PIRIPKURA – Die Suche nach den letzten ihres Volkes

von Helene Walterskirchen

„PIRIPKURA – Die Suche nach den letzten ihres Volkes“
Drehbuch und Regie: Mariana Olivia, Renata Terra, Bruno Jorge

 

 

Dieser brasilianische Dokumentarfilm von Renata Terra, Bruno Jorge und Mariana Oliva spricht das archaische Erbe unserer Vorfahren in uns an, die vor zigtausenden von Jahren als sogenannte „Eingeborene“ bzw. „Indianer“ auf dem Planeten Erde gelebt haben. Heute gibt es nur noch wenige von ihnen, die in den wenigen abgelegenen Gebieten der noch verbliebenen Urwälder leben. Sie sind ständig vom sogenannten „Fortschritt“ bedroht, denn Landräuber-und Holzräuber-Firmen setzen alles daran, die Eingeborenen bzw. Indianer zu eliminieren, damit sie freie Fahrt haben für ihre zerstörerischen Werke.

In diesem Film geht es um den Stamm der Piripkura im brasilianischen Urwaldgebiet, der in den 1980er Jahren fast gänzlich eliminiert worden ist und heute nur noch aus 2 Männern, einem Onkel und seinem Neffen sowie einer Schwester des Onkels, besteht. Während die Schwester in einer Siedlung lebt, leben die beiden Männer im Urwald und haben noch eine völlig indigene Lebensweise. Sie stehen unter dem Schutz der staatlichen Indigenenschutzbehörde. Solange sie leben, sind Landräuber- und Holzräuber-Firmen die Hände gebunden. Deshalb leben die beiden Männer in ständiger Lebensgefahr.

Der Film erzählt von Jair, einem Vertreter der Indigenenschutzbehörde und seinen Helfern, die die Aufgabe haben, alle paar Jahre in den Urwald zu gehen und zu prüfen, ob die beiden Piripkura-Männer noch leben. Denn alle wissen, wenn sie nicht mehr leben, werden Landräuber- und Holzräuber-Firmen in deren Stammesgebiet eindringen und es übernehmen. Auf ihrer Suche dringen Jair und seine Mitarbeiter tief in den noch bestehenden amazonischen Urwald ein – ein Blick in eine andere Welt, die es heute so in der zivilisierten Welt nicht mehr gibt. Sie finden schließlich die beiden Männer, deren Feuer ausgegangen ist und die deswegen den Kontakt mit ihnen zulassen.

Die beiden Piripkura-Männer wirken auf den zivilisierten Zuschauer, der nur bekleidete Menschen kennt, befremdlich, denn sie sind völlig nackt und kennen so etwas wie Scham nicht. Jair und seine Helfer geben ihnen weite T-Shirts, damit sie zivilisierter wirken. Die beiden tragen zwar die T-Shirts, als sie jedoch wieder in den Urwald zurückkehren, mit dem für sie wichtigen Feuer, ziehen sie die T-Shirts aus. Man merkt, dass sie sich mit Kleidung fremd fühlen, nackt hingegen fühlen sie sich wohl.

Ein Dokumentarfilm, der sehr zum Nachdenken anregt und die Frage aufwirft: „Wer ist hier das Tier?“ Die beiden Piripkura-Männer sind absolut friedlich und in ihrer ganzen Haltung wie unbedarfte Kinder, die nichts Böses im Sinn haben, sondern einfach nur leben wollen – leben in dem Gebiet, in dem ihr Stamm früher gelebt hat und der ihr Zuhause ist. Die Landräuber- und Holzräuber-Firmen hingegen sind die wahren Tiere, denn sie haben ein böses Herz und eine gemeine Gesinnung. Auch wenn es eine staatliche Indigenenschutzbehörde gibt, so könnte diese letztlich nicht verhindern, dass den beiden Piripkura-Männern nicht doch irgendwann ein Unheil zugefügt werden würde.

 

 

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