Yoga, Yogi und Yoga-Matte

von Alexandra Walterskirchen
Yoga, Yogi und Yoga-Matte

 

Alexandra Walterskirchen mit den von ihr verwendeten Yoga-Matten mit Aufdruck „Adma Yoga“ von Bausinger

 

Die Yogamatte ist das Instrument eines Yogi, auf der er/sie sein/ihr „Yoga-Musikstück“ spielt. Eine Yogamatte ist somit etwas sehr persönliches und sollte weder verliehen noch für alltägliche Dinge verwendet werden. Sie ist das Herzstück einer harmonischen und erfolgreichen Yoga-Praxis.

In nur einem Jahrzehnt ist der Yogamatten-Händler-Markt explodiert. Man kann mittlerweile sogar im Discounter Yogamatten kaufen, ebenso findet man im Internet eine Unmenge an Yogamatten in allen Varianten, Materialien und Farben.

Jeder Yoga-Interessierte stellt sich früher oder später die Frage, welche Yogamatte die für ihn/sie die geeignetste ist und – falls er noch keine eigene Yoga-Matte erworben hat -, was beim Kauf zu beachten ist. Aber auch fortgeschrittene Yogis sind immer wieder auf der Suche nach neuen Yogamatten und Materialien, denn oft ist man mit seiner Yogamatte nicht zufrieden und sucht nach einer Alternative. In nachfolgendem Bericht möchte ich auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen im Handel erhältlichen Yogamatten eingehen, denn eine gute Yogamatte ist die Basis einer guten Yoga-Praxis.

Für mich als ökobewussten Mensch stellt sich vor dem Kauf einer Yogamatte stets die Frage, inwieweit sie frei von Schadstoffen ist und nachhaltig produziert wurde. Denn sehen wir der Tatsache ins Auge: Viele Yogamatten bestehen aus billigem Kunststoff und sind leider heutzutage zu einem Wegwerfprodukt geworden, das die Müllberge wachsen lässt. Yogamatten, die früher nur ein Mittel zu spiritueller Praxis waren, unterliegen heute sehr oft der aktuellen Mode, was Farben, Muster und auch Materialien betrifft. Es gibt mittlerweile sogar ein Marken-Denken und in manchen Yogastudios wird verlangt, dass man diese oder jene (meist) teure Matte verwendet, denn ansonsten könne man kein richtiges Yoga machen. Auch sind seit einigen Jahren Naturkautschuk-Yogamatten „in“, da sie ein natürliches Flair versprechen. Dabei wissen die wenigsten, dass das hochgepriesene Naturprodukt „Naturkautschuk“ mit zahlreichen Chemikalien, ja sogar Insektiziden, belastet ist, und gar nicht so öko und grün ist, wie man gerne glauben möchte.

Die Firma Bausinger, die schon seit 1977 Yogamatten herstellt und vertreibt, schreibt dazu auf ihrer Website: „Yogamatten aus Naturkautschuk sind leider nicht sehr haltbar, riechen teilweise extrem nach Gummi, trocknen recht bald aus und bröseln. Die Nebeneffekte wie Entstehung von Nitrosaminen beim Vulkanisieren, Monokulturen beim Anbau, Beimischung von Kunststoffen (in der Regel Acrylate & Weichmacher) zur Stabilisierung der Matten, Einlegen von Glasfasergeweben (damit die Yogamatten zugfest sind und im nicht wie Kaugummi auseinander laufen), etc. etc. verderben die schöne Ökobilanz und das eigentlich gute Image von Naturkautschukmatten. Was gerne auch unter den Teppich gekehrt wird: die Arbeitsbedingungen der Arbeiter in den Kautschukplantagen, der Aufwand und Energieeinsatz für Herstellung und Transport.“

Ich habe selbst einige Jahre auf Naturkautschuk-Matten verschiedenster Hersteller Yoga praktiziert, doch konnte mich leider keine der verwendeten Matten überzeugen.

Im Jahre 2013 teste die Zeitschrift „Öko Test“ verschiedene Yogamatten und mehr als die Hälfte fielen durch, darunter auch einige bekannte Naturkautschukmatten, da sie über giftige Bestandteile verfügen. Gerade beim Yoga, wenn man viel schwitzt oder mit nackter Haut auf der Matte liegt, möchte man keine Schadstoffe über die Haut aufnehmen. Was ich bei allen Naturkautschukmatten als sehr störend empfand: der unangenehme Geruch, der trotz längerer Nutzung nie verschwindet. Besonders extrem ist der Geruch im Sommer, wenn man draußen in der Sonne Yoga macht. Dazu lösten sich ständig Mikro-Bestandteile von der Matte, die überall auf meiner Kleidung und unserer Terrasse herum krümelten. Abgesehen davon habe ich mir mehrmals farbige Brandblasen geholt, da sich die Naturkautschukmatten in der Sonne unverhältnismäßig stark erhitzten und sich deswegen der Farbstoff löste.

