Septemberlaune im Schlossgarten

Gartenkultur-Zentrum Schloss Rudolfshausen

 

von Alexandra Walterskirchen, Projektleiterin:

Alexandra Walterskirchen mit Feldsalatsamen und heranwachsendem Feldsalat in der Wiese

 

  1. Feldsalat-Versuchsanbau

Feldsalat ist eine Pflanze, die primär in der kühleren Jahreszeit wächst, also im Herbst und Frühjahr, und, wenn sie geschützt ist, auch den ganzen Winter durch. Feldsalat ist sehr robust und Schnecken mögen ihn nicht, d.h. man muss ihn nicht vor Schneckenfraß durch einen Schneckenzaun schützen, sondern man kann ihn auch einfach auf ein Stück Wiese einsäen. Feldsalat sät man primär ein, d.h. man kauft keine fertigen Jungpflanzen, sondern sät ihn direkt ein und zieht ihn so selbst heran. Feldsalat ist eine Delikatesse und schmeckt wunderbar nussig. Man kann ihn einfach so essen oder als Salat angemacht.

In unserem Schloss-Versuchsanbau haben wir jetzt, Ende Sommer, verschiedene Versuchsprojekte mit Feldsalat an verschiedenen Standorten gestartet, an denen wir Feldsalat eingesät haben, unter anderem unter Obstbäumen, auf der freien Wiese, in Hochbeeten, unter Beerensträuchern usw. Um ausreichend Feldsalat für die Eigenversorgung zu erhalten, gerade, wenn man gerne und viel Feldsalat isst, braucht man ziemlich viel Saatgut. Das Bio-Saatgut für unsere Feldsalat-Versuchsprojekte erhalten wir primär von der Firma HILD Samen, einem ehemaligen Familienunternehmen, das 1919 gegründet wurde und heute im Besitz des international agierenden Unternehmen Nunhems ist, welches in den wichtigsten Anbaugebieten der Welt tätig ist. Bis jetzt können wir sagen, dass das Saatgut eine sehr gute Keimfähigkeit hat und die Sämlinge gut heranwachsen.

 

Hochwertiges Saatgut ist elementar wichtig für den Hobbygartenbau zur Selbstversorgung, hier Buchweizensamen vor jungen Buchweizenpflanzen in unserem Schlossgarten

 

  1. Gemüse- und Grün-Versuchsanbau

Frisches Grün zu essen, das im Biogarten gewachsen ist, ist nicht nur gesund, sondern verleiht auch viel Energie. Wir essen nicht nur Salat oder Spinat, sondern auch vielerlei andere Pflanzen wie z.B. Buchweizen, Büschelschön, Senf, Leindotter, oder Öllein. Man kann aber auch essbare Grün- oder Wildblumen-Mischungen säen, in denen diese Pflanzen zumeist auch mitenthalten sind. Besonders schön ist es dann, wenn die eingesäten Pflanzen auch noch bienenfreundlich sind, denn nichts erfreut unser Herz mehr, als wenn es überall brummt und summt und Bienen oder Hummeln an den Blüten Nahrung finden.

Hochwertige Bio-Saaten bzw. Bio-Saatgutmischungen für die o.g. Pflanzen erhalten wir für unseren Versuchsanbau von Feldsaaten Freudenberger, einem Familienunternehmen, das 1948 gegründet wurde und welches Saatgut für die Landwirtschaft im Großen wie im Kleinen produziert, wobei ständig daran gearbeitet und geforscht wird, das Saatgut zu verbessern, zu veredeln und an die heutigen Bedingungen und Erfordernisse des Landbaus und der Ernährung anzupassen. Wir haben mit dem Saatgut von Freudenberger sehr gute Erfahrungen gemacht und verwenden es seit Frühsommer 2019. Ein Teil der Pflanzen, die wir nicht gegessen haben, ist nun zur Blüte gelangt und erfreut Bienen, Hummeln & Co., um später im Herbst Samen zu produzieren, die wiederum Käfern und anderen Tieren als Futter dient.

Weiteres Saatgut, primär für Mangold, Spinat, Kohlrabi, Koriander und Endivien – unseren Favoriten auf dem veganen Speiseplan -, erhielten wir von der Firma Bejo Samen, einem weltweit operierenden, niederländischen Unternehmen, das auf Gemüsesaatgut, auch in Bioqualität, spezialisiert ist. Wir haben noch nicht alle Gemüsesaaten eingesät, allerdings bereits den Kohlrabi, den Koriander und den Spinat, die sich sehr gut entwickelt haben und schon einige Male auf unserem Speiseplan gewesen sind.

 

Alexandra Walterskirchen mit Bejo-Saattüten und Freudenberger-Gründüngung vor keimenden Sämlingen

 

Spinat-, Salat- und Broccoli-Jungpflanzen von Demeter-Jungpflanzen Stefan in einem unserer Herbst- bzw. Winter-Beete, die sich abdecken lassen.

