Wir wollen vor keiner irdischen Macht unser Knie beugen, nur Gott allein gebührt die Anbetung

 

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von Pater Johannes Regele, Priesterbruderschaft St. Pius X:

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Pater Johannes Regele

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Predigt zum Fest des Allerheiligsten Namens Jesu, 03.01.2021

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Gläubige, die Kirche feiert unmittelbar nach dem Fest der Beschneidung des Herrn das Fest des Allerheiligsten Namens Jesu. 8 Tage nach seiner Geburt wurde das Jesuskind beschnitten und hat eben diesen Namen erhalten, der der Allerheiligste aller Namen ist, und heuer sind es genau 300 Jahre, dass Papst Innozenz XIII. dieses Fest für die universale Kirche vorgeschrieben hat. Mit dem Dekret vom 29. November 1721 wurde das Fest zu einem universalen Fest der ganzen Kirche auf Ersuchens Kaiser Karl VI., dem es ein ganz großes Anliegen war, dass sich dieses Fest verbreite und in der ganzen Kirche auch gefeiert werden sollte – nachdem es schon ein regionales Fest war, ein Fest, das vor allem im Franziskanerorden hoch gefeiert wurde. Zwei große Franziskanerheilige stehen im Zusammenhang mit diesem Fest: der heilige Bernhardin von Siena und auch der heilige Johannes von Capestrano, der ja ein großer Prediger in unserer Stadt Wien war.

Der Name Jesus ist der größte und heiligste aller Namen. Mit der entsprechenden äußeren und vor allem inneren Ehrfurcht sollen wir Christen diesen Namen aussprechen. Man zieht klassischerweise den Hut, wenn der Name ausgesprochen wird. Der Priester muss das Birett abnehmen, muss den Kopf verneigen. So heilig ist dieser Name, dass man sich sogar äußerlich entsprechend verhält bzw. ja sogar das Knie beugen kann, beugen soll, beugen muss, denn Jesus ist der Name Gottes, der heiligste und schönste aller Namen.

Und so haben wir im Introitus der Heiligen Messe diese Worte des Philipperbriefes (Phil 2,10) gehört: Im Namen Jesu Christi beuge sich jedes Knie, im Himmel, auf Erden und unter der Erde. Alle sollen das Knie beugen, vor Gott, vor dem Sohn Gottes. Und das mag gleich ein ganz wichtiger Vorsatz sein für unser christliches Leben. Wir wollen nur vor Gott unser Knie beugen. Wir wollen vor keiner irdischen Macht, vor nichts und niemanden, unser Knie beugen, nur Gott allein gebührt die Anbetung. Nur Gott allein gebührt diese höchste Verehrung.

Leider, liebe Gläubige, wird in unserer Zeit, in unseren Tagen und Jahren das Gegenteil gemacht. Der Götzendienst blüht wie nie zuvor. Die Menschen sind – leider – vom höchsten Gut, dem lieben Gott abgefallen. Und an die Stelle des lieben Gottes setzt man allerlei Geschaffenes, Irdisches. Das hat schlimmste Formen angenommen. Wir wissen noch sehr gut, was vor über einem Jahr in der ewigen Stadt Rom geschehen ist. Wie man dort in den Kirchen, ja sogar im Petersdom, ein Götzenbild aufgestellt hat. Wo man dann nachher alle möglichen Ausreden gebracht hat, dass es keines sei. Aber es ist eines! Was hat es dort zu suchen, was hat es da verloren? Die Folgen sind fürchterlich. Die Sünden gegen das erste Gebot sind ganz schwerwiegend. Es ist ein Abfall vom einen und dreifaltigen Gott. Und dass das Folgen hat, ist selbstverständlich.

Die Epistel des heutigen hohen Festes ist wunderbar. Durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den aber Gott von den Toten auferweckte; durch ihn steht jener gesund vor euch (Apg 4,10). Der Name Jesus ist allmächtig. Der Name Jesus bewirkt unendlich Großes. Er macht Kranke gesund, er treibt die Teufel aus. Er lässt uns auch heil werden, heilig werden. Haben wir das immer vor Augen! Das Aussprechen des Namens Jesu ist etwas Großartiges. Wir müssen es immer wieder nicht nur vertiefen, sondern manchmal auch neu lernen. Oft sprechen wir diesen heiligsten aller Namen völlig gedankenlos aus, weil wir schwach sind, weil wir zerstreut sind. Es wäre wirklich ein sehr segensreicher Vorsatz, den Namen Jesus mit der höchsten Ehrfurcht im Herzen zu tragen und auszusprechen.

