Praktischer Idealismus – Der Kalergi-Plan zur Vernichtung der europäischen Völker

von Alexandra Walterskirchen:

„Praktischer Idealismus –
Der Kalergi-Plan zur Vernichtung der europäischen Völker“
von Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi

 

 

Das Buch „Praktischer Idealismus“ wurde 1925 vom Philosophen und Politiker Richard Nikolaus Graf Coudenhove-Kalergie geschrieben, dem Gründer der Paneuropa-Union und Träger des ersten Karlspreises. In diesem Sammelband, der seine Schriften Pazifismus, Adel und Apologie der Technik beinhaltet, beschreibt Coudenhove-Kalergi seine Zukunftsvision einer neuen Welt, insbesondere eines neuen Europas. In der Neuauflage von 2018, die im Omnia Veritas Verlag erschienen ist, trägt das Buch den etwas unglücklich gewählten Untertitel „Der Kalergi-Plan zur Vernichtung der europäischen Völker“, der manchen Leser abschrecken bzw. in eine polare Bewertung der Philosophie von Coudenhove-Kalergi führen kann, obwohl das Studieren dieser Schriften sehr lesenswert ist, um ein besseres Verständnis für diese Thematik zu erhalten.

Der erste Teil über die Krise des Adels und den Weg vom rustikalen zum urbanen Menschen ist höchst informativ, ebenso der zweite Teil über die Apologie der Technik, das verlorene Paradies, den Geist des technischen Zeitalters und die Entwicklung vom Arbeitsstaat zum Kulturstaat. Der dritte Teil über den Pazifismus dagegen bleibt überwiegend politisch-kämpferisch ausgerichtet und gelingt nicht vollends zu überzeugen, was auf dem Fehlen einer wahren Friedensethik basiert.

Insgesamt ist das Buch „Praktischer Idealismus“ ein nüchternes, sachliches Werk eines sehr intelligenten Mannes, der seiner Zeit weit voraus war. Coudenhove-Kalergi erkannte die Stärken und Schwächen der Technik, die die Menschen zwar in ein neues Zeitalter führen wird, aber letztendlich nur Mittelsweg in eine neue Kultur der Ethik sein kann, ehe sie zu einem Schaden für die Menschheit wird. Dass dabei alte Völkerstrukturen untergehen müssen, liegt auf der Hand, denn nur so kann eine neue Kultur entstehen. Was dabei jedoch befremdlich anmutet, ist das wiederholte Betonen des Autors, dass die Natur und die Naturkräfte bezwungen, ja versklavt werden müssen, damit der Mensch endlich frei und in Muße leben kann. Ökologisch und umweltbewusst eingestellte Menschen werden hier nur den Kopf schütteln, denn dass die Natur auf Dauer nicht durch die Technik beherrscht werden kann, ist eine unumstößliche Tatsache.

Mein Fazit: Trotz mancher Kritikpunkte ist das Werk Coudenhove-Kalergis, das die Grundlage des europäischen Einheitsgedankens bildet, ein sehr lesenswertes Buch, das den Horizont erweitern und so manche idealistische Sichtweise auf ein praktisches Fundament stellen kann. Ein politisch-philosophisches Werk, das sich im Bereich der Eliten dieser Welt bewegt, die sich Gedanken darüber machen, wie die Weltherrschaft bzw. in diesem Fall die europäische Herrschaft der Zeit und den Entwicklungen angepasst werden muss und welchen Faktoren sie unterworfen ist.

Verlag: Omnia Veritas Ltd.
Erschienen 19. Juni 2018
Taschenbuch: 210 Seiten
ISBN: 1912452901
24,50 Euro

 

 

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