Wir sind Zeugen der „Generalprobe für die Errichtung des Königreichs des Antichrist“

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von Erzbischof Carlo Maria Viganò
mit einer Einleitung von Maike Hickson
übersetzt aus dem Englischen von Alexandra Walterskirchen

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Erzbischof Carlo Maria Viganò

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.„Meiner Meinung nach“, schreibt Viganò, „stellt das, was wir momentan erleben, die Generalprobe für die Errichtung des Königreichs des Antichristen dar, dem die Predigten des falschen Propheten vorausgehen werden, dem Wegbereiter desjenigen, der die letzte Verfolgung der Kirche vor dem endgültigen und vernichtenden Sieg unseres Herrn durchführen wird.“

Mittwoch, 23. Dezember 2020 (LifeSiteNews)

Einleitung von Maike Hickson:

Erzbischof Carlo Maria Viganò kommentiert in einem neuen Interview mit LifeSite den Bericht von LifeSite, dass Papst Franziskus seit dem ersten Corona-Lockdown im März den Papstaltar im Petersdom, der sich über dem Grab des heiligen Apostel Petrus befindet, nicht mehr für seine öffentlichen Messen benutzt hat. Stattdessen verwendet der Papst einen anderen Altar in der Basilika. Für Viganò ist dieser päpstliche Akt symbolisch, angesichts der Tatsache, dass es Papst Franziskus selbst war, der während der Abschlussmesse der Amazonas-Synode im Oktober 2019 angeordnet hat, eine Schale mit Pflanzen, die der falschen Göttin Pachamama geweiht worden war, auf genau diesen päpstlichen Altar im Petersdom zu stellen. Nicht lange nach diesem Akt  entschied der Papst außerdem, dass er den Titel „Stellvertreter Christi“ im Vatikanischen Jahrbuch 2020 nicht mehr verwenden würde.

Der italienische Prälat findet hier starke Worte über die jüngsten Entwicklungen im Petersdom und im Vatikan.

„Meiner Meinung nach“, schreibt Viganò, „stellt das, was wir momentan erleben, die Generalprobe für die Errichtung des Königreichs des Antichristen dar, dem die Predigten des falschen Propheten vorausgehen werden, dem Wegbereiter desjenigen, der die letzte Verfolgung der Kirche vor dem endgültigen und vernichtenden Sieg unseres Herrn durchführen wird.“

Der italienische Prälat vergleicht die Platzierung einer Pachamama-Schale auf dem Altar mit der Inthronisierung der „Göttin der Vernunft“ in der Kathedrale Notre Dame in Paris während des Terrors der Französischen Revolution im Jahr 1793. Diesmal jedoch, erklärt er, kam die Entweihung eines Altars von innen und wurde von den höchsten Ebenen der kirchlichen Hierarchie begangen. „Die bergoglianische Kirche vermittelt von sich selbst ein zunehmend befremdliches Bild, in welchem die Negation katholischer Wahrheiten von der ausdrücklichen Bejahung einer in sich antikatholischen und antichristlichen Ideologie begleitet wird, in der der götzendienerische Kult heidnischer Gottheiten – das heißt der Dämonen -, die mit frevlerischen Akten und Entweihungen heiliger Dinge günstig gestimmt werden, nicht länger verborgen ist.“

Er fährt fort, dass diese „Anwesenheit eines Götzenbildes von „Mutter Erde“ ein unmittelbares Vergehen gegen Gott und die Allerheiligste Jungfrau ist“ und „ein sichtbares Zeichen, das in gewissem Sinne Bergoglios viele respektlose Äußerungen in Bezug auf die Gottesmutter erklärt .”

Hierin sieht der italienische Erzbischof einen Zusammenhang mit den Warnungen Unserer Lieben Frau von Salette aus dem 19. Jahrhundert. Für ihn ist es nicht verwunderlich, dass diejenigen, die die Kirche Christi und das römische Papsttum zerstören wollen, dies vom höchsten Thron aus tun, gemäß der Prophezeiung Unserer Lieben Frau von La Salette: „Rom wird vom Glauben abfallen und der Sitz des Antichristen werden.“

Im Einklang mit diesem Anstieg von Sakrilegien – Viganò erwähnt an dieser Stelle auch die hässliche und okkultistische Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz – möchte Papst Franziskus außerdem den Namen „Stellvertreter Christi“ nicht mehr tragen und hat auch seit Monaten keine öffentliche Messe aus seiner privaten Kapelle in seiner Residenz Santa Marta mehr im Fernsehen übertragen.