Ein großes Problem der Naturkautschukmatten ist zudem, dass sie bereits nach einigen Monaten keinen guten Halt mehr geben und rutschig werden, was für dynamisches Yoga ungeeignet ist. Zudem sind sie schnell statisch aufgeladen, was beim Yoga sehr unangenehm ist. Die Tatsache, dass man sie waschen kann, brachte für mich keinen Vorteil, im Gegenteil, nach dem Waschen war die Matte praktisch unbrauchbar, da sie keine Oberflächenstruktur mehr aufwies.

Ich probierte auch andere Yogamatten, z.B. aus Kork oder Baumwolle, aus, jedoch waren auch sie letztlich nicht zu verwenden. Baumwolle ist viel zu rutschig für aktives Yoga, Kork ebenso. Es gibt nur zwei Yogamatten-Typen, die ich empfehlen kann: zum einen eine Bio-Schurwolle-Yogamatte und zum anderen eine PVC-Yogamatte in Ökotex 100-Qualität. Leider löst PVC bei vielen Menschen in der Öko-Bewegung heute einen Aufschrei auf, dabei ist PVC nicht gleich PVC, sondern ist im optimalen Fall wesentlich ökologischer als der Chemie-Cocktail „Naturkautschuk“

Die Yoga-Traditions-Firma Bausinger erklärt, warum sie auf PVC-Yogamatten statt Naturkautschukmatten setzt: „….deshalb haben wir uns entschlossen, neben unseren ökologisch unbedenklichen Schurwollmatten nur PVC-Matten aus deutscher Produktion im Sortiment zu führen. PVC-Matten sind äußerst haltbar, kommen ohne Weichmacher aus und sind ökologisch dann vertretbar, solange diese hier in Deutschland gefertigt und entsorgt werden. Des weiteren können wir hier in Deutschland im Gegensatz zur Produktion in Fernost technisch, sozial und ökologisch unbedenklich produzieren lassen, einfach weil wir hier sehr hohe und für uns vertretbare Standards haben. Deswegen importieren wir keine Yogamatten aus Asien. Alle unsere in Deutschland hergestellten PVC-Matten sind Ökotex-100 schadstoffgeprüft und baby- bzw schnullertauglich.“

Eine Yogamatte ist eine Anschaffung fürs Leben oder zumindest für eine lange Zeit, weswegen sie neben dem ökologischen Aspekt auch über eine hohe Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit verfügen sollte. Ich habe mich ganz bewusst für eine PVC-Yogamatte von Bausinger, die in Deutschland nach deutschen Standards produziert werden, entschieden, denn auf ihr lässt sich sehr gut fließendes, dynamisches Yoga machen. Es gibt diese mit einer glatten oder genoppten Oberflächenstruktur, je nach persönlichen Vorlieben und Hauteigenschaften. Bei kalten Händen im Winter ist mir die genoppte Matte lieber, damit ich einen besseren Halt habe, im Sommer bei stark schwitzenden, warmen Händen ist die glatte Oberfläche ideal.

Allgemein gilt folgende Regel bei der Wahl einer Yogamatte: Wenn man einen sportlich und körperlich anspruchsvolle Yogastil praktiziert, (z.B. Vinyasa-Flow, Bikram-Yoga, Iyengar-Yoga, Power-Yoga etc.), sollte man eine rutschfeste Kunststoff-Matte – glatt oder genoppt – wählen. Wenn man einen ruhigen, ausgewogenen Yogastil praktiziert (z.B. Kundalini-Yoga, Yin-Yoga, etc.) sollte man zur bequemeren Schurwoll-Yogamatte greifen. Vor allem, wenn sehr viele Übungen im Sitzen geübt werden oder wenn sehr viel Entspannungs- und Meditationsübungen enthalten sind, empfiehlt sich eine Schurwollmatte, da diese einfach viel angenehmer im Körperkontakt ist als eine Kunststoffmatte. Die Indra-Matte ist meine Lieblings-Kuschelmatte für Yin-Yoga, wohingegen die mit auf der Rückseite mit Latex oder PU-Schaum beschichteten Schurwoll-Matte meine Standard-Matte bzw. Unterlage für alle Yoga-Formen ist.

 

Bio-Schurwoll-Yogamatten von Bausinger

Für mich ist die Schurwoll-Yogamatte nicht mehr von meiner Yoga-Praxis wegzudenken. Gerade für sehr feine, schlanke Menschen, die wenig gut „gepolstert“ sind, ist eine normal dicke Kunststoff-Yogamatte zu hart und schmerzhaft für die Knochen und Gelenke, was schnell zu Verletzungen oder blauen Flecken führen kann. Besonders Übungen auf dem Bauch oder Rücken sind mit der Schurwolle-Yogamatte viel angenehmer. Da ich aber auf einer Schurwoll-Yogamatte kein dynamisches Yoga machen kann, sondern primär Yin-Yoga und Meditations-Kriyas, lege ich mir immer eine Kunststoff-Yogamatte darauf, um die entsprechende Stabilität und Rutschfestigkeit im Stand und der Bewegung zu haben. Auf diese Weise kann ich dynamisches Yoga ausführen und habe dennoch meine weiche, geborgene Unterlage.

