Ulrich Weiner – vom Mobilfunk-Freak zum -Aufklärer

von Helene Walterskirchen
Ulrich Weiner – vom Mobilfunk-Freak zum -Aufklärer

Uli Weiner mit der Autorin bei seinem Besuch in Schloss Rudolfshausen

 

Hätte Ulrich Weiner, Kommunikationselektroniker mit Fachrichtung Funktechnik, in der Prähistorischen Zeit gelebt, er hätte mit Telekommunikationsmitteln wie Trommeln, Rauchzeichen, Jodeln oder Pfeifen zu tun gehabt, später, ca. 1.000 v.Chr. mit Brieftauben und im Mittelalter mit Lärm- oder Warnfeuern. Damals gab es weder Mobilfunkmasten noch Mobilfunknetze und demzufolge auch keine Strahlung. Für Ulrich, kurz Uli genannt, Weiner wäre das der ideale Lebensraum gewesen, denn er ist hyperstrahlungssensibel und bekommt in besonders geballten Mobilfunk-Strahlungsgebieten erhebliche gesundheitliche Beschwerden, beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, Durchfall usw. bis hin zu einem körperlichen Kollaps.

Uli Weiner: „2002 erlitt ich einen ersten Zusammenbruch am Frankfurter Flughafen. Ich war gerade dabei, mein Gepäck vom Band zu holen, als ich auf einmal massive Sehstörungen, gefolgt von Sprach- und Herzrhythmusstörungen bekam. Ich musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.“ Es kristallisierte sich heraus, dass Uli Weiner hyperstrahlungssensibel war.

Jeder Krankheit geht in der Regel eine Geschichte voraus, die diese Krankheit produziert. Befasst man sich mit der Jugendzeit von Uli Weiner, Jahrgang 1977, so fällt seine Funk- und Telekommunikations-Leidenschaft auf: mit 10 Jahren erste Funkexperimente mit Walkie-Talkies, mit 14 Jahren Bestehen der Prüfung zum Amateurfunker, mit 15 Jahren Bau eines eigenen Funkfahrrades, mit 16 Jahren Lehre zum Kommunikationselektroniker mit Fachrichtung Funktechnik, mit 18 Jahren Gründung eines eigenen Unternehmens für den Verkauf von Mobilfunktelefonen, Handys und ISDN-Telefonanlagen, mit 20 Jahren war er Chef eines erfolgreichen Unternehmens mit 20 Mitarbeitern.

 

Der 15-Jährige Uli Weiner telefoniert mit einem Siemens P1 über das neue D1-Netz der Telekom, vorne sein selbstgebautes Funkfahrrad (Foto: Ulrich Weiner)

 

Uli Weiner: „Als Unternehmer nutzte ich Autotelefone und Handy sehr intensiv. Mein Auto hatte sehr schnell den Spitznamen „Igel“ erhalten, weil es zwischen sieben und fünfzehn Antennen auf dem Dach hatte, je nachdem, was ich gerade mal wieder am Ausprobieren war. Der Name war natürlich völlig berechtigt, da alles eingebaut war, was damals technisch möglich war. So gehörte ein Faxgerät genauso dazu wie ein mobiler Internetanschluss. Über die gesundheitlichen Auswirkungen der Funktechnik machte ich mir keine Gedanken, da ich mir immer dachte, wenn es wirklich gefährlich wäre, dann wäre es sicher verboten. Lediglich bei der Einführung der digitalen D-Netze gab es immer wieder Warnungen von einigen Ärzten und auch von Technikern in meiner Umgebung, die sagten: „Pass mit der digitalen Funktechnik auf, es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ungefährlich ist!“

Es lief auch scheinbar alles gut, bis kurz vor seinem Zusammenbruch 2002. In dieser Zeit kam es zu ersten Konzentrationsbeschwerden, die jeweils nach Handytelefonaten auftraten. Uli Weiner ist ein erfinderischer und experimentierfreudiger Mensch. Er begann sich selbst zu beobachten und der Frage nachzugehen: „Wie geht es mir vor einem Handytelefonat und wie geht es mir nach einen Handytelefonat und wie geht es mir nach einigen Tagen gänzlicher Abstinenz von Handytelefonaten?“ Dabei stellte er fest, dass er sich an den Tagen, an denen er auf sein Handy verzichtete, viel besser konzentrieren und mehr leisten konnte, als an den Tagen, an denen er mit dem Handy telefonierte. Nachdem er diesen Selbsttest längere Zeit durchgeführt hatte, musste er sich eingestehen, dass es ganz eindeutig bei ihm gesundheitliche Störungen durch den intensiven Handygebrauch gab. Sein Fazit: „Ich fasste den Entschluss, meinen gesamten Betrieb so umzustrukturieren, dass wir ohne Handys arbeiten konnten. Das gelang sehr gut und wir konnten durch einige Optimierungen nicht nur die Handynutzung auf Null reduzieren, sondern auch noch unsere Leistungsfähigkeit und die Umsätze steigern.“

