Über den Götzendienst des Zweiten Vatikanischen Konzils

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von Erzbischof Viganò
übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Walterskirchen

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Erzbischof Carlo Maria Viganò

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.Seltsamerweise verhindern die ökumenische Offenheit, der synodale Weg und Pachamama nicht die Intoleranz gegenüber Katholiken, deren einziger Fehler darin besteht, dass sie nicht vom Glauben abfallen wollen.

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Montag, 22. Februar 2021 (LifeSiteNews) – Publikation in LifeSiteNews unter folgendem Titel:

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„Fratelli tutti“ besagt die Akzeptanz von allem… – ausgenommen katholisch zu sein

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Anmerkung der Redaktion: Der nachfolgende Text wurde ursprünglich am 3. Februar unter folgendem Titel geschrieben.

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QUICUMQUE VULT SALVUS ESSE.
Über den Götzendienst des Zweiten Vatikanischen Konzils
Die solche machen, sind ihnen gleich, und alle, die auf sie hoffen.
Ps 113,16

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Während ehemals katholische Nationen Gesetze einführen, die Abtreibung und Sterbehilfe sowie Gender-Theorie und sodomitische „Ehen“ fördern; während in den Vereinigten Staaten ein rechtmäßig gewählter Präsident im Weißen Haus von einem korrupten, verdorbenen und abtreibungspropagierenden „Präsidenten“ usurpiert wird, der mittels eines gigantischen Betruges unter dem unterwürfigen Beifall von Bergoglio und progressiven Bischöfen an die Macht gebracht wurde; während die Weltbevölkerung von Ränkeschmiedern und Verschwörern als Geiseln gehalten wird, die von der Psychopandemie und der Einführung unwirksamer und gefährlicher Pseudoimpfstoffe profitieren, konzentriert sich die Besorgnis von Franziskus auf die Katechese, inszeniert in einem ,Monolog‘ den er am 30. Januar für ein ausgewähltes Publikum des Nationalen Katechetischen Amtes der Italienischen Bischofskonferenz [CEI] gehalten hat. Die Show wurde anlässlich des 60. Jahrestages des Katechetischen Amtes präsentiert, „ein unverzichtbares Instrument für die Erneuerung der Katechese nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil“.

In diesem Monolog, der höchstwahrscheinlich von einem grauen Funktionär des CEI in Umrissform geschrieben und dann dank der Improvisation, in der sich der August-Redner auszeichnet, aus dem Stegreif entwickelt wurde, werden alle Worte, die den Anhängern der Konzilskirche so sehr am Herzen liegen, verwendet: in erster Linie das Wort „kerygma“, das jeder gute Modernist in seinen Predigten niemals auslassen kann, obwohl er fast immer die Bedeutung des griechischen Begriffs nicht kennt, den er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht einmal deklinieren kann ohne über Akzente und Endungen zu stolpern. Offensichtlich die Unwissenheit derer, die den Refrain des Zweiten Vatikanischen Konzils wiederholen, das instrumentum regni, seitdem die Geistlichen gezwungen waren, die katholische Doktrin aufzuheben, um den kreativen Ansatz des neuen Weges zu privilegieren. Sicherlich würde die Verwendung des Wortes „Bekanntmachung“ anstelle von kerygma die Reden der Eingeweihten trivialisieren und auch die verächtliche Intoleranz dieser Elitekaste gegenüber der Mehrheit offenbaren, die hartnäckig an dem verbotenen posttridentinischen Notionismus festhält.

Es ist kein Zufall, dass die Innovatoren den Katechismus des Heiligen Pius X. mit aller Kraft verabscheuen, der in der Kürze und Klarheit seiner Fragen und Antworten keinen Spielraum für die Kreativität des Katecheten lässt. Der Katechet sollte – ist es aber seit sechzig Jahren nicht mehr gewesen – derjenige sein, der das übermittelt, was er erhalten hat, und keine schwer fassbare „persönliche Erinnerung“ an die Heilsgeschichte, in welcher er von Zeit zu Zeit auswählt, welche Wahrheiten weitergegeben und welche beiseite gelassen werden sollen, um seine Zuhörer nicht zu beleidigen.

