Neu ernannter Schweizer Bischof lehnt es ab, ein eigenes bischöfliches Wappen zu haben

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von Maike Hickson
übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Walterskirchen

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Maike Hickson

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SCHWEIZ, 18. Februar 2021 (LifeSiteNews) – Joseph Maria Bonnemain, den Papst Franziskus am Montag gegen den Willen der örtlichen kirchlichen Führung als neuen Bischof für die Diözese Chur in der Schweiz ernannt hatte, erklärte am Mittwoch, er werde kein eigenes bischöfliches Wappen haben. „Mir reicht das Kreuzzeichen Christi. Und dieses, nur dieses, werde ich benutzen“, erklärte er und brach damit mit einer Tradition der Kirche.

Als Papst Franziskus am Montag bekannt gab, dass Bonnemain der nächste Bischof der traditionell konservativen Diözese Chur sein würde, nahm er gleichzeitig den Rücktritt von Bischof Marian Eleganti an, dem Weihbischof derselben Diözese und einem bekannten Verteidiger der kirchlichen Traditionen und moralische Lehren. Eleganti hatte 2019 nach kanonischem Recht sein Rücktrittsgesuch aus Altersgründen nach Rom geschickt.

Wie LifeSiteNews im November letzten Jahres berichtete, hatte Papst Franziskus drei Kandidaten für den neuen Bischof in Chur vorgeschlagen, die alle vom konservativ geprägten Domkapitel von Chur abgelehnt worden waren, was an sich schon ein historisches Ereignis war. Diese Ablehnung der drei Kandidaten überließ es schlussendlich jedoch dem Papst, einen neuen Bischof zu wählen.

Der 72-jährige Joseph Maria Bonnemain ist ein Opus Dei-Priester (1978 zum Priester geweiht). Während er ursprünglich in den 1990er Jahren unter dem konservativen ehemaligen Bischof von Chur, Wolfgang Haas, gearbeitet hatte, hat er sich seitdem einer progressiveren Haltung zugewandt mit der er mit der sehr säkularistischen Schweizer Öffentlichkeit zusammenarbeitet. Seine eigenen säkularistischen Neigungen sind in einem Facebook-Post zu sehen, den er im September 2015 verfasst hat. Dort zeigt er sich wie ein Model in einem engen Calvin Klein-Hemd und wird für seine Schönheit gelobt. Bonnemain veröffentlichte auch zahlreiche Fotos von seinen Urlaubsreisen, die nackte männliche Statuen und andere sinnliche Situationen zeigen.

2017 veröffentlichte Bonnemain ein Dokument über die post-synodale Ermahnung von Papst Franziskus Amoris Laetitia in Bezug auf Ehe und Familie, in dem er die Änderung der Behandlung von Fällen „wiederverheirateter“ Scheidungen durch die Kirche voll und ganz befürwortete. Er zitierte bejahend und ausführlich die Richtlinien der Bischöfe von Buenos Aires, wonach einige Paare in irregulärer Situation – nach einer Zeit der Differenzierung – Zugang zu den Sakramenten erhalten können, einschließlich der Heiligen Kommunion. In Bezug auf Amoris Laetitia – die er als „revolutionär“ bezeichnet – erklärte Bonnemain, es gehe nicht mehr um die „Zulassung oder Nichtzulassung [zu den Sakramenten] seitens der kirchlichen Amtsträger, sondern um eine ernste Entscheidung der Betroffenen selber. “ Canon 915, fuhr er fort, sei nicht mehr „auf die wiederverheirateten Geschiedenen anwendbar“. Dieser Kanon verbietet jenen Katholiken den Empfang der Heiligen Kommunion, die „in offenkundiger schwerer Sünde“ verharren. Katholiken, die nach einer Scheidung in einer zweiten „Ehe“ leben, leben objektiv in einem schweren Zustand der Sünde, der Sünde des Ehebruchs.

Die Entscheidung von Papst Franziskus, Bonnemain für die Diözese Chur zu wählen, wird deshalb diese traditionell konservative Diözese unterminieren. Der frühere Bischof, Vitus Huonder, war bekannt für seine starke Haltung gegen Abtreibung und Heilige Kommunion für „wiederverheiratete“ Geschiedene. Im Februar 2017 gab er Richtlinien zur Ehe heraus und bekräftigte die kontinuierliche Lehre der Kirche gegen die Heilige Kommunion für geschiedene und „wiederverheiratete“ Paare. Huonder hatte auch Humanae Vitaes Ablehnung von Verhütungsmitteln bekräftigt. Seit Huonders Pensionierung vor anderthalb Jahren war die Diözese ohne Bischof; In der liberalen Schweiz gibt es viele Kräfte, die sich einen liberalisierenden neuen Bischof wünschen, der weniger „umstritten“ und mehr an den Zeitgeist angepasst ist.

Nun freuen sich die Schweizer Progressiven über die Entscheidung von Papst Franziskus. Raphael Rauch, ein Kommentator auf Kath.ch, der offiziellen Nachrichten-Website der Schweizerischen Bischofskonferenz, bezeichnete Monsignore Bonnemain als „Superman“ und erwartet von ihm den Beginn der „Goldenen Zwanziger“ (ein Hinweis auf die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts), in der im Westen viele moralische Nachlässigkeiten eingeführt wurden) in der Diözese.

„Die Priester, die gegen Bonnemain waren“, erklärte er, „sollten jetzt sofort zurücktreten – oder für immer schweigen.“ In Chur wird der Ton so hart, dass Kath.ch heute auch ein Zitat von Thomas Binotto veröffentlichte, einem Schweizer Journalisten, der Bonnemain aufforderte, die Bistumsleitung komplett neu aufzustellen. Der Artikel von Kath.ch trägt den Titel: „Thomas Binotto: Bonnemain muss sich von [Generalvikar] Grichting, Fuchs und [Pressesprecher] Gracia trennen.“ Diese Personen sind die engsten Mitarbeiter des ehemaligen und pensionierten Bischofs Vitus Huonder. Binotto forderte Bonnemain außerdem auf, „fähige Frauen in Leistungsfunktionen zu berufen“.

LifeSite wandte sich an eine gut informierte Quelle der Diözese Chur und bat ihn um einen Kommentar. Während er anonym bleiben wollte, erklärte er:

Sie müssen Ihr Augenmerk darauf richten, welche Kreise und welche Art von Menschen in der Kirche und in den Medien sich über einen solchen Bischof freuen und welche Menschen betroffen sind. Ihre Beziehungen zu ihm sind sehr oft nicht authentisch, da sie nur darauf beruhen, inwieweit er ihren eigenen Interessen dient. Sobald das nicht mehr der Fall ist, sind auch ihre Liebe, Begeisterung und Unterstützung vorbei. An diesem Punkt werden wahre und falsche Anbetung getrennt. Deshalb gilt das Wort des Herrn: „Wehe euch, wenn euch jedermann wohlredet! Desgleichen taten eure Väter den falschen Propheten auch. Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebet eure Feinde; tut denen wohl, die euch hassen; segnet die, so sie euch verfluchen und bittet für die, so sie euch beleidigen! “ (Lk 6,26-28) Heute findet Beleidigung durch die Medien statt.

 Link zum Originaltitel des Artikels und des sehr interessanten Fotos des neuen Bischofs.

https://www.lifesitenews.com/blogs/newly-appointed-swiss-bishop-declines-to-have-his-own-episcopal-coat-of-arms