Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

von Helene Walterskirchen

„Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“
Dokumentarfilm Vereinigte Staaten 2016, Regie: Taggart Siegel, Jon Betz

 

 

Der Planet Erde und seine Natur sind ein Gut, das allen Menschen gleichermaßen gehört. Ebenso verhält es sich mit Wasser, Öl und anderen Bodenschätzen. Was der Mensch sich erarbeitet, darf ihm gehören; was aber dem Planeten und seiner Natur gehört, das darf weder einem einzelnen Menschen noch einer Institution noch einem Konzern gehören. Seit vielen Jahren werden jedoch von riesigen Konzernen mit den Gütern der Erde lukrative Geschäfte gemacht, die zu Lasten der einzelnen Menschen gehen und welche die Erden- und Menschheits-Gesetze gravierend verletzen. Ein solcher Bereich ist das Saatgut.

In ihrem Dokumentarfilm zeigen die Regisseure Taggart Siegel und Jon Betz auf, wie seit den 1950er Jahren das bis dahin freie Saatgut immer mehr von weltweiten Konzernen wie Monsanto/Bayer, Syngenta usw. unter ihre Herrschaft gebracht wurde und wird. Ihr Ziel: Eine Saatgut-Diktatur, d.h. kein freies Saatgut mehr für Landwirte und Gartenbetriebe, sondern das Kaufenmüssen von Saatgut bei ihnen, da es kein freies Saatgut mehr gibt. Damit verbunden sind Genmanipulationen, die sie an dem Saatgut vornehmen, damit es so anfällig ist, dass Landwirte und Gärtner gleich dazu bei ihnen die entsprechenden Pestizide und Herbizide kaufen müssen. Die Landwirte und Gärtner werden getäuscht, weil ihnen vermittelt wird, das Saatgut von Monsanto/Bayer, Synerga & Co. sei das Beste und Hochentwickelste. Dass in dem Saatgut schon der Keim für den späteren Gebrauch von Pestiziden und Herbiziden liegt, ahnen sie nicht. Da das Saatgut der Konzerne so manipuliert ist, dass es unfruchtbare Hybride sind, müssen die Landwirte und Gärtner jedes Jahr neues Saatgut kaufen und können nicht mehr – wie früher – ihr eigenes Saatgut aus ihrer Ernte gewinnen. Ein Riesen-Business für die Konzerne! Und das Ende vieler kleiner Landwirte und Gartenbetriebe. Eine ideale Gelegenheit für Monsanto/Bayer & Co. Land aufzukaufen und eigene industrielle Landwirtschaftsbetriebe zu errichten, die nach ihren Prinzipien funktionieren.

Und wer bzw. was sich diesen Konzernen entgegenstellt, wird von ihnen mit mafiösen und kriminellen Methoden torpediert und eliminiert. Da sie hinter ihrem Rücken überall, selbst in der höchsten Politik, ihre Mittelsmänner und Lobbyisten haben, die von ihnen gekauft wurden, können die Betroffenen nichts oder nur sehr wenig machen.

Taggart Siegel und Jon Betz zeigen die riesige Gefahr auf, in der sich alle jene, die mit freiem Saatgut arbeiten und sich dafür einsetzen, befinden. Und dennoch kämpfen diese Wesen, u.a. Dr. Vandana Shiva, Ray Patal oder verschiedene Häuptlinge von Indianerstämmen, die sich als Hüter der Saaten bezeichnen, einen Kampf David gegen Goliath. Vor dem Mut dieser Menschen kann man nur den Hut ziehen und sich verneigen.

Ein aussichtsloser Kampf? Es scheint so. Und dennoch können wir alle etwas dazu beitragen, das freie Saatgut zu erhalten, indem wir beispielsweise Saat-Erhaltungs-Organisationen wie z.B. Scatterseed Project, Native Seeds SEARCH, die Rocky Mountains Saaten-Alliance oder die Organisation von Dr. Shiva, Navdanya, unterstützen, oder, wenn wir selbst einen Garten haben, nur altes und freies Saatgut kaufen und verwenden. Es gibt überall auf der Welt entsprechende kleine Saatgutfirmen.

Fazit des Films: Wir haben in den vergangenen Jahren 94 % unserer Saatgut-Vielfalt auf der Erde verloren. Einst gab es beispielsweise 158 Sorten Blumenkohl, heute gibt es noch 7. Wir wollen kein Einheitsessen auf unseren Tischen, sondern wir wollen Vielfalt. Wir dürfen es nicht zulassen, dass riesige Konzerne wie Monsanto/Bayer, Synerga & Co. uns zu Einheitsmenschen und Einheitsessern machen, und damit bestimmen, was auf unsere Tische kommt und nicht. Wir wollen keine Saatgut-Diktatur und wir wollen keine Essens-Diktatur!

Ein Klasse-Dokumentarfilm, der uns bewusst macht, was Freiheit und Unfreiheit ist und wie wir unsere Freiheit bewahren können.

 

Erscheinungs-Datum des Films: 11.10.2018

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