„Titus Livius: Römische Geschichte XXVII-XXX (Band 6)“

von Alexandra Walterskirchen
„Titus Livius: Römische Geschichte XXVII-XXX (Band 6)“
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Titus Livius (ca. 59 v.Chr. bis 17 n.Chr.) zählt neben Tacitus zu den bekanntesten römischen Geschichtsschreibern. Von seinem gigantischen Werk Ab urbe condita libri CXLII (lat. „Von der Gründung der Stadt (Rom) an – 142 Bücher“), für das er über 40 Jahre benötigte, ist nur etwa ein Viertel erhalten. Im Gegensatz zu den Werken anderer antiker Geschichtsschreiber, bestehen von Livius jedoch Inhaltsangaben, die es uns heute ermöglichen, über den ungefähren Inhalt der verlorenen Bücher einen gewissen Eindruck zu bekommen. In seinem Werk „Ab urbe condita“ behandelt Livius die Geschichte Roms von der Gründung der Stadt bis zur Zeit von Augustus, den Livius nach den Schrecken der Bürgerkriege der vergangenen Jahrhunderte als den Begründer eines neuen goldenen Zeitalters ansieht.

Im sechsten Band „Römische Geschichte XXVII-XXX“ von De Gruyter werden auf über 800 Seiten die Bücher 27 bis 30 und deren antike Inhaltsangaben in lateinischer und deutscher Übersetzung präsentiert. Diese schildern die Endphase des 2. Punischen Krieges (218-201 v. Chr.), als sich immer mehr abzeichnete, dass die Römer siegreich sein würden. Das 27. Buch beginnt mit der Schilderung der weiteren Ereignisse des Jahres 210 v. Chr., dem Krieg in Süditalien und endet mit dem Jahr 207 v. Chr., dem Sieg des C. Claudius Nero gegen Hannibals Bruder Hasdrubal am Metaurus. Er wurde geköpft und sein blutiges Haupt an Hannibal geschickt. Dieser war tief getroffen, gab in der Folgezeit seine besetzten Gebiete in Lukanien und Metapont auf und zog sich nach Bruttium zurück. Als die Siegesnachricht Rom erreichte, wurde vom Senat ein spontanes Dankesfest an die Götter angeordnet.

Das 28. Buch widmet sich primär den Ereignissen im Jahre 207 bis 205 v. Chr. in den außeritalischen Kriegsschauplätzen, primär in Spanien, das schließlich unterworfen wurde. Die Erkrankung des Scipios und die Meuterei, die zu jener Zeit stattfand, wird ausführlich geschildert, ebenso der Sieg über Hanno und die Auseinandersetzung von Scipio mit seinem Erzfeind Fabius Maximus um die weitere Kriegsführung und den geplanten Feldzug nach Afrika. Fabius glaubte nicht, was Scipio prophezeite, nämlich, dass wenn er nach Afrika gehen würde, Hannibal aus Italien abgezogen werde würde. Fabius malte vielmehr in schwärzesten Farben aus, wie Hannibal wieder Rom bedrohen und Scipio mitsamt seinem Heer in Afrika untergehen würde.

Das 29. Buch beschreibt die Jahre 205 bis 203 v. Chr. und die Invasion Afrikas durch Scipio. Vereinzelte Aufstände in Spanien, die nach Scipios Weggang entstanden waren, wurden niedergeschlagen. Scipio sah sich in Afrika Hasdrubal, dem Sohn des Hannos gegenüber, und später Hannibal, der nach zahlreichen Kleinkriegen in Italien vom karthagischen Senat in die Heimat zurückgerufen worden war.

Das 30. Buch widmet sich dem Endkampf in Afrika und dem Abschluss des Friedens des Römischen Reiches mit Karthago. Hannibal hatte, ehe es zu einer (für Karthago) vernichtenden Entscheidungsschlacht kam, in einer Unterredung mit Scipio versucht, das Schlimmste zu verhindern und für sein Volk einen „günstigen“ Frieden zu erlangen. Livius stellt Hannibal als einfühlsamen Feldherrn dar, der erkannte, dass er besiegt war und einen raschen Friedensschluss anstrebte, um das Wohl seines Volkes zu sichern. Dieser glich jedoch mehr einem Friedensdiktat. So wurde z.B. die Flotte der Karthager als Warnung an Karthago hinaus aufs Meer geschleppt und dort verbrannt. Zudem sollte Karthago über 50 Jahre Ausgleichszahlungen leisten. Nach 16 Jahren Krieg endete damit der 2. Punische Krieg, der die römische Geschichte maßgeblich geprägt hat und in seinem Ausmaß und seinen Gräueltaten auch als „Weltkrieg“ bezeichnet werden kann.

Eine kleine Notiz am Rande: Livius scheint jedoch bei seinen Datumsangaben ein Fehler unterlaufen zu sein, denn sie entsprechen nicht den Daten des späteren Julianischen Kalenders. Der römische Kalender wich damals um einen Monat vom Julianischen Kalender ab.

Mein Fazit: Die Hauptfigur in diesem spannenden Buch ist zweifellos Publius Cornelius Scipio Africanus (235-183 v. Chr.), der Hannibal in der entscheidenden Schlacht bei Zama geschlagen hat und für seine Erfolge den Beinahmen „Africanus“ (der Afrikaner) erhielt. Das ist verständlich, war er doch der fähige, mutige Feldherr und Ritter, dem es gelungen war Karthago, den letzten mächtigen Konkurrenten Roms auf dem Weg zum Imperium, zu vernichten. Ohne ihn wäre wahrscheinlich nicht Rom, sondern Karthago zum Weltreich aufgestiegen und in die Geschichte eingegangen. Mein Fazit für alle, die an Geschichte interessiert sind: ein sehr lesenswertes Buch.

Hrsg. Hans Jürgen Hillen
De Gruyter Verlag, Reihe Sammlung Tusculum
Gebunden, 832 Seiten
Sprache: Deutsch/Lateinisch
Erscheinungsdatum: 2011
ISBN 978-3-05-005497-1
79,95 Euro

 

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