Wildobsthecken-Pflanzung im Herbst

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Das gemeinnützige Gartenkultur-Zentrum Schloss Rudolfshausen ist eine Sektion des gemeinnützigen Kultur- und Bildungsvereins Admacum e.V.

von Alexandra Walterskirchen, Projektleiterin:

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 Alexandra Walterskirchen vor der neu eingepflanzten Wildobsthecke auf der nördlichen Schlosswiese, auf der schon die ersten Saaten aufgehen mit Beerendünger von Oscorna für unsere Himbeeren.

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An unseren Schlossgrund grenzt im Norden eine große Wiese, die zum Schloss gehört, derzeit aber nicht genutzt wird, abgesehen vom Jahresgrünschnitt, den sich ein Bauer für sein Vieh holt. An der einen Grenzseite befindet sich der Holzschuppen eines Nachbarn, der die Grenzlinie zwischen seinem und unserem Grund bildet. Dieser Bereich war bisher über die Jahre ziemlich verwildert und bot keine sinnvollen bzw. essbaren Pflanzen – weder für Tiere noch für Menschen.

Im Zuge unserer vermehrten Selbstversorgung waren wir damit befasst, möglichst viele Flächen neu, im Sinne der Selbstversorgung, anzulegen. Der Bereich entlang des Holzschuppens war ein überaus sonniger Bereich und daher für Obst- und Beerengehölze sowie für Wein besonders geeignet. So gingen wir eines Tage auf unseren Nachbarn zu und sprachen ihn diesbezüglich an, denn uns war wichtig, dass er mit unseren Plänen einverstanden war. Unser Vorschlag gefiel ihm, auch mit Blick darauf, dass wir ihm etwas von der zukünftigen Ernte abgeben würden, und er meinte, dass ihm der Verhau, so wie er derzeit entlang des Schuppens und seiner Grundstücksgrenze ist, sowieso schon länger nicht gefallen würde. Und so bildeten wir ein Gemeinschaftsprojekt: Er würde auf dem gesamten Grenzbereich den „Pflanzenverhau“, der primär aus Hartriegel bestand, entfernen und zudem das Wurzelwerk herausfräsen lassen. Gesagt getan: er würde sich um das Alte kümmern, wir würden uns um das Neue kümmern, wie Erde, Dünger, Obstbäume, Wildobstbeerensträucher, Heckenrosen, Saatgut (für essbares Grün, z.B. Senf, Spinat, Feldsalat, Winterpostelein u.) und wir würden alles mit unserem Team neu einpflanzen und den Bereich so zu einem dekorativen Wiesenbereich gestalten.

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Neu gepflanzte Wildobsthecke – Blick von der nördlichen Schlosswiese zum Schloss Rudolfshausen

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Und so gingen wir unsere bekannten Gartenzubehörfirmen, die unser „Permakultur-Versuchsanbau-Projekt Schloss Rudolfshausen“ seit 2019 unterstützen, zu und fragten an, ob Sie sich an diesem Gemeinschaftsprojekt „Wildobsthecke Schlosswiese“ beteiligen wollten. Und siehe da, trotz der ziemlichen wirtschaftlichen Krise wegen der Corona-Pandemie, erklärten sich einige Firmen spontan bereit, mitzumachen und uns die gewünschte Produkte zur Verfügung zu stellen.

Nachdem das Gestrüpp entfernt worden war, ging es ans Einpflanzen. Um den kargen Boden, auf dem früher nur Hartriegel und Gras gewachsen waren und der nur aus Wurzeln bestand, zu verbessern, haben wir reichlich Erde aufgeschüttet, die uns von der Kompostierungsanlage Kaufering  Hirschauer Recycling zur Verfügung gestellt worden ist. Das Erdbewegungsunternehmen Anton Lederle aus Holzhausen holte mit seinem Laster die Erde von der Kompostierungsanlage ab und fuhr sie freundlicherweise direkt zu uns auf die Wiese vor den Holzschuppen.

