Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand

von Helene Walterskirchen:

„Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand“
Regisseur: Bharat Nalhuri, Buch: Les Standiford
Abs.

 

Wer kennt sie nicht, die weltbekannte Weihnachtsgeschichte „A Christmas Carol“ des bekannten englischen Autors Charles Dickens, erschienen im Jahr 1843. Hauptfigur dieses Weihnachtsmärchens ist der kaltherzige, geizige, alte Ebenezer Scrooge, der zum Weihnachtsfest von drei Geistern heimgesucht wird, die ihn lehren, ein besserer Mensch zu werden.

In diesem Film geht es um die Entstehung des Werkes „A Christmas Carol“. Charles Dickens (gespielt von Dan Stevens) ist die Hauptperson. Der 31-jährige Schriftsteller, der durch sein Werk „Oliver Twist“ (erschienen 1738) erfolgreich und vermögend geworden ist, lebt 1843 in einem herrschaftlichen Haus in London, zusammen mit seiner Frau Catherine (gespielt von Morfydd Clark), ihren vier kleinen Kindern und Hauspersonal. Nach seinem sensationellen Erfolg erlebt Charles Dickens mit zwei weiteren Büchern einen Flop und gerät, aufgrund seines luxuriösen Lebensstils, in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Er ringt um eine zündende Idee für ein neues Buch, um endlich wieder an seinen gewohnten Erfolg anschließen zu können.

In diese schwierige Zeit fällt der Besuch seines Vaters (gespielt von Jonathan Pryce), der ebenfalls Geld braucht und sich mit seiner Frau bei ihm einnistet. Was niemand weiß und worüber Charles Dickens auch nicht redet ist, dass sein Vater einst wegen Schulden inhaftiert worden war und er, der damals 11 Jahre alt war, die Schulden des Vaters in einer Fabrik für Schuhpolitur abarbeiten musste. Diese Zeit, in der der sensible und intelligente Junge so erniedrigt wurde, steht seitdem wie ein Damoklesschwert zwischen Vater und Sohn. Durch den Besuch des Vaters kommen die Erinnerungen von damals wieder hoch und die bösen Geister der Angst und Erniedrigung, die er in jener Zeit erlebte, suchen ihn wieder heim. Charles Dickens Gemüt verändert sich dadurch: er wird düster, hart und kalt.

Eines Tages kommt ihm ein glücklicher Zufall zu Hilfe: Als er ins Kinderzimmer kommt sieht er, wie das junge, irische Kindermädchen Tara (gespielt von Anna Murphy), das in seinem Haushalt arbeitet, den Kindern ein Märchen erzählt, in dem es um Gespenster geht, die zum Weihnachtsfest erscheinen. Aus der Inspiration formt sich bei Charles Dickens schnell eine Geschichte, die Stück für Stück Form annimmt und so lebendig wird, dass die Hauptpersonen des neuen Werks wie leibhaftig vor ihm erscheinen, allen voran der alte Ebenezer Scrooge (gespielt von Christopher Plummer).

Die Wochen bis zur Fertigstellung seines neuen Buches verbringt Charles Dickens in seiner ganz eigenen Welt, der Welt eines Autors, der besessen ist von seinem Werk, das sich Stück für Stück in ihm formt und aus ihm fließt. Eine brillante Darstellung von dem, was ein Autor beim Schreiben eines Werkes erlebt: Das Abtauchen in eine andere Welt, in eine fiktive Geschichte, die wie ein Klumpen Lehm vor ihm liegt und darauf wartet, von ihm geformt zu werden, von Gestalten, die er dabei zum Leben erweckt und die mit der Story lebendig werden und die mit dem Autor in eine Kommunikation eintreten. In dieser schöpferischen Zeit ist der Autor nicht mehr Mensch, der unbeschwert sein Alltagsleben führt, zugänglich und heiter ist gegenüber seiner Frau und seinen Kindern, sondern er wird zu einem völlig anderen Wesen, düster, schwierig, schwer, zerrissen, unzugänglich. Erst als er sein Manuskript vollendet, löst sich die Besessenheit und er wird wieder zu dem Wesen, das er immer war.

Der Film „Charles Dickens: Der Mann der Weihnachten erfand“, zeigt eindrücklich den Prozess des schöpferischen Wirkens eines Schriftstellers, der mit seiner ganzen Seele und seinem Herzblut ein literarisches Werk geschaffen hat, das heute Bestandteil der Weltliteratur ist.

Abs.

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65205 Wiesbaden

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Starttermin: auf DVD am 17. Oktober 2019

 

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