Und dann gibt es in dieser Lesung aus dem 4. Kapitel der Apostelgeschichte sehr wichtige Worte, die man ganz genau lesen muss und ganz genau zu betrachten hat. Und jedes Wort ist von höchster Wichtigkeit. Dieser ist der Stein, den ihr Bauleute verworfen habt, er ist zum Eckstein geworden. In ihm allein ist Heil. Denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir selig werden können. (Apg 4, 11-12) In ihm allein ist das Heil. In Jesus allein werden wir das Heil finden. In niemand anderem, in nichts anderem ist das Heil zu finden. Deswegen gibt es eine wahre Religion. In den anderen Religionen kann man nicht das Heil finden, nicht gerettet werden. Man kann trotz der anderen Religionen gerettet werden, aber immer nur in Jesus Christus, dem einzigen Retter, Erlöser und Seligmacher. Kein anderer Name ist da – nur in Jesus, nur in diesem Namen, können wir selig werden.

Es ist von allerhöchster Bedeutung das neu zu betonen. Der Name Jesus ist der Name des Sohnes Gottes. Jesus Christus, das Kind in der Krippe – jetzt zu Weihnachten, in der Weihnachtszeit –, dieses Kindlein ist der liebe Gott. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Perfectus deus et perfectus homo. Wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich. Das ist Mittelpunkt unserer christlichen Lehre, dass Jesus Gott ist. Alles andere führt in den Irrtum, führte schon in der Vergangenheit in den Irrtum und führt vor allem auch in unserer Zeit in ganz fürchterliche Irrtümer, wenn man Jesus Christus nicht als wahren Gott bekennt. In ihm allein werden wir selig werden.

Bitten wir die Heiligste Familie, bitten wir Maria und Josef, dass wir ihrem Vorbild entsprechend mit dem Jesuskind umgehen in diesen Tagen von Weihnachten. Bitten wir sie um ihre Fürsprache, dass wir es so recht zu tun verstehen, dass wir immer tiefer in dieses heiligste aller Geheimnisse eindringen können. Der liebe Gott ist in der Krippe und der liebe Gott ist auf dem Altar, wahrhaft, wirklich und substanzhaft: mit seinem Leib, mit seinem Blut, mit seiner Seele und mit seiner Gottheit.

Darum freuen wir uns von ganzem Herzen, wenn wir an der Heiligen Messe teilnehmen können. Und deswegen ist die Heilige Messe auch der größte Schatz, den wir haben, und den wir um nichts aufgeben. Im Namen Jesu beugen wir unsere Knie. Alle Knie beugen sich, im Himmel, auf der Erde und unter der Erde. Alle Glieder der heiligen Kirche mögen es in so rechter Weise verstehen und wirklich auch tun. In ihm allein ist das Heil.

O Gott, du hast deinen eingeborenen Sohn zum Heiland des Menschengeschlechtes eingesetzt und ihn Jesus nennen lassen. So lass uns in deiner Huld im Himmel voll Freude ihn schauen, dessen Namen wir auf Erden verehren.

Das möge uns durch dieses wahre christliche Leben zuteil werden, dass wir ihn im Himmel schauen dürfen, in der Herrlichkeit. Bitten wir ihn darum, dahin zu gelangen. Und tun wir alles, was der liebe Gott von uns verlangt. Erfüllen wir den Willen Gottes dementsprechend, um diesen heiligsten aller Namen hier auf Erden zu verehren, und Jesus im Himmel zu schauen.

Wenn wir heuer dieses 300-Jahre-Jubiläum feiern dürfen, weil eben auf Bitten Kaiser Karl VI. dieses wunderbare Fest eingeführt wurde, so tragen auch wir dazu bei den rechten Umgang mit diesem heiligsten aller Namen in unseren Familien, in unserer Umgebung wieder mehr und mehr im guten Sinne durchzusetzen. Dass die Kinder ehrfurchtsvoll den Namen Jesus aussprechen. Dass sie klar vor Augen haben, das ist das allerwichtigste: der persönliche Umgang mit dem lieben Gott. Möge uns die allerseligste Jungfrau Maria und möge uns der heilige Josef, unser Kirchenpatron, hierbei beistehen. Amen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit. Amen.

Pater Johannes Regele (Prior)
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