Aufgrund des Ausbaus des Mobilfunknetzes und der zahlreichen Sendemasten, die seit Jahren überall errichtet werden, besteht heute ein fast flächendeckendes Mobilfunk-Strahlungsgebiet. Für Uli Weiner bedeutete dies das „Aus“ für ein normales Leben in dieser Welt, und es war auch das „Aus“ für seine Firma. Er lebt heute die meiste Zeit in einem Wohnwagen, der in einem der letzten Funklöcher Deutschlands steht, mitten im Schwarzwald. Er hält zahlreiche Vorträge über die gesundheitlichen Gefahren des digitalen Mobilfunks, auch ganz besonders an Schulen. Wenn er für seine Vorträge in die „Strahlungswelt“ geht, trägt er stets Strahlenschutzkleidung von Kopf bis Fuß.

 

Uli Weiner im Strahlenschutzanzug bei einem Vortrag an einer Schule

 

Uli Weiner hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschen und insbesondere die Kinder und Jugendlichen, die oft den ganzen Tag nur vor ihrem Smartphone sitzen, über die Gesundheitsgefahren des digitalen Mobilfunks aufzuklären. Dazu geht er an Schulen, aber auch zu Bürgerinitiativen, die seinen fachlichen Rat und seine Unterstützung brauchen. Uli Weiner ist kein Revoluzzer-Typ, sondern einer, der ein immenses Daten-Potential hat, das er gerne weitergibt. Seine stets freundliche Miene und das jungenhafte Lächeln trotz unangenehmer Thematik zeigen, dass er ein Mensch ist, der positiv in die Welt schaut.

Uli Weiner hat einen enormen Fundus an Artikeln, Informationsschriften, Gesetzestexten usw. über die Gefahren des digitalen Mobilfunks zusammengetragen, die auf seiner Homepage (www.ul-we.de) alle mit den entsprechenden Links aufgeführt sind. Einer dieser Artikel mit dem Titel „W-LAN: Telekom warnt vor Gesundheitsschäden“ vermittelt folgende Informationen (zitiert aus Uli Weiners Homepage):

„Nachdem die Schweizer Swisscom bereits gesundheitliche Auswirkungen durch W-LAN eingestehen musste, zieht jetzt die Deutsche Telekom nach. So steht in der Bedienungsanleitung vom 9.2.2017 für den „Speedport Smart“ auf S. 21:

… Es ist hinlänglich bekannt, dass die Taktung des W-LAN biologisch hoch relevant ist. Sie greift in Regel- und Steuermechanismen unseres Körpers ein. Elektrosensible Personen klagen bei dieser Strahlungsart besonders über Herzrhythmusstörungen, hohen Blutdruck, Schlaflosigkeit, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen. W-LAN-Strahlung wird als besonders aggressiv wahrgenommen.

Besonders bedenklich ist vor diesem Hintergrund die zunehmende Errichtung des „Freien W-LAN“ in vielen Städten und Dörfern. Auf Grund der zunehmenden Smartphone-Nutzung, wird gerne auf diesen kostengünstigeren Weg zurückgegriffen. Es führt aber zum Ausbau weiterer 24 Stunden strahlender Sender. Dies führt insbesondere bei bereits elektrohypersensiblen Menschen zu einer immensen Belastung und einer immer größeren Einschränkung ihres Lebensraumes. Zusätzlich nimmt die Erkrankung weiterer Menschen in einer beachtlichen Geschwindigkeit. Einen guten Überblick bieten dazu die aktuellen Krankenkassenberichte.

Fragwürdig ist zudem der Ausbau des W-LAN an den deutschen Schulen im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung. Immer mehr Studien belegen, dass die Digitalisierung für die Unterrichtung der Kinder ein pädagogischer Nachteil ist. …“.

So führt das W-LAN bei Kindern und Jugendlichen zu Konzentrationsstörungen, Sprachproblemen, ADHS, psychischen Beschwerden wie Nervosität und Aggressionen.

Uli Weiner ist sich bewusst, dass er mit seiner Aufklärungsarbeit einem David gleicht, der gegen Goliath vorgeht. Wäre das nicht ein Grund, die Hoffnung sinken zu lassen und einer Mentalität zu folgen à la „bringt ja eh nichts“? Uli Weiner schmunzelt und antwortet: „Den ‚bringt ja eh nichts‘ habe ich vor längerer Zeit begraben. Ich gehe unbeirrt meinen Weg der Aufklärung und ich sehe dabei, dass immer mehr Menschen offen dafür sind, weil sie beispielsweise gesundheitliche Probleme haben, und nicht verstehen, woher diese kommen. Wenn sie all die Daten in Sachen Handy, W-LAN usw. von mir bekommen, geht vielen ein Licht auf und sie beginnen zu verstehen. Die Folge davon ist, dass sie sich auf den Weg machen, etwas zu ändern.“