Die Tatsache, dass Papst Franziskus den Titel „Stellvertreter Christi“ aus seinem Eintrag im Vatikanischen Jahrbuch 2020 gestrichen hat – er hat ihn lediglich am Ende seines Eintrags unter „historische Titel“ gesetzt, kommentiert Viganò folgendermaßen: „Wer sich weigert der Stellvertreter Christi genannt zu werden, ist offenbar der Auffassung, dass dieser Titel nicht zu ihm passt, oder blickt sogar mit Verachtung auf die Möglichkeit Stellvertreter des Einen zu sein, genau des Einen, den Bergoglio – das bekundet er durch seine Worte und Handlungen -, nicht als Gott anerkennen und verehren möchte.”

All diese päpstlichen Handlungen zusammen werden von Erzbischof Viganò als eine Entwicklung hin zu Apostasie und Sakrileg, d.h. der Verehrung von Dämonen, angesehen. Für ihn hat diese Entwicklung ihren Anfang beim Zweiten Vatikanischen Konzil. „Ich glaube“, erklärt er, „dass die bis zu diesem Zeitpunkt festgelegten Prämissen – die zum großen Teil auf das Zweite Vatikanum“, aber auch auf spätere Ereignisse wie das interreligiöse Weltgebetstreffen in Assisi „zurückgehen – mithilfe der Führer der Bergoglianischen Kirche unaufhaltsam in einem immer deutlicheren Weg zu einem ‚Bekenntnis zur Apostasie‘ führen werden.“

Erzbischof Viganò gibt uns aber auch Ermutigung und Kraft. Er erinnert daran, dass „die Kirche nicht dem Papst gehört und noch weniger einer Clique von Ketzern und Hurenböcken, die es geschafft hat, durch Täuschung und Betrug an die Macht zu kommen.“ Er fährt fort, indem er sagt:

„Deshalb sollten wir unseren übernatürlichen Glauben an das kontinuierliche Handeln Gottes inmitten seines Volkes mit einem Werk des Widerstands vereinen, wie es von den Kirchenvätern empfohlen wird: Katholiken haben die Pflicht, sich der Untreue ihrer Hirten zu widersetzen, weil der Gehorsam, den sie ihnen schulden, auf die Herrlichkeit Gottes und die Errettung der Seelen abzielt. Wir verurteilen daher alles, was einen Verrat an der Sendung der Hirten darstellt, und flehen den Herrn an, diese Zeiten der Prüfung zu verkürzen. Und wenn uns Bergoglio eines Tages befehlen wird, dass wir, um mit ihm in Gemeinschaft zu bleiben, eine Handlung ausführen müssen, die Gott beleidigt, werden wir eine weitere Bestätigung dafür erhalten, dass er ein Betrüger ist und als solcher keine Autorität hat.“

Es ist die Hoffnung des Erzbischofs, dass diese Krise in der Kirche vielen halbherzigen Katholiken die Augen öffnen wird. Er hofft, dass sie es „uns erlauben wird zu sehen, dass dort, wo Christus der König nicht regiert, unvermeidlich die Tyrannei des Satans errichtet wird; wo Gnade nicht regiert, breiten sich Sünde und Laster aus. Wo die Wahrheit nicht geliebt wird, nehmen die Menschen letztendlich Fehler und Häresien an.“ Vielleicht, so hofft er, wird diese Krise vielen Menschen, die Schwierigkeiten damit haben, Gott anzubeten, bewusstmachen, dass sie,, „vielleicht jetzt begreifen können, dass unser Leben ohne Gott zur Hölle wird.“

Erzbischof Viganò schließt dieses Interview mit den hoffnungsvollen Worten: „Und lasst uns beten, dass wir den Tag sehen werden, an dem ein Papst zurückkehren wird, um das Heilige Messopfer auf dem Confessio-Altar des heiligen Petrus in demjenigen Ritus zu feiern, den Unser Herr den Aposteln gelehrt hat und den sie im Laufe der Jahrhunderte intakt weitergegeben haben. Dies wird dann auch ein Symbol für die Wiederherstellung des Papsttums und der Kirche Christi sein.“

