Krauthobel- und Sauerkraut-Einmach-Aktion mit dem BR

von Helene Walterskirchen im Oktober 2017
Krauthobel- und Sauerkraut-Einmach-Aktion mit dem BR

(von links): Die Autorin, Michael Schilling vom Magnusheim, Paul Enghofer, Kameramann Achim auf dem Platz des Magnushofs vor der Krauthobel-Halle

Jedes Jahr, wenn der Herbst einzieht, um das Erntedankfest herum, ist die Zeit für das Einmachen von Weißkraut (und Rotkraut), damit die Familien im Winter vitaminreiches Sauerkraut (und Blaukraut) im Vorrat haben. Die Krauthobel- und Krauteinmach-Kultur ist eine sehr alte Ernährungs- und Gesundheitskultur, die es schon seit vielen Generationen gibt. Über die Bedeutung und das Einmachen von Sauerkraut haben wir im vergangenen „Kultur-Magazin Schloss Rudolfshausen II/2017“ geschrieben und auch unser Krauteinmach-Rezept verraten.

Am Freitag, den 13.10. 2017, fand das Krauthobelfest wie jedes Jahr im Magnushof, einem Biolandwirtschaftsbetrieb mit Hofladen, auf den Gelände von Regens Wagner in Holzhausen (nur wenige Minuten von Schloss Rudolfshausen entfernt) statt, wo wir seit vielen Jahren unser Weißkraut in gehobelter Form für unser Sauerkraut beziehen.

Dieses Mal hatte sich das Bayerische Fernsehen angemeldet, das sowohl über das Krauthobelfest wie auch die anschließende Krauteinmachaktion in einem geeigneten Haushalt einen Bericht für die Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“ aufnehmen wollte. Der Marktleiter der Magnus-Werkstätten/des Magnushofs, Michael Schilling, hatte unser Schloss Rudolfshausen vorgeschlagen, was beim Autor Paul Enghofer, der die Sendung leitete, auf offene Ohren stieß.

Der 13.10. war nicht nur ein Freitag, sondern für uns alle ein Glückstag (obwohl er eigentlich als Unglückstag gilt!). Es herrschte Bilderbuchwetter: ein strahlend blauer Himmel, an dem die Sonne sich in ihrer ganzen Fülle präsentierte, ein angenehmes, warmes Lüftchen mit einem Hauch Kraut-Flair. Das Gelände des Magnushofs glich einem kleinen Festplatz mit diversen Imbiss-, Getränke- und Verkaufs-Buden, Biertischen und Bänken sowie Bistrotischen.

Um 11.00 Uhr startete der Verkauf von gehobeltem Weißkraut und im Nu hatte sich eine Schlange an der Ausgabestelle angesammelt. Unser Schloss-Mitarbeiter, Günther Schöppner, stand geduldig in der Schlange, bis er an der Reihe war. Das angekündigte Bayerische Fernseh-Team unter Leitung von Paul Enghofer war in der Zwischenzeit eingetroffen.

Das Kraut für Schloss Rudolfshausen (in Wannen) wird von Mitarbeitern des Magnushofs auf einer Schubkarre zum Auto gebracht

Paul Enghofer, Jahrgang 1958, ist bekannt für seine Filme, Dokumentationen, Reportagen, Landschaftsbilder und Beiträge über Land und Leute für das BR Fernsehen. In einer Dokumentation des Bayerischen Fernsehens über Paul Enghofer mit dem Titel „Zwischen den Zeilen“ vom 17.6.2013 sagt der Autor, der Europäische Ethnologie/Volkskunde sowie Geschichte, insbesondere auch Bayerische Geschichte, an der LMU in München studiert hat, über sich selbst:

„Folglich liegt mein Hauptinteresse bei den Menschen und ihrem Alltag. Ums ganz normale Leben geht es in meinen Filmen; wie es war und wie es ist. Es sind Geschichten vom Alltag, die aber mehr bedeuten als Beliebiges und Alltägliches.

Ich habe meinen ersten Film für „Unter unserem Himmel“ 1980 gemacht und bin seitdem immer für das Bayerische Fernsehen tätig gewesen, mal mehr, mal weniger. Ich war auch Musiker und Buchautor.

Vor allem reise ich seit Jahren für „Schwaben und Altbayern“ und „Zwischen Spessart und Karwendel“ durch Bayern und mache neben Berichten und Reportagen „Landschaftsbilder“, zeige darin die verschiedenen Gegenden Bayerns, fahre in alle Regierungsbezirke und komme gerne zu „Unzeiten“, nicht während der Saison oder zur Hauptarbeitszeit, sondern „zwischen den Zeiten“, wenn Gelegenheit zum Reflektieren, zum Nachdenken und Reden ist. Wichtig ist, das wirkliche Leben der Menschen kennen zu lernen und Bilder und Gespräche davon einzufangen.

Für mich sind vor allem Menschen interessant, die sich zurückgehalten haben und nicht überall mitmachen oder mitgemacht haben, nicht allen Moden aufgesessen sind, beim Essen wie beim Bauen, beim Wirtschaften wie beim Konsumieren und die einfach ihr Ding gemacht haben und machen. Oft meint man, das wären Stehengebliebene oder Verlierer. Aber Menschen, die selbstbewusst Nachhaltigkeit leben und in ihrem Handeln beharrlich vermeintlich Unmodernes tun, sind oft sehr zukunftstauglich.“

In diesem Herbst, 2017, fasste Paul Enghofer den Entschluss, die bayerische Krautkultur, so wie sie heute praktiziert wird, mit einem Filmbeitrag zu dokumentieren und so führte ihn sein Weg nach Holzhausen in der Gemeinde Igling, zwischen Landsberg am Lech (Oberbayern) und Buchloe (Allgäu) gelegen, zu einem Menschenschlag, der gerade noch oberbayerisch, aber auch schon allgäuerisch gefärbt ist.

Sauerkraut-Einmachaktion im Schlossgarten: Schloss-Mitarbeiter Günther Schöppner füllt das Kraut von den Wannen in die großen, schwermetallfreien Steingut-Gärtöpfe der Firma Steinzeugwaren Nik. Schmitt (darüber hatten wir im Kultur-Magazin II/2017 berichtet); Schloss Mitarbeiterin Tanja Berg steht bereit, um lagenweise die Zutaten: Apfelschnitzchen, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Meeres-Algen in das Kraut miteinzuarbeiten

Der Film über die Krauthobel- und Sauerkraut-Einmach-Aktion wurde vom Bayerischen Fernsehen BR in der Sendung: „Zwischen Spessart und Karwendel“ am Samstag, 28.10.2017, gesendet.

Schauen Sie sich den Film in der BR-Mediathek oder direkt hier an:

 

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