Um den Boden zusätzlich zu verbessern haben wir zur Feuchtigkeitsspeicherung Lehm von Lehmbaustoffe Schleusner aus Hohengöhren und zur Bodenstrukturverbesserung Zeolith von Zeolithwelt aus Regis-Breitingen eingearbeitet.

Danach ging es ans Pflanzen. Mit unserem unentbehrlichen Pflanzfuchs der J. Heiß GmbH aus Lenggries ging das Löcherbohren schnell und einfach. Der Schwerpunkt in unserer neuen Wildobsthecke liegt auf Hundsrosen und Schlehen, die nicht nur optisch durch ihre Blüten schön aussehen werden, sondern auch Mensch und Vögeln im Winter leckere Früchte als Nahrung bieten werden. Zudem sollen sie mit ihren Ausläufern den alten Hartriegel bzw. seine Wurzelreste in Schach halten. Die Gehölze wurden uns freundlicherweise von der JA. Schuldt Baumschule aus Ellerhoop zur Verfügung gestellt, die unser Projekt unterstützen. Zusätzlich haben wir Sanddorn von der Spezialbaumschule für Sanddorn und Wildobst  in Friedersdorf,  Himbeeren, Weinreben, Aronia, zwei Pfirsichbäume, einen Apfelbaum und einen Birnbaum gepflanzt und sind gespannt, wie sich alles entwickeln wird.

Von der Firma Oscorna aus Ulm, die ebenfalls ein Förderer unserer Schloss-Gardening-Projekte ist, bekamen wir reichlich Dünger für unsere neuen Obst- und Ziergehölze. Es handelt sich um den Profi-Dünger Hornamon und den Oscorna-Bodenaktivator, die auch für den ökologischen Anbau zugelassen sind. Da der Boden recht karg ist, ist bei der Neupflanzung eine zusätzliche Düngergabe besonders wichtig, damit sich die Obstbäume und Sträucher gut entwickeln und zahlreiche Früchte tragen. Da wir zusätzlich auch Gemüse (Mittelzehrer) unter den Sträuchern anbauen, ehe diese größer werden, ist eine Düngergabe doppelt so wichtig.

Unter die Sträucher haben wir für den Überwinterungsanbau Winterpostelein, Spinat, Rucola und Gelberüben gesät – alles in Bio-Qualität von Graines Voltz Saatgut aus Franklreich, die das Bio-Samengeschäft der bekannten Firma Hild übernommen haben und unser Gartenprojekt unterstützen. Graines Voltz ist die größte französische Firma zur Züchtung von Saatgut und Jungpflanzen für den professionellen Produktionsgartenbau und den Gemüseanbau. Wir sind von dem Saatgut sehr angetan, denn es ist nach kurzer Zeit fast alles gekeimt. Die Jungpflänzchen entwickeln sich prächtig. Das (noch) milde Herbstwetter trägt dazu bei, dass sie rasch an Größe zulegen, ehe es in den „Winterschlaf“ geht und sie dann im Februar/März (je nach Witterung) unseren Speiseplan mit erstem frischen Grün bereichern werden.

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Alexandra Walterskirchen mit Bio-Saatguttütchen (Winterpostelein) der Firma Graines Voltz (vormals Hild), die bereits im Boden keimen.

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Jetzt gilt es zu schauen, welche Pflanzen den rauen Winter überstehen, denn das Wiesengrundstück ist zum Norden hin offen auf die freien Felder. Und bekanntlich bläst von kalten Norden oft ein heftiger und kalter Wind über die Wiese, dem so manche Jungpflanzen schon zum Opfer gefallen sind. Wir sind allerdings zuversichtlich, dass es viele Pflanzen schaffen werden, haben wir sie doch bereits Mitte und Ende Oktober, wo noch weitgehend warme Temperaturen herrschten, eingepflanzt. Und der Holzschuppen bietet zudem einen weiteren Schutz vor den eisigen Ostwinden. Wir werden im Frühjahr weiter über unser Wildobsthecken-Projekt berichten.

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Wir bedanken uns bei den Unterstützern unseres gemeinnützigen Projektes:

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