Mit ein wenig Übung kann man auch Balance-Haltungen im Stehen problemlos auf dieser Schurwoll-Kunststoff-Yogamatten-Schicht ausführen. Was ich als besonders schön empfinde, ist zudem die Tatsache, dass die Schurwoll-Yogamatten wesentlich breiter sind als eine Standard-Kunststoff-Matte, wodurch ich über eine größere Wohlfühlfläche verfüge und z.B. auch bei der liegenden Drehung (Makarasana) nicht auf dem blanken Boden liege, sondern auf meiner Schurwoll-Unterlage. Das schont Knie und Füße.

Schurwoll-Yogamatten verfügen noch über weitere Vorteile:

  • keine schädlichen Substanzen
  • biologisch abbaubar
  • gute Bodenhaftung
  • isoliert Bodenkälte
  • gute Dämpfung
  • atmungsaktiv, natürlicher Feuchtigkeitsaustausch
  • langlebig und strapazierfähig
  • waschbar (meine Schurwoll-Matten haben mehrere Waschgänge gut überstanden)

Der Nachteil liegt in der geringen Rutschfestigkeit und der doch unhandlichen Größe, weswegen man sie zwar gut zu Hause für das Yoga verwenden kann, aber nicht für außer Haus oder auf Reisen.

Manche Yoga-Arten, wie das Kundalini Yoga, werden traditionell nur auf Schurwoll-Matten praktiziert. Denn Schurwolle bietet auch einen energetischen Schutz: sie isoliert das eigene Magnetfeld bzw. die Aura des Menschen vom Magnetfeld der Umgebung, was die intensive Energiearbeit, welche das Yoga bewirkt, optimiert und dafür beste, natürliche Voraussetzungen schafft. Diese Besonderheit von Schurwolle mache ich mir auch im Adma-Yoga zu Nutze, weswegen ich meinen Schülern besonders für Meditationen und Kriyas eine Schurwolle-Yogamatte empfehle, idealerweise auch für die anderen Übungen als Unterlage unter einer Kunststoff-Matte.

 

PVC- bzw. Kunststoff-Yogamatten haben folgende Vorteile:

  • leicht zu transportieren
  • leicht zu reinigen, auch bei starkem Schwitzen
  • ohne Schadstoffe und unangenehmen Geruch, wenn aus deutscher Produktion mit Ökotex 100-Siegel
  • langlebig
  • für Menschen mit Latexallergie geeignet
  • gute Rutschfestigkeit

Der Nachteil, sofern man billige Yogamatten aus Asien kauft, liegt in den schädlichen Substanzen, die in diesen enthalten sind. Zudem sollte man sich bei jeder Yogamatte bewusst sein, dass diese kein Wegwerf-Modeprodukt ist, sondern möglichst lange verwendet werden sollte, um die Umwelt zu schonen. Denn jeder Kunststoff kann nur schwer von der Natur wieder abgebaut werden. Deshalb sollte man auf gemusterte oder modisch gestylte Yogamatten verzichten, sondern ein Modell in Größe, Farbe und Optik wählen, das man auch noch viele Jahre lang gerne verwendet, weil es dem persönlichen Geschmack entspricht. Meine Yogamatten sind z.B. alle in Blau, da ich blau einfach sehr gerne mag. Wer es zudem heimelig, geborgen und weich mag, der sollte nicht auf eine naturfarbene Schurwolle-Yogamatte verzichten.

Mein Tipp für jeden Yoga-Anfänger oder Fortgeschrittenen: Sparen sie beim Kauf einer Yogamatte nicht, denn sie ist eine Anschaffung fürs Leben. Wählen sie für zu Hause eine Schurwoll-Yogamatte (am besten in Bio-Qualität) aus, zusammen mit einer Kunststoff-Yogamatte in ÖkoTex 100 – bzw. Babyschnuller-Qualität. Für Reisen oder Yoga-Studienbesuche können sie sich entweder eine dünnere Schurwoll-Yogamatte kaufen oder nur ihre Kunststoff-Yogamatte verwenden.

Noch ein Tipp: Bei Bausinger können Sie sogar Ihre Yogamatte mit ihrer individuellen Gravur besticken lassen, z.B. „Adma-Yoga“

Auf diese Weise erhalten sie eine persönliche Yoga.Matte und werden noch mehr Freude bei Ihrem Yoga haben!

 

 

 

 

Gottlieb-Daimler-Str. 2
D-72479 Straßberg
Tel. 07434/600 oder 607

www.bausinger.de
info@bausinger.de

 

 

 

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