Eilika von Habsburg-Lothringen – zwischen Tradition und Moderne

von Helene Walterskirchen:
Eilika von Habsburg-Lothringen – zwischen Tradition und Moderne


Vor fast 20 Jahren lernte ich Eilika von Habsburg-Lothringen (im nachfolgenden kurz Eilika Habsburg genannt) und ihren Mann Georg bei der Arbeit an meinem Buch „Aristokraten – Leben zwischen Tradition und Moderne“, das im Jahre 2000 im Ueberreuter Verlag Wien erschienen ist, persönlich kennen und schätzen. Diesem Treffen folgte einige Jahre später ein weiteres, als ich Eilika Habsburg in meinem Buch „Benefiz-Ladies“ mit ihrer ungarischen Eilika-Habsburg-Stiftung porträtierte. Damals lebte sie mit ihrem Mann noch in einem Mehrfamilienhaus in Budapest, heute dagegen lebt sie mit ihrer Familie im ca. 30 km entfernten Ort Soskut in einem herrschaftlichen Gebäude, das damals gerade im Bau war.

Eilika Habsburg, geboren am 22.8.1972 in Bad Segeberg, ist eine geborene Herzogin von Oldenburg und damit Angehörige des deutschen Hochadels. Sie ist ausgebildete Direktions-Assistentin und Europa-Sekretärin, was ihr im täglichen Leben bei den verschiedensten Management- und Organisations-Aufgaben des eigenen Betriebes wie auch ihrer Stiftung sowie bei den vielfältigen repräsentativen Pflichten als führendes Mitglied des Hauses Habsburg zu Gute kommt. Eilika Habsburg ist die Frau von Georg von Habsburg-Lothringen (* 16.12.1964 in Starnberg), der dem einstmals regierenden Hause Habsburg in Österreich entstammt. Er ist der Sohn von Otto von Habsburg-Lothringen, der bis zur Abschaffung der Monarchie im Jahre 1919 Kronprinz von Österreich war und dessen Vater als Karl I. der letzte Kaiser von Österreich gewesen ist.

Welche gesellschaftliche Position Eilika und Georg von Habsburg-Lothringen in Ungarn haben, zeigt ein Film des NDR vom 12.6.2017 mit dem Titel „Nachfahren von Kaiserin Sissi zu Gast in Budapest“ mit folgender Headline: „Vor 150 Jahren wurde Kaiser Franz Josef I. von Österreich auch zum König von Ungarn gewählt. Zur Fahnenweihe in Budapest sind die Nachfahren angereist, darunter auch Georg von Habsburg und seine Familie.“ In dem kurzen Film werden Georg von Habsburg-Lothringen und seine Frau Eilika nicht nur als „Erzherzog“ und „Erzherzogin“ tituliert, sondern es wird auch darauf Bezug genommen, dass im heutigen Ungarn ein Hype in Richtung Habsburger-Monarchie besteht.

Es ist ein strahlender Herbsttag im Oktober als ich mich mit meinem Wiener Fotografen auf in Richtung nach Budapest-Soskut mache: ein fast tiefblauer Himmel, an dem die Sonne so intensiv scheint als wolle sie ihre ganze Kraft versprühen, dazu ist es beinahe sommerlich warm – ein wahres Kaiserwetter.

Als ich mich mit meinem Fotografen dem stattlichen Anwesen von Eilika und Georg von Habsburg–Lothringen nähere, ist dies nicht eine dem herrschaftlichen Charakter des Gebäudes angemessene Zufahrtsstraße, sondern ein holpriger und ungeteerter Feldweg, der mitten durch die ungarische Prärie führt und mich zweifeln lässt, ob wir richtig sind. Als jedoch die Kulisse des „Habsburger Landschlosses“ – dies drängt sich mir als passende Bezeichnung für das Gebäude auf – seitlich vor uns auftaucht, ist unumstritten klar, dass wir am Ziel angelangt sind. Beim Einfahren in das Gelände zeigt sich, dass sich an das stattliche Wohnhaus eine große Reitanlage mit Ställen und Koppeln anschließt. Pferdegewieher aus allen Ecken und Ende erscheint mir wie eine freundliche Begrüßung, die anschließend noch durch Eilika Habsburg fortgeführt wird, die uns leger in Empfang nimmt. Sie ist groß, schlank und wie immer völlig natürlich ohne eine Spur von Make-up.

Nachdem sie uns in der großen, lichtdurchfluteten Küche mit Tee und Kaffee versorgt hat, lassen wir uns im Salon nieder. Auffällig sind die hohen Fenster, durch die die Sonnenstrahlen hereinfallen und ein warmes, fast gleißendes Licht im Salon verbreiten. Schnell kommt eine ungezwungene Unterhaltung in Gange, in der sie mir von mir ihren drei Kindern, Sophie (* 12.1.2001), Ildiko (* 6.6.2002) sowie Karl Konstantin (*20.07.2004) berichtet, welche die Deutsche Schule in Budapest besuchen. Sie erzählt vom üblichen Freud und Leid einer Mutter von schulpflichtigen Kindern, von schulischen Gegebenheiten, wie einer 44-Stunden-Woche, denen die Kinder ausgesetzt sind, von Lehrern, die noch spät am Abend Hausaufgaben aufgeben, welche am nächsten Tag fertig sein müssen, von damit verbundenen übermäßigen Belastungen von Kindern und Familienleben, von den Ferien, die in Kürze sein werden und dass sie diese mit Mann und Kindern in Indien verbringen wird.

Eilika Habsburg mit der Autorin im legeren Gespräch im Salon

Auf meine Frage, ob sie eine strenge Mutter ist, antwortet Eilika Habsburg mit einem knappen „ja“. Sie spricht von Werten, die sie ihren Kindern beibringt und von ihnen verlangt wie Verantwortung und Pflichtgefühl. Bei Missachtung dieser Werte kann sie schon mal sehr unangenehm werden, gibt sie ohne Schnörkel zu. Insbesondere die Mitverantwortung für die Pferde und die Hunde, die zur „Familie“ gehören, ist für Eilika Habsburg ganz besonders wichtig. Diese Mitverantwortung verlangt sie jedoch nicht nur von ihren Kindern, sondern auch von ihren Schülern, die in ihrem Ausbildungsstall reiten und voltigieren lernen und praktizieren.

Aus unseren früheren Gesprächen weiß ich, dass Eilika Habsburg eine passionierte Reiterin ist und so verwundert es mich nicht, dass sie ihren einstigen Ein-Mann- bzw. Eine-Frau-Reitbetrieb zu einem umfassenden Ausbildungsstall mit vier Mitarbeitern und derzeit 120 „Schülern“ aufgebaut hat und unternehmerisch betreibt. Auf dem Ausbildungsplan stehen Parasport, Hippotherapie bzw. heilpädagogisches Reiten sowie Voltigieren als Leistungssport. Derzeit befinden sich ca. 30 Pferde in ihrem Reitstall bzw. Ausbildungsstall. Eilika Habsburg: „Wir haben eigene Pferde, Berittpferde für den Verkauf sowie Einstellerpferde von derzeit 15 verschiedenen Pferdebesitzern.“

Dies ist nur eine Leseprobe. Den gesamten Inhalt des Artikels können Sie in unserer Printausgabe des Kultur-Magazins lesen.

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