Im Petersdom: Der Papstaltar ist seit Monaten ungenutzt

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von Maike Hickson
übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Walterskirchen

Maike Hickson

„Es scheint, dass sie weiterhin alles abbauen.“

Freitag, 18. Dezember 2020 (LifeSiteNews) – In den letzten Monaten ist im Vatikan etwas geschehen, das weitgehend übersehen wurde: Der Hochaltar von St. Peter – der päpstliche Altar, der sich direkt über dem Grab des heiligen Apostel Petrus befindet – wird seit vielen Monaten nicht mehr genutzt. Professor Armin Schwibach, ein Korrespondent des Vatikans, der seit mehr als drei Jahrzehnten in Rom lebt, beschreibt es als „symbolische Leere“. Diese Tatsache ist zwar einerseits auf den durch den Coronavirus verursachten Lockdown zurückzuführen, andererseits aber auch auf den Umstand, dass Papst Franziskus im Oktober 2019 eine empfangene Schale mit Erde, die der falschen Göttin Pachamama geweiht war, gegen die liturgischen Regeln auf genau diesen Altar gestellt hat.

Armin Schwibach, Professor für Philosophie in Rom und Rom-Korrespondent der österreichisch-katholischen Website Kath.net, veröffentlichte am 17. Dezember auf Twitter ein Foto des Hochaltars im Petersdom – des päpstlichen Altars, auf dem seit Jahrhunderten generell nur der Papst die Heilige Messe zelebriert – und kommentierte dann: „Der leere und heute ungenutzt päpstliche Altar. Jetzt eine Art wahrnehmbares Loch in der Mitte der Basilika.“

The emptied and today unused papal altar. Now a kind of perceptible hole in the middle of the basilica pic.twitter.com/oasVBlMm5h („Der leere und heute ungenutzt päpstliche Altar. Jetzt eine Art wahrnehmbares Loch in der Mitte der Basilika.“)

— Armin Schwibach  (@ASchwibach) December 17, 2020

LifeSiteNews wandte sich an Professor Schwibach und bat ihn, die Bedeutung seines Kommentars und Fotos zu erläutern. Er sagte gegenüber LifeSite, dass der Papst seit dem Corona-Lockdown im Vatikan das Messopfer auf diesem Altar nie mehr zelebriert habe. Stattdessen hat Papst Franziskus zum Beispiel an Ostern dieses Jahres auf dem Altar des Stuhls des heiligen Petrus (Cathedra Petri), der sich hinter dem Hochaltar der Basilika befindet, in Anwesenheit einer kleinen Kirchengemeinde eine heilige Messe gefeiert. Hier ist ein Video dieser Messe.

Die ersten Minuten zeigen, wie der Hochaltar leer ist und stattdessen der Altar dahinter benutzt wird. Ebenfalls am 12. Dezember, dem Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe, feierte Papst Franziskus die Messe auf besagtem anderen Altar hinter dem Hochaltar und ging am päpstlichen Altar vorbei, ohne sich sichtbar vor diesem zu verbeugen. Seit Monaten ist der päpstliche Altar aufgegeben, was nach Schwibachs Worten eine „symbolische Leere“ schafft.

Wie der deutsche Journalist erklärte, hat der Papst auch seine im Fernsehen übertragenen Gottesdienste in seiner Residenz in Santa Marta aufgegeben, und das bereits seit dem 18. Mai. Schwibach, der normalerweise über diese regelmäßigen (drei- bis viermal wöchentlich stattfindenden) Predigten in Santa Marta berichtet hatte, merkte an, dass keine Erklärung abgegeben wurde, warum der Papst seine öffentlichen Messen – abgesehen von wenigen Anlässen wie Weihnachten oder kürzlich für das Konsistorium am 28. November, wo er neue Kardinäle ernannt hatte – gänzlich aufgegeben hat. Diese Messen wurden, wie oben erwähnt, am Altar des Stuhls des heiligen Petrus hinter dem päpstlichen Altar gefeiert.

Noch im vergangenen Jahr hat Papst Franziskus die Messe der Weihnachtsvigil am 24. Dezember 2019 auf dem päpstlichen Altar zelebriert – in einer mit Gläubigen gefüllten Basilika. In diesem Jahr wird er um 19.30 Uhr nur mit einer kleinen Kirchengemeinde die Christmette zu Weihnachten feiern – dieses Mal aber auf dem Altar des Stuhls des heiligen Petrus.

Der Papstaltar oder der Altar des Confessio mit dem Baldachin von Gian Lorenzo Bernini ist das Herzstück des Petersdoms. Dieser Altar wurde 1594 von Papst Clemens geweiht und befindet sich direkt auf dem Grab des heiligen Petrus, das unterhalb der Kathedrale liegt. Genau hier befindet sich der Altar des Confessio, zum Gedenken an den heiligen Petrus, der seinen Glauben mit dem Märtyrertod bezeugt hat.

Am 10. März war der Petersdom aufgrund der Corona-Beschränkungen geschlossen worden. Nur Kardinal Comastri hat zu dieser Zeit (bis Mai) einen im Fernsehen übertragenen Rosenkranz in St. Peter gebetet, der aufgrund seiner von Herzen kommenden Bitten an Unsere Liebe Frau um Hilfe die ganze Welt berührte. Vor kurzem, Ende November, nahm Comastri diese fromme und wunderschöne Übung wieder auf. Zu diesem Zeitpunkt ist die Basilika für Besucher geöffnet.

