Pflanzen mit Liebe vorziehen

 

Das gemeinnützige Gartenkultur-Zentrum Schloss Rudolfshausen ist eine Sektion des gemeinnützigen Kultur- und Bildungsvereins Admacum e.V.

 

von Alexandra Walterskirchen:

 

  1. Paprika, Chili, Physalis und Co. im Folientunnel vorziehen
Alexandra Walterskirchen mit selbst vorgezogenen Eiskraut-Jungpflanzen, daneben auf der Heizmatte von Biogreen Ananaskirschen, Chili und Paprika, im Hintergrund in der Anzuchtstation Okra, Paprika und Tomaten

Im März und April ist die ideale Zeit Gemüse-Jungpflanzen vorzuziehen. Die letzten Jahren haben wir die Voranzucht immer Indoor in unserem Schloss gemacht, was allerdings mit einem sehr großen Aufwand verbunden war, da die Pflanzen sehr schnell sehr groß wurden und Platz und Pflege brauchten. Bereits im letzten Jahr haben wir begonnen, die ersten Zucchini, Tomaten und Gurken in unserem Haygrove-Folientunnel vorzuziehen und waren von der Qualität der Pflanzen begeistert: viel robuster, nicht lichtempfindlich, natürlich langsam und gesund wachsend. Die Pflanzen fühlten sich eindeutig in natürlichen Umständen wohler als unter Kunstlicht oder auf der Fensterbank in Wohnräumen, wodurch sie auch kaum abgehärtet werden mussten.

So haben wir uns dieses Jahr entschieden alle Pflanzen in unserem Haygrove Folientunnel vorzuziehen. Dazu verwenden wir die praktischen Quickpot-Anzuchtplatten von HerkuPlast (beide Firmen sind seit Jahren Unterstützer unseres Gatren-Projektes). Wir haben bewusst Anzuchtplatten mit weniger Töpfen (15er, 18er oder 24er) verwendet, damit die Pflanzen viel Platz zum Wachsen haben. Entscheidend ist für uns nicht die „Masse“, sondern die Pflanzenqualität. Angefangen haben wir mit Eiskraut – unserem Salatersatz für den Sommer -, Ananaskirschen und Chili, danach kamen Paprika, Physalis, Tomaten und Okra.

In den zwei Anzuchtstationen XXL Jumbo von BioGreen, die begeisterte Unterstützer unseres Gartenprojektes sind, werden die Sämlinge unter idealen Temperaturen (mit dem praktischen Thermostat einstellbar) „geboren“, danach kommen sie in ihre „Baby-Wiege“ auf die Heizmatte Sahara von BioGreen, die genau den Maßen unseres Haygrove-Tisches entspricht. Hier sind die Temperaturen geringer, aber dennoch noch so hoch, dass die Pflanzen nachts oder bei schlechtem Wetter keinen Wachstums- und Kälteschock bekommen. Dort werden sie täglich mit kalkfreiem Brunnenwasser und viel Liebe „gefüttert“, damit sie „groß und stark“ werden. Der Haygrove-Folientunnel ist mit einer Elektro-Gewächshausheizung Phoenix und zwei Gas-Gewächshausheizungen Frostwächter (ebenfalls von BioGreen) beheizt, um ein ideales Klima zu schaffen und vor Nachtfrost zu schützen.

Die zuverlässige Heizung unseres Haygrove-Folientunnels: Elektroheizung Phoenix und Gas-Gewächshausheizung Frostwächter von BioGreen im Einsatz

So macht Voranzucht Freude, nicht nur den Menschen, sondern auch den Pflanzen! Keine umfallenden oder vergeilten Sämlinge mehr, kein Pikieren, kein mühsames Abhärten – nur noch Auslese von schwachen Pflanzen und fleißig Gießen.

Die Bilder sprechen für sich: Das ist Voranzucht mit Liebe gemäß den natürlichen Bedürfnissen der Pflanzen!

Paprika-, Physalis- und Tomaten-Sämlinge sind gerade in ihrer Anzuchtstation von Biogreen „geboren“ worden.

 

Eiskraut, Ananaskirschen, Chili, Paprika und Physalis -Babys auf ihrer Heizmatten-„Wiege“ von Biogreen – nun heißt es viel gießen und „groß und stark werden“

 

2. Unsere Selbstversorgung im März – Spinat, Feldsalat und Knoblauchgrün

 

Leckerer, gesunder Spinat der Sorte Matador von Kiepenkerl aus dem Freiland

Der Winter war die Zeit des „Todes“ und des „Schlafens“ im Garten. Alte, einjährige Pflanzen starben, überwinternde, mehrjährige Pflanzen waren oberirdisch abgestorben und im Ruhemodus. Jetzt im Frühjahr kommt neues Leben in den Garten, die Pflanzen beginnen zu erwachen und wieder auszutreiben oder neu zu keimen. Die ersten Zeichen zeigen sich in unserem Garten an den Frühjahrsblühern, den Krokussen, Schneeglöckchen, sowie dem ersten essbaren Wildgrün wie Bärlauch und Scharbockskraut. Aber auch Spinat, Feldsalat und Knoblauch, die im Winter nur langsam gewachsen waren und denen dieses Jahr aufgrund des fehlenden Schnees der Kahlfrost besonders zugesetzt hatte, bilden nun wieder viele neue, grüne Blätter und werden von Tag zu Tag größer.

Knoblauch (Messidrome) und Feldsalat (Vit und Amely) von Kiepenkerl in Mischkultur auf einem Kokosbeet

Jetzt können wir wieder jeden Tag Spinat, Feldsalat und Knoblauchgrün aus dem Freiland ernten – mit einzigartigem Aroma und Top-Qualität! Gerade Knoblauchgrün ist um diese Zeit ein leckerer Ersatz für Lauchzwiebelgrün, das erst in einigen Monaten wieder so weit gewachsen ist, dass wir es ernten können. Den Spinat, Feldsalat und Knoblauch haben wir bereits letzten Herbst gesät bzw. gesteckt; das Saatgut wurde uns freundlicher Weise von der FIrma Kiepenkerl aus Everswinkel zur Verfügung gestellt, die unser Projekt mit Saatgut fördern. Ebenso von Kiepenkerl sind die Schwarzwurzeln (Sorte Meres) – ein fast vergessenes historisches Wurzelgemüse -, die im Hochbeet den Winter gut überstanden haben und nun noch größer werden müssen.

Junge Schwarzwurzeln von KIepenkerl im Hochbeet

Unser Tipp: Säen Sie jetzt Ende März noch einmal an einer kühleren Stelle im Garten Spinat für den Frühsommer. So sind Sie (fast) das ganze Jahr mit Spinat versorgt!

Ihre
Alexandra Walterskirchen

 

 

Wir danken folgenden Firmen für die angenehme und
fruchtbare Kooperation: