Historische Schuhe und Stiefel von CP sind wie Wellness für die Füße

von Alexandra Walterskirchen:

 

Die Autorin mit ihren historischen Schuhen von CP im Schlossgarten Rudolfshausen

 

Was tun, wenn man wie ich, sehr spezielle Füße hat, für die keine „normalen“ Schuhe passen? Darunter verstehe ich die Schuhe, die man bei uns in Schuhgeschäften kaufen kann, also all die gängigen Schuhe, die Millionen von Menschen tragen. Ich jedenfalls kann sie nicht tragen, da ich darin meistens keinen richtigen Halt habe und dadurch nicht richtig gehen kann. Das Problem begleitet mich seit vielen Jahren und ich bin richtig glücklich, wenn ich mal ein Paar Schuhe finde, die einigermaßen passen. Aber nicht nur das Problem begleitet mich seit Jahren, sondern auch die Frage: Wo finde ich endlich die richtigen Schuhe, die für meine schmalen Füße passen?

Vor sieben Jahren sind wir in das historische Schloss Rudolfshausen bei Landsberg am Lech gezogen und haben unseren Lebensstil auf ökologisch, nachhaltig und traditionell umgestellt. Wir haben uns mit der Frage beschäftigt: „Wie haben die Menschen im 16. Jahrhundert, als das Schloss erbaut wurde, gelebt, wie haben sie sich ernährt und gekleidet? Und natürlich, welche Schuhe haben sie damals getragen? Damals gab es noch keine Schuhfabriken wie heute, sondern Schuhmacher-(Meister), die Schuhe anfertigten und dabei natürliche Materialien verwendet haben und nicht solch giftige, chrombearbeitete Leder und Futter verwendet haben, wie dies heutzutage der Fall ist.

Das Internet, so es oft Fluch ist, kann auch Segen sein. Ich folgte meiner Intuition und gab in die Google-Suchmaschine den Begriff „Schuhe wie im Mittelalter“ ein. Auf diese Weise entdeckte ich per Zufall, dass es eine Gruppe von Menschen, die Mittelalter-Fans, Living History- und LARP-Begeisterte sind, gibt, die ihre historischen Kostüme selbst herstellen, darunter auch die passenden Schuhe – nicht mit Plastik oder anderen modernen Materialien, sondern mit den Naturstoffen, die man damals zur Verfügung hatte.

Einer, der heute historische Schuhe und Produkte, wie Kleidung und Rüstungen, verkauft, ist der Mittelalter- und LARP-Begeisterte Christian Pohen aus Wagenfeld, der einen umfangreichen Internet-Shop namens CP-Schuhe betreibt. Es gibt Original Wendeschuhe, historische Schuhe, Kostüm-Schuhe, historische Stiefel, Kinderschuhe, Holzschuhe, Trippen und Gamaschen. Der Käufer kann unter verschiedenen Sohlen und Typen wählen: soll der Schuh wirklich authentisch sein für historische Darstellungen, z.B: Wendeschuhe, oder eine Mischung aus modernen Fakten, z.B. praktische Gummisohle nach historischen Grundlagen. Jeder kann für sich selbst entscheiden, welchen Schuh er/sie möchte.

Als ich meine ersten Mittelalterschuhe (Modell Eberhard) erhielt, war ich beeindruckt, wie hübsch sie aussahen mit ihrer spitzen und eleganten Form. Anders, als andere Schuhe, die zwar super aussehen, aber sich furchtbar tragen, waren diese Schuhe von Anfang an bequem. Ich erlebte ein völlig anderes Tragegefühl als mit den „normalen“ Schuhen aus den Schuhgeschäften. Waren die Schuhe bzw. das Leder zu Beginn noch ein wenig starrig, so passte es sich mit der Zeit immer mehr meinem Fuß an, verschmolz mit diesem und wurde zu einer zweiten Haut. Ich erlebte das, was unsere Vorfahren mit rahmengenähten Schuhen, historischen Stiefeln und Schuhen bezwecken wollten: einen bequemen Schuh, der den Fuß vor den Unebenheiten des Terrains und den wechselnden klimatischen Bedingungen schützen sollte, aber so leicht war, dass er weder behinderte noch störte. Und auf keinen Fall sollte man darin Blasen bekommen. Deswegen hatten die früheren Schuhe viele Lederbänder und Schnüre, so dass man sie entsprechend individuell einstellen konnte.

Meine mittlerweile große Mittelalterschuh-Sammlung besteht aus original historischen Modellen. Für meine Füße sind die Mittelalterschuhe wie Wellness. Sie sind leicht, atmungsaktiv, kaum zu spüren und doch ein Schutz für den Fuß. Man fühlt sich unterstützt, geborgen und mit der Erde verbunden, denn die Ledersohle ermöglicht einen engeren Erdkontakt und Erdbezug als dicke Gummi- oder Plastik-Sohlen. Es ähnelt dem Barfußgehen. Man kann historische Schuhe übrigens nicht nur im Sommer tragen, sondern auch im Winter. Ein paar dicke Wollsocken reichen als Wärmeschutz. Ich habe meine Mittelalterschuhe selbst bei Schnee getragen und habe zum Erstaunen meiner Mitmenschen nicht gefroren.

Zwei Punkte sind allerdings bei historischen Schuhen zu beachten: Man muss sie eintragen. Das dauert einige Zeit. Auch die Ledersohle muss eingelaufen werden (am besten über Kieswege), damit sie ein Profil bekommt und man bei nassem Wetter oder auf glatten Böden nicht ausrutscht. Übrigens sind die Mittelalterschuhe jederzeit reparabel und man kann auch auf Wunsch die Sohlen austauschen lassen, z.B. statt einer Ledersohle eine römische Nagelsohle, mit der man sehr trittsicher im Garten arbeiten oder in der Natur wandern kann. Schuhe trug man früher ein Leben lang und sie waren keine Wegwerfprodukte wie dies heute der Fall ist.

Mittlerweile trage ich fast nur noch Mittelalterschuhe und liebe sie. Ich habe in ihnen noch nie Blasen bekommen. Sie sind wunderbar zu tragen, sehen zudem noch toll aus und vermitteln ein Gefühl von Individualität, was in der heutigen Schuhmodekultur verloren gegangen ist. Meine Mittelalterschuhe sind ein Ausdruck meiner Persönlichkeit, bewusst anders zu sein und gemäß einer alten/neuen Lebensphilosophie zu leben, die auf Nachhaltigkeit und Ökologie setzt.

 

 

 

CP-Schuhe
Christian Pohen
Varreler Straße 7
D-49419 Wagenfeld

Telefon: 05774/9974041
Mobil: 0170 / 4565169
E-Mail: info@historische-schuhe.de
www.historische-schuhe.de

 

Diese Produktempfehlung basiert auf unseren eigenen Erfahrungen, die wir mit dem Produkt gemacht haben. Wir übernehmen keine Garantie und Haftung, wenn Sie das Produkt aufgrund unserer Empfehlung verwenden, jedoch nicht dieselben positiven Erfahrungen machen wie wir. Die Nutzung des Produktes aufgrund unserer Empfehlung geschieht auf Ihr eigenes Risiko und Ihre eigene Gefahr.

 

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