Immer mehr Menschen begreifen heute, dass ihr Handy und das gesamte Mobilfunknetz nicht so harmlos sind, wie sie wirken. Sie mögen gewisse Vorteile bieten, jedoch sollte sich jeder bewusst sein, welche Gefahren damit für Leben, Wohlbefinden und Gesundheit verbunden sind. Es ist wie mit dem Rauchen, das lange Zeit als chic und cool galt, bis immer mehr Menschen an Lungenkrebs erkrankten und daran starben. Heute stehen auf jeder Zigarettenpackung Warnhinweise wie: „Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu“, oder: „Rauchen kann tödlich sein!“

Über die Gefährlichkeit der Mobilfunknutzung kann man auf der Homepage von Uli Weiner unter Punkt 3. folgendes lesen: „Aufgrund der Zunahme von Studien, welche die Krebsentstehung bzw. Krebsförderung bestätigen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2011, den Mobilfunk in die Liste der ‚krebserregenden Stoffe‘ aufgenommen. Er steht damit auf der gleichen Stufe wie das Pflanzengift DDT und das z.B. beim Tanken austretende Benzol.“

Seine jahrelangen Recherchen und Begegnung mit Betroffenen und Fachleuten aus der Mobilfunkbranche, Wissenschaft oder Medizin haben zu folgender Erkenntnis geführt:

Der digital gepulste Funk verträgt sich nicht mit biologischen Systemen,
sprich mit Mensch, Tier und Pflanze.

Die Betroffenen, die er kennen lernte, waren vor allen Dingen Techniker, Ingenieure und Betriebspersonal von Sendeanlagen. Im Laufe der Jahre kamen auch andere Menschen dazu. Alle hatten aber eines gemeinsam: sie lebten entweder in der Nähe von Sendeanlagen ober hatten, ohne es zu wissen, selber einen Sender im Haus, z.B. in Form eines Schnurlostelefons nach DECT und/oder W-LAN.

Als Uli Weiner vor kurzem zu einem Gespräch nach Schloss Rudolfshausen kam, traf er eine weitere Betroffene: meine Tochter Alexandra. Sie reagiert seit mehreren Jahren strahlungshypersensibel, ganz besonders in Hotels, in denen es W-LAN gibt. Sie bekommt jedes Mal starke Kopfschmerzen, begleitet von einem schmerzendes Druckgefühl als habe sie ein Brett über dem Kopf. Parallel dazu wird ihr schwindelig und übel, zudem spielen ihre Nerven verrückt und sie dreht fast durch. Bis vor wenigen Jahren konnte sie einen Aufenthalt in einem W-LAN-Hotel gerade noch ertragen bis es eines Tages in einem Schweizer Bio-Hotel zu einem Zusammenbruch kam. Seitdem kann sie nur noch in W-LAN-freien Hotels übernachten; leider gibt es von diesen nur sehr wenige.

Auch in Schloss Rudolfshausen haben wir seitdem einiges geändert:

So haben unseren Handy-Gebrauch aufgegeben und nutzen es nur als Notfall-Handy, insbesondere, wenn wir mit dem Auto unterwegs sind (leider geht es aus privaten Gründen noch nicht ganz ohne, jedoch sind wir uns bewusst, dass jegliche Form von Nutzung die Existenz flächendeckender Mobilfunknetze bedingt). Unsere Handys sind nicht nur Jahre alte Modelle, sondern auch ohne moderne Programme wie What’s App usw. Jeder Besucher im Schloss wird zudem aufgefordert, sein Handy auszuschalten.

Wir hatten jahrelang eine schnurlose Telefonanlage der Marke „Swissvoice“, die nur bei Verbindung funkte und sehr strahlungsarm war. Derzeit tauschen wir sie gegen eine strahlungsfreie Telefonanlage aus den 90er Jahren aus (der Telefonmanufaktur Friedrich Reiner www.telefonmanufaktur.de) auszutauschen, die noch magnetfeldfreie, analoge Schnurtelefone mit Piezo-Hörer sind. Das geht ebenso und sieht sogar noch nostalgisch aus. Zudem ist die Strahlungsfreiheit für Elektrosensible sofort positive zu spüren – Kopfschmerzen, Benommenheit & Co. gehören der Vergangenheit an.

Und, da wir in einem historischen Gebäude von 1581 leben, das mit Naturmaterialien und –Dämmstoffen gebaut ist, das zudem mitten in einem kleinen Dorf auf dem Land steht, haben wir ohnehin eine geringe Strahlung – das haben wir mehrmals messen lassen, zuletzt von Uli Weiner.

Hier unser Tipp an Sie: Holen Sie sich einen IT-Fachmann mit Messgerät und lassen Sie einmal Ihr ganzes Haus (Ihre ganze Wohnung) auf Strahlungsintensität messen. Sie werden erstaunt sein, was dabei alles zu Tage tritt. Danach können Sie damit beginnen, die Strahlungsursachen in Ihrem Haus/Ihrer Wohnung zu beseitigen. Damit tun Sie sich und Ihrer Gesundheit, wie auch der Ihrer Lieben etwas Gutes!

 

Zwei Strahlungs-Hypersensible unter sich: Uli Weiner mit Alexandra Walterskirchen

 

 

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