Nachfolgend finden Sie das vollständige Interview mit Erzbischof Carlo Maria Viganò:

Erzbischof Viganò im Interview mit Dr. Maike Hickson über den leeren Papstaltar

Maike Hickson: Eure Exzellenz, in meinem kürzlich erschienenen Artikel habe ich dargestellt, dass der Papstaltar der Vatikanischen Basilika, seitdem er durch die Opfergabe an die Pachamama-Götzenstatue im Oktober 2019 entweiht worden war, nicht mehr benutzt wurde. Damals war in der Gegenwart von Bergoglio und seinem Hofstaat ein sehr schweres Sakrileg durchgeführt worden. Wie denken Sie darüber?

Erzbischof Viganò: Die Entweihung der Vatikanischen Basilika während der Abschlusszeremonie der Amazonas-Synode besudelte den Confessio-Altar, als eine Schale, die dem höllischen Kult der Pachamama geweiht worden war, auf seine Oberfläche gestellt worden ist. Ich finde, dass diese und andere ähnliche Entweihungen von Kirchen und Altären in gewisser Weise ähnliche Handlungen, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, erneut vorlegen [re-proponieren] und es uns ermöglichen, ihre wahre Natur zu verstehen.

Maike Hickson: Worauf beziehen Sie sich?

Ich beziehe mich auf all die Zeiten, in denen Satan gegen die Kirche Christi entfesselt wurde, von den Verfolgungen der ersten Christen bis zum Krieg von Khosrow von Persien gegen Byzanz, von der ikonoklastischen Wut der Mohammedaner bis zur Plünderung Roms der deutschen Landsknechte [Sacco di Roma] und später der Französischen Revolution, dem Antiklerikalismus des 19. Jahrhunderts, dem atheistischen Kommunismus, den Cristeros in Mexiko und dem spanischen Bürgerkrieg bis hin zu den abscheulichen Verbrechen der kommunistischen Partisanen während und nach dem Zweiten Weltkrieg und den Formen von Christianophobie, die wir heute auf der ganzen Welt sehen. Jedes Mal bestätigt die Revolution – in all ihren verschiedenen Gestalten – ihre eigene luziferische Essenz und lässt biblische Feindschaft zwischen den Nachkommen der Schlange und den Nachkommen der Frau entstehen, d.h. zwischen den Kindern Satans und den Kindern der Allerheiligsten Jungfrau. Es gibt keine andere Erklärung für diese Wildheit gegen die Gottesmutter und ihre Kinder.

Ich denke hierbei insbesondere an die Inthronisierung der „Göttin der Vernunft“, die am 10. November 1793 in der Kathedrale Notre Dame in Paris auf dem Höhepunkt des Terrors stattfand. Auch bei dieser Gelegenheit wollte der höllische Hass der Revolutionäre die Verehrung der Mutter Gottes durch den Kult einer Prostituierten ersetzen, der als Symbol der freimaurerischen Religion errichtet wurde. Sie wurde in einer Sänfte auf den Schultern getragen und im Heiligtum platziert. Hier gibt es viele Analogien zu Pachamama, und beide offenbaren den höllischen Geist, der sie inspiriert hat.

Vergessen wir nicht, dass am 10. August 1793, nur wenige Monate vor der Entweihung von Notre Dame, die Statue der „Göttin der Vernunft“ auf dem Place de la Bastille unter dem Deckmantel der ägyptischen Göttin Isis errichtet wurde. Es ist bezeichnend, dass wir diesen Hinweis auf die Kulte des alten Ägypten auch in der grauenvollen „Weihnachtskrippe“ finden, die derzeit auf dem Petersplatz steht. Aber offensichtlich gehen die Ähnlichkeiten, die wir in diesen Ereignissen finden, auch mit etwas absolut Neuem einher.

Maike Hickson: Möchten Sie uns erklären, woraus dieses neue Element besteht?

