Vogelfütterung mit heimischen Saaten

Unsere Empfehlung von Alexandra Walterskirchen:
Vogelfütterung mit heimischen Saaten


Dieser Beitrag ist eine Ergänzung zum Beitrag „Unsere Empfehlung für Vogelfreunde“ aus unserer Rubrik „Schloss-Perlen“  vom 17.11.2017:

Darin schrieben wir am Ende des Beitrags: „Momentan experimentieren wir mit einem neuen Vogelfutter aus heimischen Saaten vom Biohof Lex – als Alternative zu Sonnenblumenkernen aus China. Darüber werden wir im Online-Kultur-Magazin berichten. Die ersten Ergebnisse sind sehr positiv.“

Nachfolgend unsere weiteren Erkenntnisse, seitdem wir unsere Vögel mit einer heimischen Mischung aus biologisch angebauter Speisehirse, Wildhirse und Unkrautsamen (u.a. Löwenzahn) füttern, die uns vom Biohof Lex zur Verfügung gestellt werden:

1. Die Vögel sind jetzt im November und beginnenden Dezember (noch) sehr zahlreich da – ganz im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren, in denen wir im Spätherbst und beginnenden Winter so gut wie keine Vögel mehr hier hatten. Erstaunlich lange waren auch noch Stare da. Jetzt sind überwiegen Spatzen, Meisen und Finken an den Futtersäulen.

2. Wir hatten einige Zeit zwei unterschiedliche Futtersäulen: eine mit unserem „alten“ Bio-Vogelfutter, das primär aus Sonnenblumenkernen bestand, und eine mit dem „neuen“ Bio-Vogelfutter, bestehend aus heimischen Saaten. Die Vögel bevorzugten eindeutig die Säule mit den heimischen Saaten. Dies ging sogar soweit, dass sie die Säule mit dem „alten“ Biofutter nicht mehr anrührten, so dass wir das Futter nach einiger Zeit entsorgen mussten, da es zu faulen begann. Danach befüllten wir auch die zweite Futtersäule mit heimischen Saaten. Seitdem werden beide Säulen von den Vögeln besucht.

3. Die Vögel verzehren das neue Futter in doppelter Menge und sind ganz „wild“ darauf. Sie freuen sich sichtbar über das neue Futter! Es scheint so, als ob die Sonnenblumenkerne, die im übrigen aus China importiert werden und die Basis jeder Vogelfuttermischung bilden, nicht zu ihren „Lieblingsspeisen“ gehören, sondern nur zwangsläufig verzehrt werden, weil nichts anderes da ist. Das kann daran liegen, dass die Sonnenblumenkerne viel größer als die kleinen Saaten von Hirse und Unkrautsamen sind, und von den Vögeln zuerst „zerlegt“ werden müssen, ehe sie diese verzehren können.

4. Auch das Futter der Bodenfutterstation wird komplett abgelehnt, welches aktuell noch aus einer Bio-Vogelfuttermischung aus Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Mais, Beeren und Karotten besteht. Hier suchen wir noch mit dem Biohof Lex nach einer Ersatzlösung, da die kleinen Saaten von Hirse und Unkraut durch die Futteröffnung der Bodenstation durchfallen. Es braucht für die Bodenfutterstation deshalb andere Samen.

5. In unserer Vogelfutterstation herrschte früher stets ein großes Geschrei, teilweise auch ein Gezänk zwischen rivalisierten Vögeln, die sich um das Futter stritten. Besonders schlimm war es am Anfang, als wir noch konventionelle Fettblöcke aus tierischen Schlachtabfällen verwendet haben, was bei den Vögeln zu Verhaltensveränderungen führte, die denen von Drogenabhängigen ähnelten. Sie wurden wie „wahnsinnig“, wenn sie nicht an die Fettblöcke kamen oder deren Behälter bereits leer waren, und führten regelrechte Kleinkriege untereinander auf. Das hat sich verändert, seitdem wir nur noch vegetarische Fettblöcke verwenden. Es scheint so, dass die nicht artgerechten Fettblöcke aus Rind und Schwein den Vögeln nicht gut tun.

Seit der Umstellung auf heimische Saaten sind die vegetarischen Fettblöcke nicht mehr im Fokus der Vögel. Die Menge der Fettblöcke, die die Vögel bis dahin heiß und innig geliebt hatten, hat sich deutlich reduziert. Es scheint so, als ob die Vögel diese nur deswegen verzehrt haben, da ihnen andere Nährstoffe fehlten. Seitdem es die neue Vogelfuttermischung gibt, ist dieses Nährstoffdefizit offensichtlich behoben.

6. Insgesamt sind die Vögel viel ruhiger und ausgeglichener an der Vogelfutterstation. Sie fliegen weniger hektisch hin und her und verweilen länger. Sogar im Umgang mit den Menschen sind sie nicht mehr so schreckhaft und wesentlich zutraulicher, als ob sie „Danke“ für das neue Futter sagen würden.

In Zusammenarbeit mit dem Biohof Lex werden wir weiter experimentieren, welches Vogelfutter das Optimale für unsere heimischen Vögel ist. Es ist verständlich, dass die Vögel Samen von heimischen Pflanzen wesentlich lieber fressen als importierte Samen aus dem Ausland. Denn früher haben unsere Vögel schließlich auch nur die Samen von den Feldern und der unberührten Natur gefressen. Das neue heimische Bio-Vogelfutter ist zudem viel günstiger als das normale Vogelfutter. Sie können es beim Biohof Lex in 5kg oder 25kg Säcken kaufen.


Biohof Lex
Bernadette Lex
Emling 17
D-85461 Bockhorn
Tel. 08122/4477
www.biohof-lex.de
info@biohof-lex.de

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