Traumkartoffeln mit Ellenberg’s Kartoffelvielfalt

von Helene Walterskirchen

 

Verschiedene Kartoffelsorten von Ellenberg‘s in unserem Naturstein-Vorratskeller in Schloss Rudolfshausen

 

Als Kind dachte ich immer: Kartoffel ist gleich Kartoffel. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dem nicht so ist und dass es unterschiedliche Sorten gibt. Eine Kartoffel war für mich eine ganz gekochte Kartoffel, auch Pell-Kartoffel genannt. Die gab es zum Spinat oder Blumenkohl oder, wenn etwas übrig blieb, gab es davon am nächsten Tag Bratkartoffeln. Da schmeckten die Kartoffeln dann anders, weil sie in Butter herausgebraten wurden und meistens auch noch ein Spiegelei in der Pfanne war. Dass es hunderte von unterschiedlichen Sorten Kartoffeln gibt, die alle unterschiedlich ausschauen – von gelb bis blau – und verschieden schmecken – von nussig bis hin zu buttrig – wusste ich damals nicht.

Meine Eltern pflegten früher ihre Kartoffeln beim Bauern zu kaufen, der jeden Freitag mit seinem kleinen Lieferauto durch die Straßen fuhr, um seine Kartoffeln zu verkaufen. Jedes Mal, wenn seine Glocke erklang, nahm meine Mutter die abgewetzte „Kartoffel-Einkaufstasche“ und eilte hinaus. Ich schaute manchmal zu, wie der Bauer die Kartoffeln abwog und in die Taschen der Frauen schüttete. Meine Mutter sagte dann nur zu ihm: „Von denen da 5 kg“, aber für mich sahen die Kartoffeln alle gleich aus. Die Kartoffeln vom Bauern waren billig, viel billiger als im Geschäft, weshalb wir im Herbst auch immer einen ganzen Sack Kartoffeln kauften, die wir dann über den Winter im Keller einlagerten. So war unsere Grundversorgung über die kalte Jahreszeit gesichert, denn Kartoffeln gab es sehr oft, sei es als Kartoffelbrei, als Bratkartoffeln, als Kartoffelsalat, als Kartoffelknödel (die wurden damals noch selbst gemacht), als Kartoffelschmarrn oder später auch als Pommes Frites.

Kartoffeln sind in unseren Breiten ein wichtiges Grundnahrungsmittel – wie dies der Mais in Mittelamerika oder die Hirse in Afrika ist. Kartoffeln kommen in den meisten Haushalten mehrere Male in der Woche in verschiedenster Form auf den Tisch. Die meisten Menschen heute kaufen ihre Kartoffeln im Supermarkt, wo überwiegend konventionell angebaute Kartoffeln verkauft werden, oder im Biomarkt, wo ausschließlich biologisch angebaute Kartoffeln verkauft werden. Menschen, die auf ihre Gesundheit achten, so wie wir das seit vielen Jahren tun, kaufen ihre Kartoffeln nur in Bioqualität, entweder im Biomarkt oder bei zertifizierten Bio-Bauern, denn dann ist gewährleistet, dass keine giftigen Pestizide oder chemischen Dünger verwendet werden. Leider gibt es bei vielen Biomärkten nur wenige Sorten Kartoffeln – überwiegend werden gängige Sorten verkauft, die gerade „in Mode“ sind, aber keine alten oder seltenen Sorten.

Diese bekommt man nur bei sehr wenigen Kartoffel-Bio-Bauern. Einer davon ist Karsten Ellenberg, der mit seiner Frau Petra und seinen beiden Söhnen Hannes und Julius einen Bioland-Bauernhof im niedersächsischen Barum bewirtschaftet.