Ich beziehe mich auf die Tatsache, dass während der Zeit bis zum Konzil – oder, um nachsichtig zu sein, bis zu diesem „Pontifikat“ – Entweihungen und Sakrilegien von den äußeren Feinden der Kirche durchgeführt wurden; seitdem haben die Skandale die aktive Beteiligung der höchsten Ebenen der Hierarchie erlebt, zusammen mit dem schuldhaften Schweigen der Bischöfe und der Skandalisierung der Gläubigen. Die bergoglianische Kirche vermittelt von sich selbst ein zunehmend befremdliches Bild, in welchem die Negation katholischer Wahrheiten von der ausdrücklichen Bejahung einer in sich antikatholischen und antichristlichen Ideologie begleitet wird, in der der götzendienerische Kult heidnischer Gottheiten – das heißt von Dämonen -, die mit frevlerischen Akten und Entweihungen heiliger Dinge günstig gestimmt werden, nicht länger verborgen ist. Das Stellen dieser unreinen Schale auf den Confessio-Altar des heiligen Petrus, ist eine liturgische Geste mit einem eindeutigen Wert und einem Zweck, der nicht nur symbolisch ist. Die Anwesenheit eines Götzenbildes der „Mutter Erde“ ist ein direktes Vergehen gegen Gott und die Allerheiligste Jungfrau, ein sichtbares Zeichen, das in gewissem Sinne Bergoglios viele respektlose Äußerungen in Bezug auf die Gottesmutter erklärt.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass diejenigen, die die Kirche Christi und das römische Papsttum zerstören wollen, dies vom höchsten Thron aus tun, gemäß der Prophezeiung Unserer Lieben Frau von La Salette: „Rom wird vom Glauben abfallen und der Sitz des Antichristen werden.’” Es scheint mir, dass wir heute nicht mehr von einem bloßen „Glaubensverlust“ sprechen können; allerdings sollten wir auch den nächsten Schritt zur Kenntnis nehmen, der sich in einem wahren und regelrechten Abfall vom Glauben äußert, genauso wie sich die ursprüngliche Subversion des katholischen Gottesdienstes durch die Liturgiereform zu einer Form heidnischer Götzenanbetung entwickelt hat, welche die systematische Entweihung des Allerheiligsten Sakraments umfasst – insbesondere durch das Aufzwingen der Handkommunion unter dem Vorwand von Covid – und weiter zu einer immer offensichtlicheren Abneigung gegen die alte Liturgie.

Im Grunde ist es so, dass jetzt viele Arten der anfänglichen „Vorsicht“ bei der Verschleierung der wahren Absichten der Innovatoren abgenommen haben und dadurch die wahre Natur des Werks enthüllt wird, das von Gottes Feinden ausgeführt wird. Der Vorwand eines gemeinsamen Friedensgebetes, das das Abschlachten von Hühnern und andere skandalöse Gräuel in Assisi legitimierte, wird nicht mehr benötigt, und es herrscht die Theorie vor, dass die Brüderlichkeit unter den Menschen Gott ebenso beiseite lassen kann wie die Heilssendung der Kirche.

Maike Hickson: Wie beurteilen Sie die Ereignisse ab Oktober 2019, insbesondere Bergoglios Verzicht auf den Titel des Stellvertreters Christi, die Tatsache, dass er keine Heilige Messe mehr am Papstaltar feiert, und die Aussetzung der öffentlichen Messe in Santa Marta?

Das philosophische Prinzip „Agere sequitur esse“ lehrt uns, dass alles in Übereinstimmung mit dem handelt, was es ist. Wer sich weigert der Stellvertreter Christi genannt zu werden, ist offenbar der Auffassung, dass dieser Titel nicht zu ihm passt, oder blickt sogar mit Verachtung auf die Möglichkeit Stellvertreter des Einen zu sein, genau des Einen, den Bergoglio – das bekundet er durch seine Worte und Handlungen -, nicht als Gott anerkennen und verehren möchte. Oder einfacher gesagt, er ist nicht der Ansicht, dass seine eigene Rolle an der Spitze der Kirche mit dem katholischen Konzept des Papsttums übereinstimmen sollte, sondern vielmehr mit einer „aktualisierten“ und „entmythologisierten“ Version davon. Gleichzeitig kann sich Bergoglio, da er sich nicht als Stellvertreter Christi betrachtet, auch davon befreien, als solcher zu handeln, und kann beiläufig das Lehramt verfälschen und dem gesamten christlichen Volk einen Skandal verursachen. Ein Feiern im pontificalibus am Altar über dem Grab des Apostels Petrus würde den Argentinier verschwinden lassen, seine Exzentrizität überschatten, sowie seinen fortwährend angewiderten Ausdruck, den er nicht verbergen kann, wann immer er die päpstlichen Funktionen zelebriert: Stattdessen ist es viel besser für ihn, sich auf dem verlassenen Sagrato der Peterskirche – im kompletten Lockdown – hervorzuheben und die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf sich zu ziehen, die sonst auf Gott gerichtet wäre.