In der barmherzigen Bergoglianischen Kirche, dem Erben der nachkonziliaren Kirche (beides Varianten eines Geistes, der nichts Katholisches mehr besitzt), ist es erlaubt, jedes Dogma, jede Wahrheit der Kirche jedes lehramtliche Dokument und jede päpstliche Aussprache vor 1958 zu diskutieren, zu bestreiten und abzulehnen. Nach den Worten von Franziskus kann man „Brüder und Schwestern aller sein, unabhängig vom Glauben“. Jeder Gläubige kann die sehr schwerwiegenden Auswirkungen des gegenwärtigen Pseudo-Lehramtes klar verstehen, welches der ständigen Lehre der Heiligen Schrift, der göttlichen Tradition und des apostolischen Lehramtes in unverschämter Weise widerspricht. Das naive Opfer jahrzehntelanger konziliarer Neuprogrammierung der Katholiken könnte jedoch glauben, dass in diesem zusammengesetzten Babel aus Ketzern, Protestierenden und derjenigen, die dem Laster frönen, zumindest ein gewisser Raum für orthodoxe, hingebungsvolle und tugendhafte Untergebene des Papstes verbleibet.

Alle Brüder, unabhängig vom Glauben? Dieses Prinzip der toleranten und unbestimmten Akzeptanz kennt keine Grenzen … ausgenommen tatsächlich katholisch zu sein. In der Tat lesen wir im Monolog von Bergoglio am 30. Januar in der Sala Clementina folgendes:

„Das Konzil ist das Lehramt der Kirche. Entweder sind Sie in der Kirche und folgen daher dem Konzil, und wenn Sie dem Konzil nicht folgen oder es auf Ihre eigene Weise tun, nach Ihrem eigenen Wunsch interpretieren, dann sind Sie nicht in der Kirche. Wir müssen in diesem Punkt anspruchsvoll und streng sein. Über das Konzil wird nicht verhandelt, um mehrere von ihnen zu haben… Nein, das Konzil ist dieses eine. Und dieses Problem, das wir erleben, die Selektivität des Konzils, hat sich im Laufe der Geschichte auch bei anderen Konzilen wiederholt.“

Möge der Leser die Güte haben, sich nicht mit der zweifelhaften Prosa unseres Redners zu befassen, der in seiner Improvisation aus dem Stegreif das Chaos der Doktrin mit dem Abschlachten der Syntax verbindet. Die Botschaft der Rede an die Katecheten stürzt die barmherzigen Worte von Fratelli tutti in einen Widerspruch und erzwingt eine notwendige Änderung des Titels des „enzyklischen“ Briefes zu: „Alle Brüder mit Ausnahme der Katholiken“. Und wenn es sehr wahr und vertretbar ist, dass die Konzilien der Katholischen Kirche Teil des Lehramtes sind, kann dasselbe jedoch nicht für das einzige „Konzil“ der neuen Kirche gesagt werden, das – wie ich schon oft gesagt habe – die kolossalste Täuschung darstellt, die jemals von den Hirten der Herde des Herrn durchgeführt worden ist; eine Täuschung – repetita juvant – die in dem Moment erschien, als eine Clique verschwörerischer „Experten“ beschloss, die Instrumente der kirchlichen Regierungsführung – Autorität, lehramtliche Akten, päpstliche Lehrreden, Dokumente der Kongregationen, Texte der Liturgie – zu einem entgegengesetzten Zweck zu verwenden als dem, welchen der göttliche Gründer festgesetzt hatte, als er die Heilige Kirche gegründet hatte. Dadurch wurden die Untergebenen gezwungen, sich an eine neue Religion zu halten, die immer offensichtlicher antikatholisch und letztendlich antichristlich war und sich der heiligem Autorität der alten, verachteten und missbilligten vorkonziliaren Religion widerrechtlich bemächtigt hatte.