 

  1. Pflanzen-Versuchsanbau mit Jungpflanzen

Um Pflanzen über Samen selbst heranzuziehen, braucht es einige Zeit. Wer diese Zeit nicht hat oder sich nicht nehmen möchte, kann statt dessen Jungpflanzen bei einem Bio- oder Demeter-Landbetrieb kaufen, der sich auf Jungpflanzenanzucht spezialisiert hat. Ein solcher Betrieb ist beispielsweise „Demeter-Jungpflanzen Stefan“ im niederbayerischen Aldersbach. Wir haben von „Demeter-Jungpflanzen Stefan“ Spinat-, Salat- und Kohlrabi-Jungpflanzen erhalten, die wir in unsere Herbst- bzw. Winter-Beete eingepflanzt haben, die man bei kühleren Nachttemperaturen, wie sie oft bereits im September oder Oktober herrschen, mit einem Wachstums-Schutzvlies abdecken kann. Wenn die kleinen Pflänzchen kommen, kann man sich oft nicht vorstellen, dass sie einmal groß und kräftig werden, aber bereits nach einem Monat kann man sehen, wie sie Stück für Stück heranwachsen. Unsere Herbst- und Winter-Beete können wir bei Frost und Schneefall sogar mit einer zusätzlichen, dicken Schutzfolie abdecken, so dass die Pflanzen darunter geschützt sind und weiterwachsen können. So haben wir im vergangenen Winter selbst als Schnee lag, noch Salate und Spinat geerntet.

Von Demeterhof Funk aus Oberndorf am Lech bekamen wir eine Kiste sehr schöner, kräftiger Endivien-Jungpflanzen, die wir in verschiedene Beete, unter anderem in unser neues Gemüse-Herbstbeet eingepflanzt haben und die auch innerhalb kurzer Zeit hervorragend angewachsen sind. Man kann sehen, dass es einmal sehr kräftige und gesunde Salate werden, die später einmal unseren Speiseplan bereichern werden.

 

Endivien-Jungpflanzen in unserem neuen Gemüse-Herbstbeet vom Demeterhof Funk

 

  1. Erdbeeren-Versuchsanbau

Erdbeeren gehören mit zu den Lieblingsfrüchten vieler Menschen – auch wir lieben Erdbeeren, vor allem solche in Bioqualität. Leider gibt es diese wunderbaren Früchte nur saisonal von Ende Mai bis Mitte Juli, wobei es heute bereits Züchtungen gibt, die auch eine spätere Erdbeerernte ermöglichen, wobei der Ertrag allerdings nicht so üppig ist wie zur Hauptsaison. Wir haben in unserem Erdbeer-Versuchsanbau auch verschiedene späte Sorten und können aus Erfahrung sagen, dass diese Spätsorten heute, Mitte September, immer noch blühen und wunderschöne Früchte tragen. Mit der Reife jedoch braucht es seine Zeit, was nicht an den Pflanzen, sondern am Wetter liegt, denn es ist oft regnerisch und frisch und kühlt auch nachts schon ziemlich herunter. Dennoch erfreuen wir uns zwei- bis dreimal die Woche an einer kleinen Schale frischer Erdbeeren.

Wir experimentieren übrigens mit Erdbeerpflanzen verschiedener Produzenten, um zu sehen, wie die Qualität der Pflanzen ist, welchen Standort sie bevorzugen, wieviel Sonne sie brauchen, welchen Geschmack ihre Früchte haben usw.

Wir bauen unsere Erdbeeren in Beeten an, die mit Schneckenzäunen geschützt sind, denn auch die Nacktschnecken lieben süße und reife Erdbeerfrüchte. Dennoch wollten wir mit unserem Versuchsanbau wissen, ob auch Erdbeeren in der Wiese wachsen können ohne abgeschneckt zu werden. Dazu braucht es jedoch Erdbeersorten aus dem Erwerbsanbau sowie Walderdbeeren, die besonders robust sind. Diese Erdbeerpflanzen haben wir von der Firma Kraege Beerenpflanzen aus Telgte erhalten und sie sogleich in unseren Versuchsanbau aufgenommen. Kraege ist seit 1958 Spezialist für die Vermehrung von Erdbeer- und Himbeerpflanzen und produziert auf ca. 200 ha gepachtetem Land über 30 verschiedene Erdbeersorten sowie die kommerziell wichtigsten Himbeersorten.

Wir haben die Erdbeerpflanzen von Kraege jetzt, Anfang/Mitte September, an verschiedenen Standorten in unserem Schlossgarten sowie auf der landwirtschaftlichen Wiese hinter unserem Schloss ausgepflanzt. Wir werden sehen, wie sich das Projekt weiterentwickelt und darüber berichten.

 

Alexandra Walterskirchen bereitet das Einpflanzen von Kraege Erdbeeren im Wiesenbeet vor.

 

Fertig bepflanztes Wiesenbeet mit Kraege-Erdbeeren, Endiviensalat, Broccoli u.a. Pflanzen bzw. Saaten

 

 

Nachfolgende Firmen haben uns bei der Umsetzung dieser Projekte unterstützt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam  für eine gesunde Erde!

 

 

 

 

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