Maike Hickson: Erkennen Sie den „symbolischen“ Wert der Handlungen von Papst Franziskus?

Die Symbole haben ihren eigenen exakten Wert: seine Wahl des Namens, seine Entscheidung, im Domus Santa Marta zu leben, der Verzicht auf die einem Papst angemessenen Insignien und Gewänder wie der roten Mozzetta, der Rochette und der Stola oder des Papstwappens auf seiner Fascia (Schärpe). Die obsessive Betonung von allem, was profan ist, ist symbolisch, ebenso wie die Intoleranz gegen alles, was an spezifisch katholische Inhalte erinnert. Und vielleicht ist die Geste, mit der Bergoglio den Kelch bei der Epiklese während der Konsekration der Heiligen Messe immer vollständig bedeckt und ihn mit den Händen „verstöpselt“, als ob er die Ausgießung des Heiligen Geistes behindern möchte, auch symbolisch.

Ebenso wie das Knien vor dem Allerheiligsten Sakrament vom Glauben an die Wirkliche Gegenwart Gottes  zeugt und darin ein Akt der latria (Anbetung) gegenüber Gott ausgeführt wird, verkündet Bergoglio öffentlich,  indem er nicht vor dem Allerheiligsten Sakrament kniet, dass er vor Gott keine Demut zeigen will. Gleichzeitig aber hat er kein Problem damit, vor Einwanderern oder Beamten einer afrikanischen Republik auf Hände und Knie zu fallen. Und indem sie sich vor Pachamama niedergeworfen haben, haben einige Brüder, Schwestern, Geistliche und Laien einen Akt des wahren und regelrechten Götzendienstes vollbracht, ein Götzenbild unangemessen geehrt und einem Dämon gehuldigt. Symbole, Zeichen und rituelle Gesten sind somit das Instrument, mit dem sich die Bergoglianische Kirche als das offenbart, was sie ist.

Alle diese „Riten“ der neuen Kirche, diese mehr oder weniger deutlichen „Zeremonien“, diese Elemente, die aus profanen „Liturgien“ entlehnt wurden, sind keineswegs zufällig. Sie bilden eine der Verschiebungen des Overton-Fensters zu dem, was Bergoglio in Wirklichkeit bereits in seinen Interventionen und den Handlungen seines „Lehramtes“ theoretisiert hatte. Auf der anderen Seite können die Schamanin [witch doctor], die das Zeichen von Shiva auf die Stirn von Johannes Paul II. gemacht hat und der Buddha, der auf dem Tabernakel in Assisi verehrt worden ist, in ihrer vollkommenen Übereinstimmung mit den gegenwärtigen Gräueln im gesellschaftlichen Bereich verstanden werden: bevor die Abtreibung im neunten Monat als akzeptabel angesehen wurde, musste sie zuerst in wenigen Ausnahmefällen legitimiert werden, und bevor die Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts legalisiert wurde, zog man es klug vor, die Menschen glauben zu lassen, dass der rechtliche Schutz der Sodomie letztendlich nicht die Institution der natürlichen Ehe zwischen Mann und Frau in Frage stellen würde.

Maike Hickson: Eure Exzellenz, glauben Sie, dass sich diese Ereignisse noch weiterentwickeln werden?

Wenn Jesus Christus, der Ewige Hohepriester, nicht beschließt, diesem Handeln der allgemeinen Perversion der Hierarchie ein Ende zu setzen, wird die Katholische Kirche zunehmend von der Sekte eingenommen werden, die sich missbräuchlich über sie geschoben hat. Wir vertrauen auf die Verheißungen Christi und auf die besondere Unterstützung des Heiligen Geistes, jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass die Apostasie der höchsten Ebenen der Kirche ein notwendiger Bestandteil der eschatologischen Ereignisse [der Ereignisse der Endzeit] ist, die nicht umgangen werden können.