Wir befinden uns daher in der grotesken Situation, die Verleugnung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, die Göttlichkeit Jesu Christi, die Doktrin von Fürbittegebeten für die Verstorbenen, die Zwecke des Heiligen Messopfers, die Transsubstantiation und die immerwährende Jungfräulichkeit der Allerseligen Jungfrau Maria ohne kanonische Sanktion zu hören (wenn das nicht der Fall wäre, wären fast alle Konsultoren des Zweiten Vatikanischen Konzils und der heutigen römischen Kurie bereits exkommuniziert worden); gemäß Bergoglios Aussage: „Wenn Sie dem Konzil nicht folgen oder es auf Ihre eigene Weise tun, nach Ihren eigenen Wunsch interpretieren, dann sind Sie nicht in der Kirche.“ Bergoglios nachfolgende Aussage erfordert Verurteilung jeglicher Kritik am Konzil lässt uns fassungslos zurück:

„Mich lässt das so sehr an eine Gruppe von Bischöfen denken, die nach dem Ersten Vatikanum ausgetreten sind, oder eine Gruppe von Laien oder eine Gruppe, die die Kirche verließen, um woanders die ,wahre Lehre´ fortzusetzen, die nicht die des Ersten Vatikanums war. Sie sagten, sie seien die ,wahren Katholiken´… Heute ordinieren sie Frauen.“

Es sei darauf hingewiesen, dass „eine Gruppe von Bischöfen, eine Gruppe von Laien oder eine Gruppe“, die sich [wie oben genannt] geweigert hatten, sich an die unfehlbar definierte Doktrin des Ersten Ökumenischen Konzils des Vatikans zu halten, sofort verurteilt und exkommuniziert worden sind, während sie heute mit offenen Armen begrüßt werden würden –“unabhängig vom Glauben“ -, und dass diejenigen Päpste, die zu damaliger Zeit die Altkatholiken verurteilt hatten, heute auch das Zweite Vatikanum verurteilen würden und von Bergoglio beschuldigt werden würden,„ nicht in der Kirche zu sein“. Auf der anderen Seite sind die Lektorinnen und Akolythinnen der jüngsten Neuerung nichts anderes als ein Auftakt zu dem Ort „Heute ordinieren sie Frauen“, an welchem diejenigen, die die Lehre Christi aufgeben, unweigerlich enden.

Seltsamerweise verhindern die ökumenische Offenheit, der synodale Weg und Pachamama nicht die Intoleranz gegenüber Katholiken, deren einziger Fehler darin besteht, dass sie nicht vom Glauben abfallen wollen. Und doch, wenn Bergoglio vor hat „keine Zugeständnisse [zu] machen an diejenigen, die versuchen, eine Katechese zu präsentieren, die nicht mit dem Lehramt der Kirche übereinstimmt“, verleugnet er sich selbst und das angebliche Primat der Pastoralen über die Glaubenslehre, die in Amoris Lætitia als Eroberung derer theoretisiert, die Brücken und keine Mauern bauen, um einen Ausdruck zu verwenden, der den Höflingen von Santa Marta so ans Herz gewachsen ist.

Von nun an könnten wir die Anfänge des Athanasischen Glaubensbekenntnisses aktualisieren. Quicumque vult salvus esse, ante omnia opus est, ut teneat Modernistarum hæresim. [Jeder, der selig werden will, muss vor allem den häretischen Modernismus festhalten. Iim Ursprungstext heißt es „den katholischen Glauben“]

+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof
Februar 2021

Sancti Blasii Episcopi et Martyris

Dieser Artikel erschien zuerst in LifeSiteNews USA am 22. Februar 2021 in englischer Sprache unter folgendem Link:

https://www.lifesitenews.com/opinion/abp-vigano-fratelli-tutti-means-acceptance-of-everythingexcept-being-catholic