Entenküken auf unserem Schwimmteich
Update-Gardening
Wer liebt nicht Enten oder Entenküken auf dem eigenen Gartenteich? Sie vermitteln ein Gefühl von Natürlichkeit und einem echten See mit Enten. Doch zumeist bleibt dies ein unerfüllter Wunsch, denn Enten finden sich im eigenen „Kunstteich“ nur selten ein. Deko-Entenfiguren im Gartencenter sollen diesem Wunsch Abhilfe schaffen und so hatten auch wir lange Zeit süße Figuren von Enten und Entenküken aus Keramik und Kunststoff für unseren Teich, bis wir vor ca. 6 Jahren erstmals wirklichen Besuch von einem Stockentenpärchen bekamen, welche aber nicht brüteten.
Von da an erschienen die beiden Stockenten jedes Jahr im zeitigen Frühjahr, um auf unserem Schwimmteich und angrenzenden Naturteich zu schwimmen und zu gründeln. Sie blieben traditionell für einige Wochen und wir bezeichneten den jährlichen Besuch unseres Stockentenpaares scherzhaft als „Flitterwochen“. Doch immer dann, wenn die Brutzeit nahte, verließen uns die Stockenten, sodass wir sehr zu unserem Bedauern niemals deren Nachwuchs zu Gesicht bekamen. In diesem Jahr kam es anders, denn nicht nur blieb unser Stockentenpärchen länger als gewöhnlich, sondern hatte auch die Vogelfutterstation im Garten für sich als Futterquelle entdeckt. Besonders lecker fand es offenbar das Bodenfutter mit Bio-Haferflocken, an dem das Stockentenpärchen jeden Spätnachmittag oder Abend zum „Dinner“ erschien.
Heftigen Streit gab es, als eines Tages ein zweiter männlicher Konkurrent im Garten erschien und nicht nur an der Dame, sondern auch der Vogelfutterstation als Futterquelle interessiert war. Am Ende war es unsere Stockentendame, die den Konkurrenten lautstark durch den Garten jagte, in den Bürzel zwickte und vertrieb, während ihr Gatte ihr treu folgte.
Eines Tages verschwand unsere Stockentendame plötzlich und war über 3 Wochen nicht zu sehen. Wir vermuteten, dass sie in der Nähe brütete, konnten aber kein Nest finden. Ihr Gatte erschien nun jeden Morgen und Nachmittag allein zum Baden und Essen an der Vogelfutterstation.
Eine Woche vor Pfingsten gab es dann an einem Sonntagmorgen die Überraschung: auf unserem Schwimmteich schwamm unsere stolze Stockentenmama mit 9 frisch geschlüpften ganz kleinen Entenküklein. So schnell wie die Stockentenfamilie erschienen war, war sie auch wieder verschwunden und für eine Woche hörten wir zwar immer wieder das Fiepen der Entenküken und Entenquaken in der Nähe, aber bekamen die kleinen Entenküken nicht mehr zu Gesicht.
Kurz nach Pfingsten watschelten sie dann auf eines Nachmittags durch das offene Schlosstor in den Schlossgarten und steuerten über die Wiese dem Schwimmteich zu, wo eine Schwimm- und Gründelstunde eingelegt wurde, ehe es zum Abendessen zur Vogelfutterstation ging. Mama Stockente wachte sorgsam bei jedem Schritt über ihre Kinderchen – jetzt waren es leider nur noch 8. Innerhalb einer Woche waren die kleinen Küken erstaunlich gewachsen und liefen schon wesentlich sicherer auf ihrer Beinchen durch die Wiese.
Danach wurde noch einmal ein kurzer Schwimmausflug gemacht, ehe die Familie den Schlossgarten wieder durch das Haupttor verließ, wobei wir sorgsam darüber wachten, dass sie die Straße sicher überqueren konnten, aber die Autofahrer hatten sie bereits gesehen und hielten an.
In diesem Jahr ist unser Traum Wirklichkeit geworden: Einmal Entenkinder auf dem Schwimmteich zu haben. Dies bestätigt uns, dass nicht nur die Wasserqualität und das Ökosystem im Teich stimmen (der Teich wird mit Brunnenwasser gespeist), sondern auch, dass sich die Enten bei uns wohl und sicher fühlen und uns vertrauen!
Wir wünschen auch Ihnen einen schönen Frühsommer und vielleicht haben ja auch Sie irgendwo Vogelkinder oder Entenkinder in ihrem Garten – sie sind eine wahre Freude und Ausdruck der Fruchtbarkeit der Schöpfung!
Alexandra Walterskirchen