Seit 1996 hat sich der Bio-Landwirt, der den Kartoffelanbau und die Kartoffelleidenschaft von seinem Vater gelernt bzw. übernommen hat, dem Wiederanbau vergessener Kartoffelsorten verschrieben. Heute baut die Familie Ellenberg auf rund 80 Hektar Bioland-Acker über 100 historische Sorten Kartoffeln an. Die Verwendung eigener Knollen macht den Hof unabhängig von großen Saatgut-Konzernen und garantiert den Verbrauchern die Einhaltung des „Reinheitsgebots“. Die Ellenbergs träumen davon die regionale Kartoffel wieder zu etwas Besonderem zu machen und sie aus ihrer tristen Stellung als einfache Beilage herauszuholen, denn Kartoffeln können einen unglaublichen Genuss vermitteln – wenn sie vielfältig sind und unterschiedliche Geschmacksrichtungen haben. Deshalb züchtet Karsten Ellenberg auch eigene schmackhafte Sorten, die er dann zum Verzehr oder als Pflanzkartoffeln verkauft. Über ihre Mission und Vision sagen die Ellenbergs:

„Unsere Mission ist die Erhaltung und der Ausbau einer vielfältigen Kulturpflanze. Wir möchten einen transparenten Markt schaffen und den Verbraucher mit dem Landwirt direkt verbinden.

Unsere Vision ist eine Welt mit 570 Millionen Bauern, die unabhängig von großen Zuchtunternehmen ihre eigene Vielfalt anbauen können. Damit bleibt die Kartoffel in bäuerlicher Hand!“

Karsten Ellenberg ist auch Initiator des Freundeskreises „Rettet Linda“. Die Linda war seit 1974 eine sehr beliebte Kartoffel, die in den Supermärkten und Biomärkten (dort in Bioqualität) verkauft wurde. Sie wurde Ende 2004 durch das Unternehmen „Europlant“ vom Markt genommen. Nach 30 Jahren lief der Sortenschutz aus und somit gab es keine Lizenzeinnahmen mehr für das Zuchtunternehmen. Karsten Ellenberg beantragte daraufhin die Wiederzulassung. Schnell bekam er Unterstützung in Form des Freundeskreises. Nach einem jahrelangen Sortenschutzstreit erhielt die Linda im August 2009 die Zulassung im Vereinigten Königreich. Seitdem darf die Linda wieder in allen EU-Ländern angebaut werden. Und endlich dürfen die Verbraucher wieder den guten Geschmack der Linda genießen.

Ellenberg’s Kartoffelvielfalt ist einzigartig. Durch diese Vielfalt an Formen, Farben, Konsistenz und Geschmacksrichtung habe ich mich zu einem richtigen „Kartoffel-Gourmet“ entwickelt und esse auch mal gerne Kartoffeln ohne irgendetwas dazu, um den jeweiligen Geschmack der Kartoffel so richtig zu genießen. Wir neigen leider dazu, die Kartoffel nur „zu etwas“ zu servieren, geben Gemüse oder Sauce dazu, die ihren eigenen Geschmack hat. Dadurch verlieren die Kartoffeln ihren Eigengeschmack und schmecken entweder nach Blumenkohl, Butter oder Avocado-Mayonnaise. Es lohnt sich, auch mal ganz unbekannte Kartoffelsorten zu probieren, denn es könnte sein, dass man so seine Traumkartoffel findet, die man bis dahin nicht gekannt hat.

 

 

 

Ellenberg’s Kartoffelvielfalt GbR
Ebstorfer Straße 1
D-29576 Barum

Telefon:+49-5806-304
Telefax:+49-5806-1250

E-Mail:info@kartoffelvielfalt.de
www.kartoffelvielfalt.de

 

Diese Produktempfehlung basiert auf unseren eigenen Erfahrungen, die wir mit dem Produkt gemacht haben. Wir übernehmen keine Garantie und Haftung, wenn Sie das Produkt aufgrund unserer Empfehlung verwenden, jedoch nicht dieselben positiven Erfahrungen machen wie wir. Die Nutzung des Produktes aufgrund unserer Empfehlung geschieht auf Ihr eigenes Risiko und Ihre eigene Gefahr.

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