Die Bedeutsamkeit der Abwesenheit des Papstes am Papstaltar besteht nicht nur darin, dass es sich um den päpstlichen Altar per se handelt, der den gegenwärtigen Papst direkt mit dem heiligen Petrus verbindet. Sie liegt auch in der Tatsache, dass Papst Franziskus am 27. Oktober 2019 – bei der Schlussmesse der Amazonas-Synode – auf demselben Altar eine höchst kontroverse Schale mit Pflanzen aufgestellt hatte, die der falschen Göttin Pachamama am Beginn der Amazonas-Synode dargebracht worden waren. Viele sahen in dieser Schale ein okkultes Zeichen, ein Opfer für einen Dämon, das skandalös auf den Altar Gottes gelegt worden war, auf dem der Papst das heilige Messopfer zelebriert.

Zu dieser Zeit bemerkte Dr. Robert Moynihan, ein US-amerikanischer Journalist und Vatikan-Experte, dieses seltsame Ereignis – vor allem da der Papst auch gegen die liturgischen Regeln verstieß, indem er selbst diese Schüssel auf den Altar stellte, wo aber nur Gegenstände platziert werden dürfen, die für das Heilige Messopfer benötigt werden. Moynihan beschrieb, wie er „erfuhr, dass eine solche Schüssel mit Erde und Pflanzen oft mit zeremoniellen Ritualen verbunden ist, die sich um Pachamana drehen“ und dass diese Schüssel dann normalerweise auch eine Art rote Farbe hat, was in der Tat auf die Schüssel auf dem Hochaltar des Petersdom zutraf.

Dr. Moynihan vermutete: „Es schien so, dass die Blumenschale, die im Offertorium der letzten Synodenmesse präsentiert und dann während der Weihe auf den Altar gestellt wurde, mit einem Ritual der Verehrung und Dank an Mutter Erde verbunden sein könnte, bekannt als Pachamama.““

Aber wir brauchen nicht weiter zu spekulieren. In diesem kurzen Video, das von Gloria.tv erstellt wurde, kann man sehen, dass dieselbe Schale zum ersten Mal von einer „Priesterin“ in den Vatikanischen Gärten während einer heidnischen Zeremonie am 4. Oktober zu Beginn der Amazonas-Synode der „Göttin“ Pachamama dargebracht wurde. Die Schale wurde anschließend von ihr zu Papst Franziskus gebracht, der der Zeremonie vorsaß, und dieser segnete sie dann.

Die Amazonas-Synode war von vielen kontroversen und skandalösen Ereignissen und Aussagen umgeben, wie z.B. der Ehrung der Pachamama-Statuen, aber auch der Förderung religiösen Indifferentismus und unverblümten Glaubensabfalls.

Nicht lange nach diesem skandalösen Ereignis beschloss Papst Franziskus, im Päpstlichen Jahrbuch 2020 nicht mehr als „Stellvertreter Christi“ bezeichnet zu werden, und gab diesem Titel den Charakter, lediglich ein „historischer Titel“ zu sein. Stattdessen setzte er seinen persönlichen Namen auf seinen Eintrag, Jorge Mario Bergoglio. Im Jahrbuch 2019 trug sein Eintrag noch den Titel „Stellvertreter Jesu Christi“. Professor Schwibach kommentierte damals auf Twitter: „Es scheint, dass sie weiterhin alles abbauen.“

Hier eine Zusammenfassung der Ereignisse seit der Amazonas-Synode im letzten Jahr: Zuerst hatte der Papst ein Opfer gesegnet, das einem falschen Gott dargebracht worden war, und dann stellte er es auf den Altar, auf dem er normalerweise den Sohn Gottes Gott dem Vater darbringt. Im Jahrbuch 2020 lehnt er es ab, als „Stellvertreter Christi“ bezeichnet zu werden. Die Corona-Krise bricht aus, die dann von den Regierungsbehörden benutzt wird, um Kirchen zu schließen und die Teilnahme an der Heiligen Messe einzuschränken, in Zusammenarbeit und mit der Zustimmung des Papstes. Dann hört der Papst ganz auf, die Messe auf demselben Papstaltar zu feiern, auf den er zuvor die Pachamama-Schale gestellt hatte. Seine Weihnachtsmesse ist nicht einmal eine Mitternachtsmesse, sondern findet aufgrund der in Italien geltenden Ausgangssperre um 19.30 Uhr statt (obwohl der Vatikan sein eigener Stadtstaat und der Papst sein Oberhaupt ist). Das Ergebnis dieser päpstlichen Handlungen ist, dass heute an vielen Orten auf der ganzen Welt die Mitternachtsmesse zum Gedenken an die Geburt des Christuskindes abgesagt wurde. Man könnte sich fragen, ob es einen Zusammenhang zwischen all diesen Ereignissen gibt: von der Pachamama-Schale auf dem Papstaltar bis zur Absage der Christmetten in vielen Teilen der Welt.

Dr. Maike Hickson, gebürtige Deutsche und seit vielen Jahren in Amerika lebend, schreibt für verschiedene alternative Medien in USA und Europa wie z.B. LifeSiteNews, Rorate Caeli, Catholic Family News, Katholisches.info, Notizie Pro-Vita u.a.

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