Weihnachten 2020 auf dem Prüfstand

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von Alexander Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen

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Alexander Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen

 

Die nachfolgende Weihnachtsbotschaft hat Alexander Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen Markgraf von Meißen, kurz Prinz Alexander genannt, für die Mitglieder und Freunde des St. Heinrichsordens verfasst. Dem von seinem Vorfahr, Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen und zugleich König August III. von Polen, am 7.10.1736 gestifteten Orden steht seit 2010 der jetzige Chef des ehemals regierenden königlichen Hauses Wettin, Prinz Alexander, als Großmeister vor. Wir wollen die Botschaft den Lesern unseres Kultur-Magazins Schloss Rudolfshausen, in welchem in der Oktober-Edition 2020 ein Porträt über den Hocharistokraten erschienen ist, nicht vorenthalten, denn sie betrifft alle Menschen dieser Welt, die für sich beschlossen haben, in dieser umwälzenden Zeit dennoch ein christliches Weihnachtsfest zu feiern.

 

Liebe Mitglieder und Freunde des St. Heinrichsordens,

herzlichen Dank für Eure lieben Zeilen zu Weihnachten, die mir einige von Euch geschickt haben. Mit viel Interesse haben wir diese nun gelesen und haben uns sehr gefreut zu lesen, dass es Euch gut geht und Ihr gesund seid!

Wie schön, dass diese ganz anormale Zeit für Euch positiv verlaufen ist. Wir gratulieren herzlich! Diese Monate waren für die moderne Menschheit etwas ganz Außergewöhnliches, denn sämtliche Verhaltensmuster, lieb gewonnenen Gewohnheiten und Pläsierchen sind nun auf den Prüfstand gekommen. Das Leben wird wohl nicht mehr so einfach und billig verlaufen wie wir es gewohnt waren. Schon allein unsere verrückten Reisegewohnheiten werden wohl kritisch von den Mitmenschen auf Umweltverträglichkeit geprüft werden. Wir lesen aus der Presse, dass es in Europa wieder zu einem Abschluss des öffentlichen Lebens (Lockdown) kommen wird. Wie traurig, da es lange danach aussah, dass vor allem Deutschland über den Berg sei. Wir haben das große Glück, dass man bei uns noch im Freien mit Gesichtsschutz umhergehen kann, obwohl die Pandemie in Mexiko schlimm wütet und das Land an vierter Stelle in der weltweiten Tabelle der Opfer rangiert!

Gerade in dieser schweren Zeit haben wir die Möglichkeit, uns Zeit zur Einkehr zu nehmen, über die wichtigen Dinge des Lebens zu meditieren und uns Gedanken über diejenigen zu machen, die es nicht so gut, gemütlich, friedlich und weihnachtlich haben wie wir, auch wenn wir eingesperrt sind. Da es nicht mehr so sehr um den Einkauf von meist überflüssigen Geschenken geht, die wir zurzeit nur unter größten Schwierigkeiten erstehen können, haben wir Muse, um an die Geburt unseres Erlösers zu denken.

Mich überkommt große Wehmut, wenn ich an die Weihnachtsfeiern im Hause meiner Großeltern in München der 60er Jahre denke. Schon während der Adventszeit hat man sich täglich beim Abendgebet um die Familie versammelt, um schöne weihnachtliche Musik von LPs zu hören, die auf Plattenspielern abgespielt wurden, oder zusammen Adventslieder zu singen und vor allem beim Plätzchenbacken zuzuschauen und manchmal am Kochlöffel zu naschen, wenn keiner zusah. Die Größeren von uns durften sogar mithelfen. Mein Großvater Friedrich Christian erzählte beim Abendessen wie im Schloss zu Zeiten der Monarchie das hohe Fest gefeiert wurde, was uns Kinder natürlich brennend interessierte. Wie liebenswürdig sich der König persönlich um seine sechs Kinder kümmerte, um die Freude am Fest trotz des Krieges hochzuhalten wusste. Unweigerlich kam er dann auch auf das tragische Bombardement zu sprechen. Eigentlich sollten wir so traurige Geschichten nicht anhören, ermahnte unsere Großmutter den Erzähler. Am Adventskalender konnten wir unsere Freude über das herannahende Fest täglich ablesen. Draußen vor dem Fenster konnten wir erleben, wie große dicke Schneeflocken langsam vom Himmel herabschwebten und die Landschaft mit einem sanften Weiß bedeckten.

