mit ihrer Tochter Alexandra nach Schloss Rudolfshausen.

 

Alexandra (links) und Helene Walterskirchen

Gebäude und Ort befanden sich damals im Dornröschenschlaf. Die Katholische Kirche hatte den Ort Anfang 2000 als Pfarrhof aufgebeben. Eine umfassende Renovierung war notwendig und dazu brauchte es neue Nutzer, die bereit waren, gemeinsam mit der Kirche Kraft, Enthusiasmus und auch so manche Eigenmittel in das historische Gebäude zu investieren. Und so kam der Kulturort Schloss Rudolfshausen in die Hände von Helene und Alexandra Walterskirchen, die ihn unter ihre Fittiche nahmen und wie ihr Eigentum hegten und pflegten und bis heute tun. Aus dem örtlichen Schandfleck, wie die Holzhausener Bevölkerung das Schloss nannte, wurde ein Schmuckstück, auf das man heute stolz ist.

Vieles an Kulturarbeit ist seitdem am wiederbelebten Kulturort Schloss Rudolfshausen geschehen. Aus München mitgebrachte Kulturprojekte, der 2004 gegründete, gemeinnützige Kultur- und Bildungsverein Admacum e.V. und die „Friedens-Banderole“, wurden nicht nur weitergeführt, sondern auch ausgedehnt; „Schüler malen für den Frieden“, ein Schulprojekt, entstand, an das die Ausstellungen PEACE ART angeschlossen waren. Jährlich war die „Friedens-Banderole“ zu Gast beim Augsburger Kinderfriedensfest.

Die Friedens-Banderole beim Kinderfriedensfest in Augsburg 2017

Neue Kultur-Projekte wurden ins Leben gerufen z.B. 2014 die zeitgeschichtliche Sammel-Edition „Kultur-Magazin Schloss Rudolfshausen“. Sie kann seit nunmehr sieben Jahren auf zahlreiche Publikationen (Print und Online) zurückblicken. Wurde das Kultur-Magazin anfangs von Helene Walterskirchen alleine verfasst und herausgegeben, ist seit nunmehr drei Jahren Alexandra Walterskirchen Mit-Autorin und Mit-Herausgeberin.

 

Wie es für einen Kulturort angemessen ist, fanden in den vergangenen Jahren in Schloss Rudolfshausen nicht nur schöngeistige Dinge statt, die Kultur beweihräucherten, sondern auch manche kontroverse Dinge, die von der Bevölkerung kritisch aufgenommen wurden. Ein Kulturort steht nicht abgeschottet in einer Einöde, sondern ist eingebunden in eine bestehende Welt und das damit zusammenhängende Weltgeschehen und seine Kultur. Im vergangenen Jahr waren dies besonders die Corona Pandemie und die tiefen Einschnitte im Leben der Menschen, beispielsweise die Kirchenkrise der Katholischen Kirche, die Wirtschaftskrise und Existenzbedrohung für viele Menschen. Wir in Schloss Rudolfshausen haben dies alles beleuchtet, um die Ursachen und Hintergründe zu erforschen und ihre mögliche Kulturgefährdung aufzuzeigen.

Dass eine Kultur ohne traditionelles christliches Glaubens- und Religionsfundamten nicht bestehen kann, haben wir in unseren letzten drei Online-/Print-Editionen aufgezeigt. Auslöser war eine Begegnung mit Pater Schmidberger von der Priesterbruderschaft St. Pius X., an der mein Vater, Verfechter der traditionellen katholischen Kirche, seine wahre Freude gehabt hätte. Den neuen, modernen Trend nach dem II. Vatikanischen Konzil fand er, der den Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius Bischof Marcel Lefebvre noch gekannt hatte, immer als falsch und gefährlichen Irrweg. Er (mein Vater) würde zustimmend nicken, wenn er wüsste, dass wir seine Vision von einer starken, traditionellen, katholischen Kirche übernommen haben und in die heutige Zeit weiterführen.

 

 

Am Kulturort Schloss Rudolfshausen ging und geht es ganz viel um Traditionen. Nicht das sogenannte „Moderne“ ist das tragende Element einer Gesellschaft und all ihrer Lebensbereiche, sondern das über Jahrtausende und Jahrhunderte Gewachsene. Die Traditionen, z.B. der Kirche oder der Familie, haben sich nicht aus Lust und Laune so gebildet, sondern weil sie das Beste für die Menschen sind und maßgeblich dafür sind, dass der Mensch nicht in die irdische Welt mit ihren Todsünden abgleitet, sondern einen Lebensstil pflegen kann, der seine Seele anhebt und für Gott bereit macht. Denn: bei jeder Kultur ist Gott das Zentrum und die innerste Essenz.

Das „Ora“ braucht auch immer ein „Labora“. So war es schon in den früheren Klöstergärten, wo die Gartenarbeit und Ökologie einen wichtigen Stellenwert hatte. Hier stießen wir bei unserer Kultur-Arbeit auf einen Permakultur-Pinonier, dessen Arbeit wir über einige Jahre verfolgt und vor Ort begleitet haben: den Österreicher Sepp Holzer. Dieser Bereich „Ökologie“ und „Permakultur“ sowie gesunde Ernährung war von Anfang an ein Herzensanliegen von Alexandra, die sich schon seit längerem mit dieser Thematik befasst und über mehrere Jahre Teile eines Buches von Prof. Andrew W. Dyer aus den USA übersetzt und  in unserem Kultur-Magazin in Kapiteln publiziert hat. Dabei stießen wir auf die junge Stiftung Nantesbuch für Kunst und Natur in Bad Heilbrunn, in der Sepp Holzer sein Permakultur-Konzept aufgebaut hat. Wir begleiteten dieses Projekt und berichteten darüber.

 

Helene Walterskirchen und Sepp Holzer in seinem Permakulturgarten Nantesbuch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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