Ich glaube, dass die bis zu diesem Zeitpunkt festgelegten Prämissen – die zum großen Teil auf das Zweite Vatikanum] zurückgehen – mithilfe der Führer der Bergoglianischen Kirche unaufhaltsam in einem immer deutlicheren Weg zu einem ‚Bekenntnis zur Apostasie‘ führen werden. Der Feind fordert von seinen Dienern Treue, und wenn er zu Beginn mit einer in den Vatikanischen Gärten verehrten hölzernen Götzenstatue oder einer Opfergabe aus Erde und Pflanzen auf dem Altar des heiligen Petrus zufrieden gewesen zu sein schien, wird er in Kürze öffentliche und offizielle Anbetung verlangen, die das immerwährende Opfer ersetzen wird. Hierdurch würde dann verwirklicht werden, was Daniel in Bezug auf den Gräuel der Verwüstung prophezeit hat, der an der heiligen Stätte stehen wird. Ich notiere den genauen Ausdruck der Heiligen Schrift: „cum ergo videritis abominationem desolationis quae dicta est a Danihelo propheta stantem in loco sancto qui legit intellegat“ (Mt 24,15) [Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung und dass er steht an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf!),…]. Es steht klar geschrieben, dass dieser Gräuel stehen wird, d.h., er wird sich in einer Position dreister und arroganter Auferlegung an genau dem Ort befinden, der ihm am meisten fremdartig und wesensfremd ist. Es wird eine Schande sein, ein Skandal, eine noch nie da gewesene unerhörte Sache, von der es unmöglich ist, geeignete Worte zu finden, um seine Verurteilung auszudrücken.

Maike Hickson: Was erwartet uns, wenn es weiter in diese Richtung geht?

Meiner Meinung nach stellt das, was wir momentan erleben, die Generalprobe für die Errichtung des Königreichs des Antichristen dar, dem die Predigten des falschen Propheten vorausgehen werden, dem Wegbereiter desjenigen, der die letzte Verfolgung der Kirche vor dem endgültigen und vernichtenden Sieg unseres Herrn durchführen wird.

Die „symbolische Leere“ des Papstaltars ist nicht nur eine Warnung für diejenigen, die so tun, als würden sie die Skandale dieses „Papsttums“ nicht sehen. Es ist in gewisser Weise auch ein Mittel, wie Bergoglio uns an die Kenntnisnahme einer wesentlichen Mutation des Papsttums und der Kirche selbst gewöhnen möchte; nämlich in ihm nicht nur den letzten einer langen Reihe Römischer Päpste zu sehen, denen Christus befohlen hat, seine Schafe und Lämmer zu weiden, sondern auch das erste Oberhaupt einer philanthropischen multinationalen Organisation, die den Namen „Katholische Kirche“ nur deshalb usurpiert hat, weil dieser ihm erlaubt ein Prestige und eine Autorität zu genießen, die selbst in Zeiten allgemeiner religiöser Krisen schwer zu erreichen sind.

Das Paradoxon ist daher offensichtlich: Bergoglio weiß, dass er die Katholische Kirche nur dann effektiv zerstören kann, wenn er als Papst anerkannt wird, gleichzeitig aber das Papsttum nicht im strengen Sinne des Wortes ausüben kann, weil dies zwangsläufig erfordern würde, dass er wie der Stellvertreter Christi und Nachfolger des Fürsten der Apostel sprechen, sich verhalten und erscheinen müsste. Es ist dasselbe Paradoxon, das wir im zivilen und politischen Bereich sehen, wo diejenigen, denen die verfassungsmäßige Befugnis gegeben worden ist das Gemeinwesen zu leiten und das bonum commune zu fördern, gleichzeitig Abgesandte der Elite [des Satans] sind und die Aufgabe haben, die Nation zu zerstören und die Rechte der Bürger zu verletzen. Hinter dem tiefen Staat und der tiefen Kirche steht immer der gleiche Inspirator: Satan.