Was war das für eine schöne und friedfertige Zeit!

Heute müssen wir überall auf der Welt miterleben, wie ein unsichtbares Virus die Gesundheit zahlloser Menschen gefährdet, das öffentliche Leben in Schach hält, die Wirtschaft bedrängt und viele Menschen in die Arbeitslosigkeit wirft. In diesem Chaos müssen wir mitansehen wie gewissenlose Politiker, Unternehmer und Finanzhaie versuchen aus der allgemeinen Not Vorteile für ihre Zwecke zu ziehen, die sie unter normalen Umständen so nie erreicht hätten. In Spanien, diesem christlichen Land versucht eine kommunistische Regierung im Eiltempo die Sexualisierung und die Möglichkeit der Geschlechtsumwandlung der Jüngsten, die Abtreibung, die Euthanasie und die staatliche Erziehung unter Ausschluss der elterlichen Aufsicht in die Gesetzbücher zu schreiben.

In Mexiko hat unser ebenfalls kommunistischer Präsident bei Bekanntgabe der weltweiten Pandemie am Fernseher geprahlt: “Das Virus kommt wie ein Ring an den Finger, denn so werden wir umso schneller unsere Ziele der Umwandlung des Landes vorantreiben!” Wichtige finanzielle Beträge des Budgets werden hierauf dem öffentlichen Gesundheitswesen entzogen, das daraufhin kollabiert ist, da anscheinend das Leben der älteren und schwachen Menschen für diese Hierarchie der Lebensverachter nicht zählt! Es ist zum Weinen.

Aber wir dürfen den Kampf nicht aufgeben! Es gibt zum Glück zahlreiche tapfere Kämpfer, die sich nicht mit dem Diktat des Bösen, des Teufels zufrieden geben wollen und täglich für die Ideale der Freiheit, der Liebe und im Allgemeinen des Christentums kämpfen. Wir rufen in Mexiko: “¡Viva Cristo Rey!” Es lebe Christkönig! Am Fest seiner Geburt!

Dies ist ja auch unser Ziel als Ritter des St. Heinrichsordens! Wir sollen uns immer für das Christentum und seinen Vorgaben sowohl in unserem privaten Umkreis wie auch im öffentlichen Leben einsetzen!

Gott sei Dank sind wir alle gesund und munter! Wir werden dieses Jahr Weihnachten mit der ganzen Familie feiern! Wir sind mit Georg und Mauricio in Mexiko und Teresita ist gerade angekommen. Paul Clemens hat seinen Master in St. Gallen erhalten und hat bei BMW in München begonnen zu arbeiten. Er kommt erst am 24. an und muss am 30. wieder zurück! Wie schade!

Aber lassen Sie mich auch etwas Positives zu unserem persönlichen Arbeitsleben berichten: Für uns war es bisher das beste Jahr in der Firmengeschichte, da wir mehrere Großprojekte bedient haben. Alleine die Seilbahn aus Österreich für die Stadt Mexiko, die im öffentlichen Nahverkehr Busse, Strassenbahnen und U-Bahn ergänzen wird, hat uns die Abwicklung und den Transport von ca. 700 Lkw Containern beschert! Einfach unglaublich! Wir sind natürlich dem lieben Gott für seine Gaben vor allem für die Gesundheit der Familie und der Freunde besonders dankbar!

Wir wünschen Euch und Euren Lieben ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffen auf ein Wiedersehen 2021!

Prinz Alexander und Prinzessin Gisela, Georg, Mauricio, Paul Clemens und Maria Teresita

Mexiko Stadt, den 17. Dezember AD 2020

Wir danken Prinz Alexander für seine Genehmigung zur Publikation in der „Aktuellen Zeitgeschichte“.