Maike Hickson: Was können Laien und Geistliche tun, um diesen Ansturm auf den Abgrund zu verhindern?

Die Kirche gehört nicht dem Papst und noch weniger einer Clique von Ketzern und Hurenböcken, die es geschafft hat, durch Täuschung und Betrug an die Macht zu kommen. Deshalb sollten wir unseren übernatürlichen Glauben an das kontinuierliche Handeln Gottes inmitten seines Volkes mit einem Werk des Widerstands vereinen, wie es von den Kirchenvätern empfohlen wird: Katholiken haben die Pflicht, sich der Untreue ihrer Hirten zu widersetzen, weil der Gehorsam, den sie ihnen schulden, auf die Herrlichkeit Gottes und die Errettung der Seelen abzielt. Wir verurteilen daher alles, was einen Verrat an der Sendung der Hirten darstellt, und flehen den Herrn an, diese Zeiten der Prüfung zu verkürzen. Und wenn uns Bergoglio eines Tages befehlen wird, dass wir, um mit ihm in Gemeinschaft zu bleiben, eine Handlung ausführen müssen, die Gott beleidigt, werden wir eine weitere Bestätigung dafür erhalten, dass er ein Betrüger ist und als solcher keine Autorität hat.

Lasst uns deshalb beten. Lasst uns sehr viel und mit Inbrunst beten und dabei den Worten des Erlösers und seines endgültigen Sieges eingedenk bleiben. Wir werden gerichtet werden , aber nicht wegen der Skandale von Bergoglio und seiner Komplizen, sondern wegen unserer Treue zur Lehre Christi: einer Treue, die damit beginnt, in Gottes Gnade zu leben, die Sakramente häufig zu empfangen und Opfer und Buße für die Errettung der Diener Gottes darzubringen.

Maike Hickson: Was ist Ihr Wunsch für das kommende Weihnachtsfest?

Mein Wunsch ist, dass diese Zeiten der Prüfung uns erlauben werden zu sehen, dass dort, wo Christus der König nicht regiert, unvermeidlich die Tyrannei des Satans errichtet wird; wo Gnade nicht regiert, breiten sich Sünde und Laster aus. Wo die Wahrheit nicht geliebt wird, nehmen die Menschen letztendlich Fehler und Häresien an. Bis jetzt haben viele halbherzige Seelen nicht gewusst, wie sie sich an Gott wenden sollen, weil sie nicht erkannt haben, dass sie die vollständige und vollkommene Verwirklichung ihrer Existenz allein in Ihm finden können; aber jetzt können sie vielleicht begreifen, dass unser Leben ohne Gott zur Hölle wird.

Während sich die Hirten in Anbetung zu Füßen des Kindkönigs niederwarfen, der zwar in eine Krippe gelegt, aber bezeichnenderweise in Wickelbänder gekleidet wurde, die in der Antike das Privileg der Herrscher darstellten, müssen auch wir uns im Gebet um den Altar versammeln – auch wenn es möglicherweise auf einem Dachboden oder in einem Keller ist, um der Verfolgung oder dem Versammlungsverbot zu entgehen – denn selbst in der Armut einer geheimen Kapelle oder einer verlassenen Kirche steigt der Herr auf den Altar hinab, um sich mystisch für unser Heil zu opfern.

Und lasst uns beten, dass wir den Tag sehen werden, an dem ein Papst zurückkehren wird, um das Heilige Messopfer auf dem Confessio-Altar des heiligen Petrus in demjenigen Ritus zu feiern, den Unser Herr den Aposteln gelehrt hat und den sie im Laufe der Jahrhunderte intakt weitergegeben haben. Dies wird dann auch ein Symbol für die Wiederherstellung des Papsttums und der Kirche Christi sein.

+ Carlo Maria Viganò, Erzbischof

Erzbischof von Ulpiana und ehemaliger Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten von Amerika

Mittwoch, 23. Dezember 2020

 

Dr. Maike Hickson, gebürtige Deutsche und seit vielen Jahren in Amerika lebend, schreibt für verschiedene alternative Medien in USA und Europa wie z.B. LifeSiteNews, Rorate Caeli, Catholic Family News, Katholisches.info, Notizie Pro-Vita u.a.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in LifeSiteNews am Mittwoch, 23. Dezember 2020